Spannung zwischen Rasen, Parkett und Eisfläche

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Mitten im (sommer-)olympischen Zyklus 2016-2020 mit dem Höhepunkt Olympia 2020 in Tokyo gibt es 2018 eine Reihe von Weltmeisterschaften in den Ball-Teamsportarten, wobei die kommende Fußball-WM der Männer in Russland den fußballsportlichen Höhepunkt allein darstellt. Das Turnier findet dabei vom 14.Juni bis 15.Juli statt, wobei das DFB-Team nach 1954, 1974, 1990 bzw. 2014 den fünften Titel anstrebt. Leistungsträger im DFB-Team ist natürlich wieder Toni Kroos, der gebürtige Greifswalder und frühere Hansa-Kicker.

Weitere wichtige „Ball“sport-WM 2018

Den Anfang machen in Berlin die Hallen-Hockey-Spielerinnen und -Spieler vom 7.Februar bis 11.Februar bei ihren WM. Die Feldhockeyspielerinnen und -spieler sind zudem weltmeisterlich gefordert: die Frauen vom 21.Juli bis 5.August in London und die Herren vom 28.November bis 16.Dezember in Bhubaneswar.

Im Frauen-Basketball gibt es hingegen vom 22.September bis 30.September die Welt-Titelkämpfe auf Teneriffa.

Trotz der olympischen Eishockey-Turniere (Frauen, Herren) im Februar 2018 in Pyeongchang gibt es für die Herren noch eine WM 2018, vom 4.Mai bis 20.Mai in Herning. Und weltmeisterlicher Hallen-Volleyballsport wird in diesem Jahr ebenfalls geboten: vom 10.September bis 30.September im Herren-Volleyball  in Italien und vom 30.September bis 21.Oktober im Damen-Volleyball in Japan – dort sicherlich mit reger Beteiligung von SSC-Spielerinnen.

Wie war das weltmeisterliche Ballsport-Geschehen aber noch vor 40 Jahren, 1978?!

Blickt man auf das ballsportliche Geschehen vor 40 Jahren zurück – insbesondere auf die Teamsportarten – so war es 1978, zwischen Olympia in Montreal 1976 und Olympia in Moskau 1980 ähnlich.

Es gab eine Fußball-WM in Argentinien, die der Gastgeber vor den Niederlanden und Brasilien gewann. Deutschland als Titelverteidiger von 1974 scheiterte im entscheidenden Spiel um den Einzug in das damalige Halbfinale an Österreich mit 2:3. Na ja, Österreich ist 2018 ja nicht dabei.

Italiens Wasserballer entschieden das WM-Turnier in Berlin (West) für sich. Das Basketball-WM-Turnier 1978 der Herren auf den Philippinen war „eine Angelegenheit“ für Jugoslawien.

Die weltmeisterlichen Feldhockey-Turniere der Herren in Pakistan und der Damen in Spanien endeten mit den Gesamt-Erfolgen der pakistanischen Herren und den niederländischen Frauen.

Die WM im Herren-Eishockey gewann die Sowjetunion vor der Tschechoslowakei und Kanada. WM-Gold im Hallen-Volleyball erkämpften die kubanischen Frauen (in der UdSSR) und die sowjetischen Herren (in Italien).

Handball-Gold 1978 für beide Deutschländer

Zwei Handball-Legenden aus M-V im Gespräch. Foto: Wolfgang Gross

Außerdem wurden WM-Turniere im Herren-Handball und im Frauen-Handball ausgetragen. Bei der Frauen-WM in der Tschechoslowakei gab es nach 1971 bzw. 1975 wieder einen Weltmeistertitel für die DDR – mit den Spielerinnen des SC Empor Rostock Hannelore Burosch und Sabine Röther und den Trainern Peter Kretzschmar/Klaus Franke.

