Die ROSTOCK SEAWOLVES haben erstmals ein Auswärtsspiel unter Coach Dirk Bauermann gewonnen. Mit 91:90 (44:42) gewannen die Wölfe beim Tabellenletzten Team Ehingen Urspring vor 710 Zuschauern. Donte Nicholas traf per Korbleger zum Sieg mit der Schlusssirene. Fünf Rostocker Spieler punkteten zweistellig. Die SEAWOLVES belegen nach dem zwölften Saisonsieg den zwölften Tabellenplatz der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA.

TEAM EHINGEN URSPRING gegen ROSTOCK SEAWOLVES 90:91 (42:44)

Mit der Nummer  15 bei den Rostock Seawolves: Donte Nicholas

Die Nummer 15, Donte Nicholas sorgte in Ehingen für den Siegtreffer. Foto: © Rostock Seawolves

Unmittelbar nach Spielende gab es keine Jubelschreie oder nur kleine Freudensprünge. Die Stimmung ob der gezeigten Leistung war gedämpft, zu schwach war die Defensivleistung, zu schwer war das Gefühl zu greifen, nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder gewonnen zu haben.

Die SEAWOLVES hatten den Tabellenletzten Ehingen glücklich mit 91:90 mit der Schlusssirene besiegt und erstmals einen Auswärtssieg unter der Führung Dirk Bauermann geholt. 74 Sekunden vor Schluss lagen die Wölfe mit fünf Zählern zurück (85:90), ehe Zach Lofton mit zwei Korblegern den Rückstand verkürzte und Ehingen wiederholt an der Rostocker Verteidigung scheiterte. In der Hektik der herunterlaufenden Sekunden angelte sich Donte Nicholas einen Offensiv-Rebound nach Fehlwurf Lofton und sprang über auf dem Boden liegende Mit- und Gegenspieler zum entscheidenden Korbleger. Beim Ertönen der Sirene rauschte der Ball durch die Maschen und der knappe Auswärtserfolg war unter Dach und Fach. Nur so richtig wahrhaben wollte es seitens der SEAWOLVES kaum jemand.

Dabei starteten die SEAWOLVES, die ohne Haris Hujic (Knöchelverletzung) die Reise nach Ehingen angetreten hatten, hungrig in die Partie und setzten sich früh ab (7:2, 2. Min). Angeführt von Nicholas, der acht Punkte im ersten Viertel erzielte, hielten die Rostocker die Gastgeber weiterhin auf Abstand (13:8, 4. Min). Die Ehinger wussten sich durch geduldige Spielweise und zweite Wurfchancen im Spiel zu halten und konnten sogar kurz vor Ende des ersten Viertels kurz in Führung gehen. Grant Sitton verwandelte mit der Pausensirene einen Dreier zum erneuten Führungswechsel.

Die Wölfe spielten gut zusammen, suchten oft den freien Mitspieler und erkämpften sich auch im zweiten Abschnitt einen relativ deutlichen 30:23-Vorsprung. Doch nachdem Spielgestalter Tony Hicks umknickte und nicht mehr zurückkehrte, brachte der Ehinger Kapitäns Tim Hasbargen die Gastgeber mit zwei Dreiern zurück ins Spiel – und abermals in Führung. Nach dem 35:38-Rückstand der Rostocker nahm Coach Bauermann eine Auszeit, um den Rhythmus der Hausherren zu brechen. Die Wölfe antworteten prompt mit einem 7:0-Lauf (42:38, 19. Min). Zur Halbzeit trennten beide Teams nur zwei Zähler (44:42).

Dies änderte sich nach dem Seitenwechsel, als die SEAWOLVES ihre Würfe aus Nah- und Weitdistanz trafen und sich bis zur Mitte des Viertels auf 15 Zähler absetzen konnten (64:49, 25. Min). Insgesamt trafen die Wölfe sechs ihrer neun Dreierversuche im dritten Durchgang; Grant Sitton und Mauricio Marin hatten mit ihren fünf Treffer maßgeblichen Anteil daran. Doch auch Ehingen suchte die Flucht nach vorn und begann, Dreier zu treffen. So kämpften sie sich zurück in die Partie. Hasbargen kam allein auf zwölf seiner insgesamt 33 Punkte in diesem Durchgang. Zu Beginn des Schlussviertels lagen die Wölfe nur noch mit 72:68 vorn.

Es folgte ein dramatisches Schlussviertel mit Führungswechseln und mehreren Unentschieden. In der 33. Minute lag Ehingen vorn, Rostock schaffte kurz darauf erneut den Ausgleich. Doch die Gastgeber ließen nicht locker und bissen sich ins Spiel. Sie wollten sich nach elf Niederlagen in Serie wieder mit einem Erfolgserlebnis belohnen. 74 Sekunden vor dem Ende erhöhte Hasbargen an der Freiwürfe auf fünf Zähler Abstand – die Hoffnungen auf einen Rostocker Sieg verblassten. Doch nach einer letzten Rostocker Auszeit schulterte Lofton die Schlussoffensive, gefolgt vom krönenden Siegtreffer durch Donte Nicholas.

SEAWOLVES-Coach Dirk Bauermann nach dem Spiel: „Es war ein sehr glücklicher Sieg für uns. Absolute Hochachtung vor Coach Domenik Reinboth und seiner Mannschaft. Es ist bemerkenswert, mit welcher Energie und Galligkeit Ehingen heute aufgetreten ist. Ich bin nicht zufrieden mit unserer Verteidigung und unserem Spiel. Wir sind in einer Situation, in der wir wissen, dass wir gewinnen müssen, um noch eine Chance auf die Playoffs zu haben. Da muss man einfach mehr investieren. Wir haben gewonnen, aber Ehingen war heute der moralische Sieger.“

Das nächste Heimspiel in der StadtHalle Rostock bestreiten die SEAWOLVES am Freitag, den 13. März um 19:30 Uhr gegen die RÖMERSTROM GLADIATORS Trier, präsentiert von BDO. Tickets für die Partie gegen die Eisbären sind online erhältlich auf tickets.seawolves.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Viertelstände (EHI-HRO): 16:18, 26:26, 26:28, 22:19

Punkteverteilung

Rostock: Alte (2), Bogdanov (0), Diouf (18), Hicks (0), Jost (3), Lofton (21), Marin (12), Nicholas (18), Pwono (2), Sitton (15).

Ehingen: Albrecht (3), Alston (14), Aunitz (0), Gille (7), Hasbargen (33), Hawkins (6), Jonah (10), Scheive (9), Strangmeyer (8).

Quelle: EBC Rostock, Seawolves