Im Gespräch mit Uwe Moldenhauer vom 1. Skatclub Herz Bube Wismar

Die Karten lügen bekanntlich nicht. Die Kleinen beginnen mit dem „Schwarzen Peter“, die Großen treffen sich da schon zu „Skat-Runden“. Und weil in Deutschland alles so schön organisiert ist und in jeder Aktivität auch Sportivität entdeckt wird, gibt es für das Skat-Spiel seit fast 120 Jahren einen Deutschen Skat-Verband. Gegründet 1899 in der Halloren-Stadt Halle/Saale. Freilich weit früher, so Anfang des 19. Jahrhunderts, entstand das Skat-Spiel in Altenburg.

Seither wurde darum gerungen, wer denn nun der Beste ist. Sogar Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gibt es inzwischen. Dabei sind die Deutschen die Dominatoren „am Blatt“. Was ist nun das Faszinierende am Skat? Nachgefragt bei Uwe Moldenhauer, dem Vorsitzenden des 1. Skatclubs Herz Bube Wismar.

Skat

Skat Symbolfoto

Interview

„Das Faszinierende sind die unglaublich vielen Möglichkeiten…“

Frage: Was begeistert Sie, Herr Moldenhauer, am Skat?

Uwe Moldenhauer: Das Faszinierende am Skat sind die unglaublich vielen Möglichkeiten, die es im Skatspiel gibt. Jede Situation ist eine andere.

Frage: Skat ist seit Jahrhunderten ein Gesellschaftsspiel, das zum Denken anregt und Emotionen schürt. Wie sportlich ist aber nun Skat, denn es gibt ja mittlerweile sogar WM und EM?

Uwe Moldenhauer: Auch wenn wir nicht laufen oder ähnlich aktiv sind, so spielen wir im Deutschen Skat-Verband Skat als Sport. Es gibt Einzel-, Tandem-, Mannschafts-, Senioren-, Schüler- und Jugendmeisterschaften, Spiele im Liga-Spielbetrieb, wie zum Beispiel beim Fußball, und vieles mehr.

Frage: Wie sind Sie eigentlich zum Skat gekommen?

Uwe Moldenhauer: Ich stand mit 13 Jahren hinter meinem Vater und habe zugeschaut. So wurde das Interesse geweckt und der Spaß daran wurde immer mehr.

Frage: Wie verlief das bisherige Skat-Jahr für die „Herz Buben“ und speziell für Sie? Welche Höhepunkte stehen noch auf dem Programm?

Uwe Moldenhauer: Das Jahr 2018 stand im Zeichen der Gründung des neuen Vereins, da meine Ehefrau und ich aus persönlichen Gründen die Karo Buben in Wismar, den Verein, den ich gegründet und in mehr als 27 Jahren zu dem gemacht habe, was er bis Ende 2017 in Deutschland war – anerkannt und beliebt – verließen. Wir haben an Meisterschaften teilgenommen und ich gab meine Erfahrungen an die Jugendlichen in einer Arbeitsgemeinschaft weiter. Beim Deutschen Seniorenpokal belegte ich im einzel Platz 9, im Tandem mit meinem Partner Platz 6, und in einer gemischten Mannschaft Platz 2.

Frage: Wie viele Skat-Spielerinnen und –Spieler gibt es aktuell eigentlich bei den Herz Buben?

Uwe Moldenhauer: Momentan sind wir 3 Erwachsene und 5 Jugendliche.

Frage: Wie groß ist die Anzahl der organisierten Skat-Spielerinnen und –Spieler im Land? Wo sind die mecklenburgischen Skat-Hochburgen?

Uwe Moldenhauer: Die Zahl der organisierten Spieler in MV beläuft sich auf ungefähr 350. Die Skat-Hochburg, leistungstechnisch betrachtet, war bis 2017 ganz klar Wismar. Aber es wird auch in Wolgast, Grebs, Güstrow, Rostock, Franzburg, usw. eine gute Skatarbeit geleistet.

Frage: Was unterscheidet eigentlich Skat-Spielerinnen und Skat-Spieler in der Spielweise? Am Ende gewinnen ja meistens die Herren bei gemischten Turnieren…

Uwe Moldenhauer: Es gibt schon ein paar sehr gute Damen in Deutschland. Der Prozentsatz ist allerdings relativ gering. Die Herren sind überwiegend abgeklärter, die eine oder andere Dame erkennt die Spiele in ihrer Hand etwas pessimistischer als die Herren. Es fehlt vielleicht das gewisse vertretbare Risiko.

Frage: Wann sind die nächsten Skat-Turniere in M-V?

Uwe Moldenhauer: Auf „dskv.de“ sind die wichtigsten regionalen, nationalen und internationalen Turniere im Skat zu finden.

Dann immer ein gutes Blatt!

M.Michels

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  • Die erste WM fand 1978 in Anaheim/USA statt. Damals triumphierten bei den Herren Helmut Voss und bei den Frauen Marianne Kaseckert.
  • Europäische Titelkämpfe gibt es seit 1979.