WM- Bronze erspielten 1978 bei den Herren-WM in Dänemark die Rostocker Frank-Michael Wahl, Wolfgang Böhme bzw. Helmut Wilk. Im „kleinen Finale “ wurde Dänemark mit 19:15 geschlagen. Zum Überraschungs-Weltmeister avancierte das bundesdeutsche Team von Bundestrainer Vlado Stenzel unter anderem mit Manfred Hofmann, Erhard Wunderlich und Heiner Brand, welches die UdSSR im Finale knapp mit 20:19 bezwang – seinerzeit endlich wieder WM-Gold im Hallen-Handball für ein deutsches Team nach Gold bei der WM-Premiere 1938 durch die damalige deutsche Auswahl.

Leider läuft es aktuell nicht optimal im deutschen Handball-Sport: Die deutschen Damen scheiterten bei der Heim-WM 2017 bereits im Achtelfinale und die deutschen Herren wurden als Titelverteidiger von 2016 bei der EM 2018 in Kroatien nur Neunter. Neuer Europameister im Hallen-Handball der Herren wurde Spanien.

Vom „großen“ Ballsport auf der internationalen Bühne in Historie und Gegenwart zum Ballsportgeschehen in M-V im Januar 2018.

Am letzten Januar-Wochenende 2018 war auch wieder in den verschiedenen ballsportlichen Ligen – von Liga eins bis vier – mit MV-Beteiligung wieder Hochbetrieb.

Das Handball-Geschehen mit M-V zwischen Liga drei und OOS

In der Oberliga-Ostsee-Spree 2017/18 der Damen und Herren im Handball gab es fünf Begegnungen mit MV-Teams. Im Damen-Handball war es der 14.Spieltag (von 22). Die TSG Wismar bezwang zu Hause die HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst mit 24:19. Der Rostocker HC schaffte beim TSV Rudow ein 22:20. Beide MV-Teams sind vorn dabei.

Im Herren-Handball war die Bilanz aus M-V-Sicht folgende: Grünheider SV versus SG Uni Greifswald/Loitz 27:34, HSV Insel Usedom versus VfV Spandau 29:19 und der Stralsunder HV versus HV GW Werder 32:27. Der Bad Doberaner SV von 1990 hatte spielfrei. Der Stralsunder HV ist nach wie vor als Zweiter (15 von 26 Spieltagen) bester MV-Verein in der Oberliga Ostsee-Spree der Herren.

In der dritten Handball-Liga der Frauen hatte der bisherige Tabellen-Achte, der SV Grün-Weiß Schwerin, ein schweres Auswärtsspiel beim TV Oyten und gewann mit 25:23.

Auch zwei mecklenburgische Teams, allerdings in der dritten Handball-Liga der Herren, waren zum Januar-Finale 2018 „auf dem Parkett“: der HC Empor Rostock, derzeit Tabellen-Dreizehnter, beim Oranienburger HC (Ergebnis 20:21) und die Mecklenburger Stiere Schwerin, momentan Tabellen-Vierter, zu Hause gegen den VfL Fredenbeck (Ergebnis 33:27).

FC Hansa in der dritten Fußball-Liga wieder aktiv

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Die Liga-Winterpause wurde am 27.Januar auch für den FC Hansa Rostock (Tabellenfünfter, mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz, also nach 20 von 38 Spielen 2017/18) beendet, nachdem das Auswärtsspiel bei Sonnenhof Großaspach am 20.Januar wegen Unbespielbarkeit des dortigen Rasens ausfallen mußte. Im Ostseestadion empfingen die Hansa-Kicker den FC Rot-Weiß Erfurt und siegten mit 3:1.

Anmerkung am Rande: In der NOFV-Oberliga Nord rangieren die MV-Vertreter derzeit auf Rang sechs (FC Anker Wismar), Rang neun (FC Hansa Rostock II), Rang zehn (Torgelower FC Greif), Rang zwölf (Malchower SV 90) und Rang 16 (FC Mecklenburg Schwerin).

Am 27.Januar 2018 fiel bei den Fußballerinnen von M-V übrigens die Titelentscheidung in der Halle. Die Endrunde der offiziellen Landesmeisterschaft des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommer (LFV M-V) um den AOK-Futsal-Cup 2018 fand dabei in der Rostocker OSPA-Arena statt – Siegerinnen: der 1.FC Neubrandenburg 04.

