Rostocker Doppelerfolg beim 48.Müritz-Schwimmen

Gerade fanden noch die 17.Weltmeisterschaften im Schwimmsport in Juli statt, bei denen im Becken-Schwimmen die USA mit 38 Medaillen, darunter 18 x Gold, und im Langstrecken-Schwimmen Frankreich mit 6 Medaillen, darunter 4 x Gold, die erfolgreichsten Nationen stellten, da ging es am ersten August-Wochenende 2017 gleich weiter zum Weltcup im Becken-Schwimmen nach Berlin und an die Müritz – zum dortigen traditionsreichen Langstrecken-Schwimmen, dem Müritz-Schwimmen, das in diesem Jahr seine 48.Auflage feierte.

Und sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gab es beim 48.Müritz-Schwimmen Rostocker Erfolge. So siegte bei den Frauen Sarah Wendt und bei den Herren Jonas Mier. Beide hatten kürzlich auch das 16.Warnow-Schwimmen für sich entschieden.

Beim gleichzeitig durchgeführten 2.MÜRITZMAN 3.8 war Laura Lang aus Biesenthal die Beste in der Gesamt- und Frauen-Entscheidung. Bei den Herren gewann Jelger Westendorf aus Kritzmow.

Vor mehr als 120 Jahren: Die ersten olympischen Schwimm-Wettkämpfe der Neuzeit

Ja, inzwischen gilt auch im Schwimmsport die „Frauen-Power“… Das war bei den Schwimm-Wettkämpfen der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit vor mehr 120 Jahren, 1896 noch etwas anders. Damals gab es Edelmetall auf vier Strecken, um das sich neunzehn Schwimmer, also nur Schwimmer, keine Schwimmerinnen, aus vier Ländern bemühten, fünfzehn aus Griechenland, zwei aus Österreich und je einem aus Ungarn und den USA. Am 11.April wurden seinerzeit die Wettbewerbe über 100 Meter Freistil, 200 Meter Freistil, 500 Meter Freistil und 100 Meter Freistil für Matrosen (!) in der Bucht von Zea bei Piräus ausgetragen.

Zwei Siege erkämpfte der Ungar Alfred Hajos (100 Meter Freistil, 200 Meter Freistil), einen Sieg der Österreicher Paul Neumann (500 Meter Freistil) und einen Sieg der Grieche Ioannis Malonikis (100 Meter Freistil für Matrosen). Letztendlich verteilten sich die 11 ersten drei Plätze auf Ungarn (zweimal Rang eins), Griechenland (einmal Rang eins, dreimal Rang zwei, dreimal Rang drei) und Österreich (einmal Rang eins, einmal Rang zwei).

Olympische Schwimm-Meilensteine für M-V

Für das heutige Mecklenburg-Vorpommern wurde die erste olympische Schwimm-Medaille 1960 in Rom gewonnen. Bärbel Fuhrmann vom SC Empor Rostock belegte über 4 x 100 Meter Lagen zusammen mit Ingrid Schmidt, Ursula Küper und Ursel Brunner den Bronze-Rang mit der gesamtdeutschen Staffel hinter den USA und Australien.

Der erste Schwimmer „aus M-V“, der eine Olympia-Medaille erkämpfte, war hingegen Frank Wiegand (ASK Vorwärts Rostock). Frank Wiegand schaffte am 14.Oktober 1964 bei den Spielen in Tokyo Silber mit der gesamtdeutschen Staffel, zusammen mit Horst Löffler, Uwe Jacobsen und Hans-Joachim Klein. Erster wurde die USA und Dritter die australische Staffel.

Und die ersten olympischen Goldmedaillen im Schwimmen errang bei den Spielen 1976 in Montreal die gebürtige Schwerinerin Andrea Pollack (SC Dynamo Berlin), die vor vierzig Jahren unter anderem Gold über die 200 Meter Schmetterling und über die 4 x 100 Meter Lagen holte.

Marko Michels

Foto/Michels