Dolphins retten Vorsprung ĂŒber die Zeit

SV Fortuna 50 Neubrandenburg – Rostocker HC 29:32 (13:20)

Neubrandenburg – Die Damen des Rostocker HC haben ihren Platz im Spitzenfeld der Oberliga Ostsee- Spree an diesem Wochenende behaupten können. Am Samstagnachmittag feierten die Rostock Dolphins einen 32:29- AuswĂ€rtssieg beim SV Fortuna ’50 Neubrandenburg und damit den siebten Erfolg im achten Saisonspiel. Hinter den Mannschaften von Pfeffersport und Spandau rangiert der RHC weiter auf dem dritten Tabellenrang. Am nĂ€chsten Wochenende kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem Spitzenreiter Pfeffersport.

Nicole Rotfuß war mit 6 Treffern erfolgreichste TorschĂŒtzin bei den Dolphins. Foto: Luschas
Nicole Rotfuß war mit 6 Treffern erfolgreichste TorschĂŒtzin bei den Dolphins. Foto: Luschas

In Neubrandenburg hatte man sich an diesem Tag fĂŒr ein großes Handballfest gewappnet. Zum viel zitierten „Höhepunkt des Spieljahres“ zog man eigens in die Mehrzweckarena „Jahnsportforum“ im SĂŒden der Stadt um. Unter dem Motto „Handball pur“ betrieb die Fortuna mit einem großen Heimspieltag und einem bunten Rahmenprogramm Werbung fĂŒr den Sport.

Die stimmungsvolle AtmosphĂ€re erwies sich fĂŒr die GĂ€ste aus Rostock als Motivation. Von Beginn an dominierten die SchĂŒtzlinge von Ute Lemmel das Geschehen. Victoria Schlegel markierte mit einem sehenswerten Heber das 8:3 (10.), und Heim- Trainer Torsten Feickert nahm eine frĂŒhe Auszeit. Ihre NervositĂ€t konnten seine Damen allerdings auch den folgenden Minuten nicht vollends ablegen, so dass der RHC seinen Vorsprung weiter behaupten konnte. Liza Johannisson bediente, kurz vor einem Schrittfehler, im letzten Moment Hanna Strack am Kreis, die konsequent zum 11:6 vollstreckte (17.). Die Delfine von der Ostsee zeigten sich im Angriffsspiel variabel und waren um einen druckvollen Aufbau bemĂŒht. Und auch wenn sich in der Defensive die eine oder andere Unstimmigkeit zeigte, hatte man mit Sara Peters im Tor einen zuverlĂ€ssigen RĂŒckhalt. Die junge Keeperin parierte mehrmals glĂ€nzend, vereitelte beispielsweise eine Neubrandenburger Doppelchance ĂŒberragend (21.). Die Gastgeberinnen setzten im ersten Durchgang alle drei nominierten TorhĂŒterinnen ein, doch Rostocks KapitĂ€nin Victoria Schlegel blieb kurz vor der Pause auch bei ihrem dritten Versuch von der Siebenmeterlinie gegen die die dritte Fortuna- Schlussfrau erfolgreich. So konnten die Dolphins mit einem 20:13- Vorsprung in die Halbzeit gehen.

Nach Wiederbeginn war man auf Rostocker Seite auf die Vorentscheidung aus. Ihre erste Überzahlsituation nutzten die GĂ€ste: Sara Peters traf in das verwaiste Neubrandenburger Tor (23:14/ 35.) und durfte ĂŒber ihr erstes Saisontor jubeln. SpĂ€testens als Alexandra Rohde mit ihrem ersten Treffer das 30:19 erzielte (47.), sah es nach einem deutlichen AuswĂ€rtssieg aus. Ute Lemmel nutzte den klaren Vorsprung und gab all ihren Spielerinnen die Möglichkeit, sich zu prĂ€sentieren. Dabei konnte die zweite Reihe im restlichen Spielverlauf allerdings nicht ĂŒberzeugen. In Anbetracht der deutlichen FĂŒhrung ließ man die nötige Konsequenz vermissen und verwaltete, milde ausgedrĂŒckt, sein beruhigendes Polster. Neubrandenburg zeigte indes Moral und stemmte sich gegen die drohende erste Heimniederlage der Saison. Hanna Naussed erzielte nach einem 6:0- Lauf ihrer Mannschaft das 25:30 (55.). Als Fortunas erfolgreichste Werferin Madlen Kloska (neun Tore) eingangs der letzten Spielminute auf 29:31 verkĂŒrzte, sah sich Ute Lemmel gezwungen, ihre grĂŒne Karte zu zĂŒcken und ihren Damen finale Instruktionen mit auf den Weg zu geben. Letztendlich setzte sich Alexandra Rohde zehn Sekunden vor dem Ende noch einmal durch und sorgte fĂŒr den Endstand von 32:29 fĂŒr den Rostocker HC.

„Schade, dass wir unseren klaren Vorsprung so leichtfertig verspielt und das heute nicht deutlicher gestaltet haben“, war Rostock KapitĂ€nin Victoria Schlegel nach dem Schlusspfiff nicht hundertprozentig zufrieden mit dem Spielverlauf. „Das war am Ende ein hartes StĂŒck Arbeit.“ Gemeinsam mit Nicole Rotfuß war die junge Ärztin erfolgreichste Werferin des RHC an diesem Tag. Beide trafen je sechsmal. In der Tat hatten die Rostockerinnen unnötigerweise in der Endphase noch einmal fĂŒr Spannung gesorgt, die dem Rahmen des Neubrandenburger Handballevents vielleicht entsprochen hat, dem NervenkostĂŒm des mitgereisten Rostocker Anhangs aber nicht zutrĂ€glich gewesen war. Durch die ĂŒber knapp 50 Minuten vorherrschende Dominanz war der dritte AuswĂ€rtssieg der Saison dennoch verdient.

Am kommenden Sonnabend sind die Rostock Dolphins erneut auswĂ€rts gefordert. Im Nachholspiel vom vierten Spieltag wird man vom TabellenfĂŒhrer erwartet. Erneut steht damit eine schwierige Aufgabe fĂŒr den RHC an: Die Damen von Pfeffersport sind mit 17:1 Punkten in dieser Spielzeit noch ungeschlagen. Am Samstag waren sie beim Tabellenletzten in AngermĂŒnde mit 33:26 erfolgreich. Anwurf in Berlin- Prenzlauer Berg ist um 17 Uhr.

Spielfilm:
2:1 (5.), 8:3 (10.), 10:6 (15.), 13:8 (20.), 17:10 (25.), 20:13 (30.) – 23:14 (35.), 26:17 (40.), 28:19 (45.), 30:20 (50.), 30:25 (55.), 32:29

Siebenmeter:
RHC: 4/4, Fortuna: 4/4

Zeitstrafen:
RHC: 10 Minuten, Fortuna: 4 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
N. Berger, S. Peters (1) – L. Dalinger (1), L. Johannisson (2), A. Rohde (2), F. KrĂŒger (1), C. Kellert (5/1), L. Bunke (1), J. Böhme (1), H. Strack (2), A. FrĂ€nk, N. Rotfuß (6), V. Schlegel (6/3), S. Powierski (4)

Text: Ulf Luschas / RHC

Scroll to Top