Noch wenige Wochen bis zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi…

Rostock hofft dabei auf die Teilnahme der Kurzbahn-Eisschnellläufer Torsten und Hannes Kröger vom ESV Turbine Rostock.

Allerbeste Chancen auf Winter-Olympia hat aber auch ein Bobsportler, der 1986 in Anklam geboren wurde: Marko Hübenbecker, der unter anderem 2012 WM-Dritter mit dem Vierer-Bob wurde und 2013 sogar Weltmeister.

Schlittensportliche Erfolgs-Serie a la M-V

Damit setzte Marko eine schlittensportliche Erfolgstradition „Made in M-V“ fort…

So erkämpfte nämlich der 1941 in Boblin geborene und heute in Varnkewitz/Rügen lebende Meinhard Nehmer als Aktiver WM-Gold 1977 im Vierer, WM-Silber 1979 im Vierer, WM-Bronze 1978 im Vierer und WM-Silber 1978 im Zweier. Höhepunkte seiner Karriere waren zweifellos die beiden Olympiasiege 1976 in Innsbruck-Igls und der Olympiasieg im Vierer  (plus Olympia-Bronze im Zweier) 1980 in Lake Placid.

Vierer-Bob-WM-Gold sicherte sich 1995 auch der 1967 in Neubrandenburg geborene Ulf Hielscher, der ein Jahr zuvor, 1994, Olympia-Bronze in Lillehammer erkämpft hatte.

Übrigens gemeinsam mit Carsten Embach … Der 1968 in Stralsund geborene Sportler holte insgesamt sogar viermal WM-Gold: 1995, 1997, 2000 und 2003, dazu noch WM-Silber 2001 (alles im Vierer). Als Krönung gab es 2002 Olympia-Gold (Vierer).

Der Zehnkampf-Weltmeister von 1987 und Zehnkampf-Olympiazweite von 1988 Torsten Voss, 1963 in Güstrow geboren und für den SC Traktor Schwerin als Leichtathlet startend, war ebenfalls ein hervorragender Bob-Sportler. Seine WM-Bilanz im Vierer: WM-Silber 1997, WM-Bronze 1995 und WM-Bronze 1996.

Petra Lammert, die einstige Kugelstoßerin des SC Neubrandenburg, war ebenfalls mit dem Bob ausgezeichnet unterwegs und sicherte sich 2012 die Vize-Europameisterschaft und Vize-Weltmeisterschaft.

M-V auch im beim Skeleton und Rennrodeln in der Vergangenheit gut dabei

Auch ein erfolgreicher deutscher Skeleton-Fahrer hat „M-V-Wurzeln“. Sandro Stielicke, 1986 in Teterow geboren, wurde 2009 Junioren-Weltmeister, in der Saison 2010/11 Gesamt-Weltcup-Zweiter und war 2010 außerdem Olympionike in Vancouver/Whistler.

Nicht zu vergessen sind die Rennrodlerinnen Ilse Geisler und Ute Rührold-Klawonn. Ilse Geisler, die spätere Wahl-Stralsunderin, wurde Weltmeister 1962 und 1963 sowie Olympia-Zweite 1964 und Ute Rührold-Klawonn, die spätere Wahl-Rostockerin,  gewann unter anderem EM-Gold 1972, WM-Silber 1973 und 1975, WM-Bronze 1974 bzw. zweimal Olympia-Silber 1972 und 1976.

Wie ist die sportliche Lage jedoch zurzeit beim gebürtigen Anklamer Marko Hübenbecker, der für den Mitteldeutschen SC Magdeburg startet und unter anderem 2013 Welt- und Europameister im Vierer-Bob wurde?!

Nachgefragt …

M.Hübenbecker über die kommenden Winterspiele 2014, seine Vorbereitungen auf die Saison 2013/14 und seine sportlichen Ziele

„Erst einmal in Sotschi dabei sein …“

Frage: Noch acht Monate bis Winter-Olympia … Wie sieht gegenwärtig Deine sportliche Vorbereitung auf die olympische Saison 2013/14 aus? Die Witerung ist in Deutschland ja derzeit kühl und regenreich – nicht gerade optimale Bedingungen für ein herbstliches Training zur Olympiavorbereitung …

Marko Hübenbecker: Das Wetter macht uns eigentlich nichts aus. Ich lebe und trainiere in Erfurt, dort sind sehr gute und wetterunabhängige Sportstätten. Außerdem sind kalte und regnerische Tage eine super Vorbereitung auf warme Winter!

Frage: Welche Ziele hast Du im Hinblick auf Sotschi? Was sind Deine Minimal-Ziele für 2013/14?

Marko Hübenbecker: Ich bin noch nie bei Olympia gewesen, daher muss ich eigentlich sagen, dass ich zunächst dabei sein will. Aber als deutscher Bobfahrer ist man bei Olympischen Spielen immer Medaillen-Kandidat, und wenn man schon einmal da ist, möchte man natürlich auch „etwas“ mit nach Hause nehmen…

Frage: Die russischen Gastgeber werden sicher auch im Bobsport harte Konkurrenten. Mit wem rechnest Du noch in der Saison 2013/14 insbesondere für die Vierer-Bob-Konkurrenzen im Weltcup und bei den internationalen Meisterschaften?

Marko Hübenbecker: Da gibt es dieses Jahr wieder so einige… In der letzten Saison haben die Russen und Amerikaner den Saison-Auftakt dominiert und waren zur WM auch sehr stark! Insbesondere Aleksander Subkov (Russland) im Vierer und Steven Holcomb (USA) im Zweier. Außerdem ist Holcomb amtierender Olympiasieger im Vierer. Dazu kommen natürlich noch alle deutschen Bobs und der Schweizer Beat Hefti. Aber zu den Höhepunkten gibt es immer den einen oder anderen Bob, mit dem man nicht rechnet.

Frage: Welche beruflichen Ambitionen hast Du eigentlich für die Zukunft? Bleibt auch Zeit für Hobbys?

Marko Hübenbecker: Ich bin bei der Bundespolizei, da ist die berufliche Zukunft zum Glück abgesichert. Für Hobbys ist in diesem Jahr wenig Zeit, aber ich versuche, die freie Zeit trotzdem so schön wie möglich zu gestalten. Und wenn es nur ins Kino geht…

Frage: Bist Du noch „ab und zu“ in der alten Heimat? Bist Du eventuell sogar zur Saison-Vorbereitung auf Rügen oder auf Usedom?

Marko Hübenbecker: „Ab und zu“ trifft es schon ganz gut. Im Sommer war ich sogar in Zinnowitz im Trainingslager. Da bot es sich an, die Familie in Ducherow zu besuchen. Im August war ich dann noch einmal eine Woche hier. Ansonsten ist der Zeitfaktor entscheidend. Es sind ja doch fünf Stunden Fahrt ab Erfurt, meinem eigentlichen Wohnort.

Vielen Dank und eine maximale Vorbereitung auf die olympische Saison!

Marko Michels