Des Weiteren gab es den achten Doberaner Budenzauber im Hallen-Fußball in Bad Doberan mit fünf Turnieren in den verschiedenen Altersklassen und insgesamt 44 Mannschaften.

Rostock Seawolves mit Erfolg in Itzehoe

Auch im Basketball ging es „hoch her“… In der zweiten Basketball-Liga der Herren hatten die Rostock Seawolves, Tabellen-Vierter, ein schwieriges Auswärtsspiel bei den Itzehoer Eagles und triumphierten mit 86:74.

Volleyball-Mannschaften aus M-V zudem gefordert

Volleyball – Symbolfoto

Vier Mannschaften aus M-V mußten zwischen Liga eins und drei im Volleyball-Sport am 27./28.Januar ihr Können unter Beweis stellen, so der Schweriner SC (Tabellen-Dritter nach 13 von 20 Spieltagen der Hauptrunde) in der ersten Bundesliga der Frauen zu Hause gegen VfB Suhl Lotto Thüringen (Ergebnis: 3:0-Sieg), die Stralsunder Wildcats (Tabellen-Dritter nach 15 von 24 Spieltagen) in der zweiten Bundesliga der Frauen auswärts gegen VC Allbau Essen-Borbeck (Ergebnis: 3:0-Sieg), der SV Warnemünde (Tabellen-Zwölfter nach 15 von 24 Spieltagen) in der zweiten Bundesliga der Herren zu Hause gegen TVA Hürth (Ergebnis: 3:2-Sieg, damit Tabellen-Zehnter), der 1.VC Parchim (Tabellen-Neunter nach 10 von 16 Spieltagen) in der dritten Liga der Frauen bei der SG Rotation Prenzlauer Berg (Ergebnis: 3:2, damit Tabellen-Achter) und der PSV Neustrelitz (Tabellen-Vierter nach 12 von 18 Spieltagen) in der dritten Liga der Herren beim SV Preußen Berlin (Ergebnis: 2:3-Niederlage).

Ebenfalls am Puck aktiv – M-V und die Rostock Piranhas

Passend, kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang ab 9.Februar, hatte auch das Eishockey-Team der Rostock Piranhas (derzeit Dritter) zwei Einsätze in der Oberliga Nord (Qualifikationsrunde) Ende Januar – auswärts gegen ECC Preußen Berlin (4:3 Sieg) und daheim gegen die Hamburg Crocodiles (1:5 Niederlage).

 


 

Historisches zum Eishockey-Sport aus M-V-Sicht

Ein Blick in die olympische Eishockey-Geschichte sei auch den Mecklenburgern und Vorpommern, so kurz vor Pyeongchang 2018, gegönnt. Vor 50 Jahren, bei den Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble, erreichten auch die DDR-Eishockey-Spieler mit ihrer Teilnahme an der Finalrunde Beachtliches. Einer dieser Spieler war 1949 der in Grapzow geborene Dietmar Peters. In Rostock erlernte Peters das Eishockey spielen und nahm 1968 an den Olympischen Winterspielen in Grenoble teil. Dort wurde er als Neunzehnjähriger mit der DDR-Auswahl Achter – und war damit allerdings nicht der einzige Mecklenburger im DDR-Eishockey-Team 1968. Denn: Mit Petra Prusa, Jahrgang 1944, stand damals auch ein gebürtiger Rostocker im DDR-Team.  Und zusätzlich war auch Bernd Karrenbauer, der zunächst in Rostock (bei der SG Dynamo Rostock), dann beim SV Dynamo Berlin aktiv war, in der DDR-Mannschaft aktiv. Bernd Karrenbauer wurde dabei ebenfalls in Mecklenburg geboren, 1944 in Rom bei Parchim.

DDR-Team 1968 mit beachtlichen Resultaten

Den DDR-Eishockey-Cracks gelang ein Sieg gegen Norwegen mit 3:1 und erreichte auch gegen die USA (4:6), Finnland (2:3), Schweden (2:5) und die Bundesrepublik (2:4) achtbare Resultate. Lediglich die Spiele gegen die UdSSR (0:9), gegen Kanada (0:11) und die Tschechoslowakei (3:10) verliefen suboptimal.

