Auf den Befreiungsschlag folgt das zweite Gold

Elena Krawzow: © Ralf Kuckuck / DBS

Para Schwimmen-EM: Elena Krawzow schnappt sich zeitgleich mit der Britin Hannah Russel ihren zweiten EM-Titel – Torben Schmidtke kĂ€mpft sich mit tollem Finish zu Silber – Erneute Bronzemedaille fĂŒr Verena Schott

Frechen/Dublin, 15. August 2018. Da hat sich Elena Krawzow selbst ĂŒberrascht: Weniger als 24 Stunden nach ihrem Befreiungsschlag mit der ersehnten Goldmedaille ĂŒber ihre Paradestrecke 100 Meter Brust durfte die 24-JĂ€hrige erneut jubeln und schnappte sich bei den Para Schwimmen-Europameisterschaften im National Aquatic Centre in Dublin ihren zweiten Titel – zeitgleich mit der Britin Hannah Russel ĂŒber 50 Meter Freistil. Außerdem freuten sich Torben Schmidtke ĂŒber eine ĂŒberraschende Silbermedaille und Verena Schott ĂŒber ihre zweite Bronzemedaille – ein kompletter Satz Edelmetall fĂŒr Deutschland.

„Das kam fĂŒr mich selbst völlig unerwartet“, sagt Elena Krawzow lachend nach ihrem ĂŒberraschenden zweiten Streich bei dieser EM. Mehr als zwei Jahre musste sie auf ein Erfolgserlebnis warten, jetzt hat die 24-JĂ€hrige bereits Doppel-Gold im GepĂ€ck fĂŒr den RĂŒckflug – Balsam fĂŒr die Seele der Athletin vom Berliner Schwimmteam, die bei großen internationalen WettkĂ€mpfen noch nie zwei Titel ergatterte. „Ich bin nicht als Favoritin angetreten, sondern bin die Strecke geschwommen, weil es mir Spaß macht. Ich bin mega happy, weil ich in dieser Disziplin zuvor noch nichts gewonnen habe. Zudem bin ich persönliche Bestzeit geschwommen und endlich unter 28 Sekunden geblieben“, freut sich Krawzow. Über 50 Meter Freistil schlug sie in der Startklasse S12 zeitgleich mit der aktuellen Paralympics-Siegerin Hannah Russel (Großbritannien) in 27,94 Sekunden an. Zwei Goldmedaillen innerhalb von 24 Stunden – entsprechend breit grinste Elena Krawzow auf dem Podium bei der Siegerehrung.

Ebenfalls das zweite Edelmetall gewann Verena Schott. Über 100 Meter Brust holte die 29-JĂ€hrige vom BPRSV Cottbus in der Startklasse SB5 erneut Bronze und verpasste Silber dabei nur um zwölf Hundertstel. „Das Rennen war ganz schön hart. Die ersten 50 Meter fĂŒhlten sich noch richtig gut an, aber danach war der Ofen aus nach den 200 Meter Lagen am Vortag. NatĂŒrlich hĂ€tte ich gerne Silber gewonnen, zumal es sehr knapp war, doch ich bin super zufrieden mit meiner Zeit“, sagt Verena Schott, die die Strecke in 1:44,66 Minuten bewĂ€ltigte.

Grund zum Jubeln hatte auch Torben Schmidtke. Der 29-JĂ€hrige vom SC Potsdam holte nach zuvor verkorkster Saison ĂŒber 100 Meter Brust (SB7) am Ende alles aus sich heraus und kĂ€mpfte sich auf den letzten Metern angefeuert von Familie und Freunden von Platz vier auf Platz zwei. EM-Silber – trotz achtwöchiger Zwangspause in der Vorbereitung und neuer Startklasse mit schnelleren, weil weniger beeintrĂ€chtigten Kontrahenten. Doch Schmidtke biss auf die ZĂ€hne, blendete die Hiobsbotschaften aus und schwamm mit tollem Finish in 1:27,00 Minuten auf Rang zwei. „Das war ein richtig spannendes Rennen. Ich habe die letzten Meter so hart gekĂ€mpft und Silber ist herausgekommen, das hĂ€tte ich niemals im Leben gedacht“, jubelt Schmidtke. Teamkollege Tobias Pollap (32, Hattingen, SG Bayer) wurde im selben Rennen in 1:28,16 Minuten FĂŒnfter.

Dazu holte das deutsche Team noch fĂŒnf sechste PlĂ€tze durch Gina Böttcher (17, Brandenburg an der Havel, SC Potsdam) ĂŒber 50 Meter Brust, Taliso Engel (16, Lauf an der Pegnitz, SG Bayer) ĂŒber 200 Meter Lagen, Neele Labudda (15, LĂŒbeck, Hanse SV Rostock) ĂŒber 50 Meter Freistil sowie Peggy Sonntag (19, Oschatz, BV Leipzig) und Katherina Rösler (16, Rostock, Hanse SV Rostock) jeweils ĂŒber 100 Meter Brust. Damit hat die Nationalmannschaft von Bundestrainerin Ute Schinkitz nach drei von sieben Wettkampftagen bereits viermal Gold, zweimal Silber und fĂŒnfmal Bronze auf dem Medaillenkonto. Noch bis zum 19. August schwimmt in Dublin die europĂ€ische Para Schwimm-Elite um die begehrten Titel.

Torben Schmidtke: © Andreas Joneck / DBS

Das deutsche EM-Aufgebot 2018:
Jasmin Beutler (17, Cottbus, SC Potsdam), Gina Böttcher (17, Brandenburg an der Havel, SC Potsdam), Malte Braunschweig (18, Berlin, Berliner Schwimmteam), Fabian Brune (17, Attendorn, VfG Finnentrop), Marlene Endrolath (17, Göppingen, Berliner Schwimmteam), Taliso Engel (16, Lauf an der Pegnitz, SG Bayer), Denise Grahl (25, Schwerin, Hanse SV Rostock), Adam Karas (17, Unna, Schwimmfreunde Unna), Elena Krawzow (24, Nowowoskresenowka/Kasachstan, PSC Berlin), Neele Labudda (15, LĂŒbeck, Hanse SV Rostock), Tobias Pollap (32, Hattingen, SG Bayer), Katherina Rösler (16, Rostock, Hanse SV Rostock), Torben Schmidtke (29, Schwerin, SC Potsdam), Maike Naomi Schnittger (24, Yokohama/Japan, SC Potsdam), Verena Schott (29, Greifswald, BPRSV Cottbus), Daniel Simon (29, Darmstadt, VSG Darmstadt), Peggy Sonntag (19, Oschatz, BV Leipzig), Josia Topf (15, Erlangen, SV Erlangen), Johannes Weinberg (16, Oberstdorf, TV 1860 Immenstadt).

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