BVMV-Präsident Daniel Havlitschek über die noch junge Saison der „Rostock Seawolves“ und das internationale Basketball-Geschehen

Die letzten Wochen verliefen basketballsportlich äußerst spannend. Vor allem die Damen hatten „am Korb“ viel zu tun. Auf Teneriffa wurden die US-Amerikanerinnen wieder Weltmeisterinnen. In Udine/Italien erspielten sich die deutschen Damen Mitte August überraschend die U 18-Europameisterschaft. Im Finale konnte sich das Team von Bundestrainer Stefan Mienack mit 67:54 gegen Spanien durchsetzen.

Im heimischen Mecklenburg-Vorpommern steht Basketball untrennbar mit dem Namen „Rostock Seawolves“ in Verbindung. Nachgefragt bei Daniel Havlitschek, Präsident des Basketballverbandes M-V…

Interview

Frage: Die Saison in der zweiten Herren-Basketball-Bundesliga ist noch jung. Wie beurteilen Sie die bisherigen Ergebnisse der „Rostock Seawolves“?

Daniel Havlitschek: Die Seawolves sind absolut zufriedenstellend in ihre Premieren-Saison in einer sehr stark besetzten „BARMER zweite Basketball-Bundesliga“ gestartet.

Die Wölfe haben gezeigt, dass im Sommer gute Arbeit geleistet wurde und das Team absolut bereit für die Liga ist. Es waren einige knappe Spiele dabei. Daher wäre sicher auch noch ein Sieg mehr drin gewesen oder eben auch eine Niederlage… So ist der Sport und von daher ist der aktuelle Tabellenplatz (Platz sieben nach sechs Spielen bei sechzehn Teams) sicherlich realistisch und für einen Aufsteiger völlig in Ordnung.

Basketball

Basketball – Symbolfoto

Frage: Aktuell war es bei der WM und der U 18-EM der Frauen spannend . Wie beurteilen Sie den Erfolg der deutschen U 18-Mädel?

Daniel Havlitschek: Dieser unerwartete Erfolg ist das Ergebnis jahrelanger struktureller Aufbauarbeit des Deutschen Basketball-Bundes. Der Mädchen- und Damen-Basketballsport wurde recht lange sehr stiefmütterlich betrachtet, was sich jedoch gerändert hat und hoffentlich einen Aufmerksamkeitsschub für den weiblichen Basketball in ganz Deutschland mit sich bringt!

Frage: Im nächsten Jahr wird in China die WM der Herren ausgetragen (31.08. bis 15.09.2019). Wie schätzen Sie gegenwärtig das internationale Kräfteverhältnis bei den Herren ein? Die USA spielen wohl „in einer eigenen Liga“…

Daniel Havlitschek: Sicherlich nehmen die USA noch immer einer Sonderstellung ein, wobei der Abstand zum Rest der Welt kleiner geworden ist. Viele Nationen, wie Spanien, Serbien, Australien, Frankreich und Litauen, haben aufgeholt und können den USA zumindest die Stirn bieten. Ob es für ein ganzes Spiel reicht, muss man sehen.

Auch das deutsche Team mit vielen jungen Talenten hat international aufgeholt und sich ungeschlagen für die WM qualifiziert. In Anbetracht der vielen jungen Spieler im deutschen Team sehe ich unsere Nationalmannschaft als ein langfristiges Projekt, vor allem ein vielversprechendes. Es wird sehr interessant zu sehen sein, wie weit die Reise bereits in China gehen kann.

Letzte Frage: Zurück zum Basketball in M-V… Wie viele Aktive gibt es eigentlich hierzulande? Wie viele Vereine bieten Basketball an?

Daniel Havlitschek: Aktuell spielen rund 2.000 Basketballerinnen und Basketballer im Land, aufgeteilt auf in etwa 25 Vereine. Wir verzeichnen seit Jahren ein stetes Wachstum und hoffen, dass dieser Trend weiter anhält und noch mehr Basketball-Talente zum Ball greifen und Vereine überall im Land entstehen!

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Basketballsport in M-V!

M.Michels

Die Frauen-WM auf Teneriffa in Zahlen

Die Welttitelkämpfe 2018 fanden vom 22. September bis 30. September statt. Für die Endrunde hatten sich 16 Teams qualifiziert. Die USA setzten sich schließlich vor Australien, Spanien und Belgien durch. Zur „wertvollsten Spielerin“ der WM wurde die Amerikanerin Breanna Stewart gewählt. Zur Top-Scorerin avancierte die Australierin Liz Cambage.

Für die USA bedeutete der WM-Titel der zehnte Erfolg seit 1953, dem Jahr der WM-Premiere im Frauen-Basketball (damals in Chile). Die beste WM-Platzierung einer deutschen Frauen-Mannschaft ist der vierte Rang der DDR von 1967 in der Tschechoslowakei.