Ansonsten machten die „Großen Vier“, die UdSSR, Schweden, Kanada und die Tschechoslowakei, die damaligen Olympiamedaillen unter sich aus. Dabei lieferten sich die vier Teams fast ausschließlich spannende Duelle untereinander. Lediglich das 5:0 der UdSSR über Kanada war sehr deutlich.

Die „Ahornblätter“ wiederum bezwangen Schweden mit 3:0 und waren auch gegen die CSSR mit 3:2 siegreich. Die Tschechoslowakei konnte jedoch die SU mit 5:4 bezwingen und spielte gegen Schweden 2:2. Schweden lieferte sich auch gegen die SU eine denkwürdige Partie und zog mit 2:3 äußerst knapp den Kürzeren.

UdSSR in Grenoble 1968 mit Goldmedaille

Letztendlich entschied die UdSSR mit Trainer Arkadi Tschernyschow das Olympia-Turnier 1968 für sich, vor der Tschechoslowakei, Kanada, Schweden, Finnland, den USA, Westdeutschland und der DDR mit Trainer Rudi Schmieder.

Beste Spieler waren damals der Goalie Ken Broderick (Kanada), Anatoli Firsow (UdSSR) als bester Scorer und Josef Horesovsky (CSSR) als bester Verteidiger.

Für „Team Canada“, das von Jackie McLeod trainiert und von Pater David Bauer gemanagt wurde, sollte die Bronzemedaille in Grenoble das vorerst letzte olympische Edelmetall bis 1992 bedeuten… Erst in Albertville 1992 eroberten die Kanadier mit Silber wieder eine olympische Medaille im Eishockey. Kanada ist jedoch Rekord-Olympiasieger bei den Herren (neun Goldmedaillen, zuletzt 2014) vor Russland (einschließlich UdSSR und GUS, acht Goldmedaillen).

Bekannter Eishockeyspieler aus Greifswald…

Ein bekannter Eishockey-Crack aus M-V ist ebenfalls Friedhelm Bögelsack (189 DDR-Länderspiele), der 1955 in Greifswald geboren wurde, 189 Länderspiele für die DDR absolvierte und im September  2015 junge „60“ wurde.

Der Greifswalder nahm dabei an drei A-WM (plus acht B-WM) teil, 1978 in Prag als die UdSSR vor der CSSR und Kanada Weltmeister wurde, 1983 in Westdeutschland als wieder die „Sbornaja“ vor der CSSR und Kanada triumphierte sowie 1985 in Prag als die CSSR vor Kanada und der UdSSR siegreich blieb.

Für ihn gab es in seiner aktiven  Laufbahn zahlreiche Höhepunkte. Dazu Friedhelm Bögelsack: „Es gab sehr schöne Augenblicke, denke ich an die beiden Spielzeiten 1977 bzw. 1978 bzw. 1983 bzw. 1984 als ich mit dem SC Dynamo Berlin Dritter im Europapokal wurde oder an das Jahr 1983 als die DDR-Auswahl Platz sechs bei der WM bzw. Rang fünf in der EM-Wertung belegte.

Wir waren doch damals gerade einmal 50 Eishockeyspieler in der DDR und erreichten trotz der alles andere als üppigen personellen Basis Herausragendes. Das hängt eben damit zusammen, dass wir viel intensiver trainierten. Fünf bis sechs Stunden täglich waren wir auf dem Eis.

Das ist heute, bei weitaus besseren personellen Bedingungen, ja leider verpönt. Aber nur durch ein intensiveres und umfangreicheres Training wird es gelingen, das deutsche Eishockey international wieder konkurrenzfähig zu machen.  Andere Länder, ob Schweden, aber auch die Schweiz oder Österreich, um nur drei Beispiele zu nennen, machen es uns doch vor.“

Nun sind die aktuellen Eishockey-Blicke jedoch zu den Winterspielen in Pyeongchang gerichtet.

 

Text: Marko Michels