Cooper, Hülshorst, Haase und Maria Franke waren die Überflieger

Mit zweijähriger, Pandemie bedingter Verzögerung konnte am Pfingstsonntag endlich das 100. Rennen in der nunmehr 92-jährigen Geschichte der schönsten und schwierigsten Grasbahn der Welt, dem Teterower Bergring, über die Bühne gehen. Fast 100 Fahrerinnen und Fahrer waren zum großen Jubiläum angereist und gut 12 000 Zuschauer bildeten bei bestem Rennwetter eine prächtige Kulisse rund um den 1877m langen Kurs.

v.l.: Powel (GB), Hülshorst (D), Cooper (GB) | Foto: Hans-Werner Ruge

Bereits im Training am Sonnabend hatten sich die 12 zeitschnellsten Fahrer der einzelnen Nationen für die erste Tagesentscheidung in der Königsklasse 500 ccm qualifiziert. Der englische Grabahnspezialist Paul Cooper sicherte sich den „Pokal der Nationen“ vor Manfred Knappe und Christian Hülshorst. Auch das Finale um das „Grüne Band“ der 12 Puktbesten aus den Vorläufen dominierte der Brite, diesmal vor Hülshorst und Knappe. Dramatik pur bot der dritte große Wettbewerb der Königsklasse, der Handicaplauf um den seit 1958 ausgetragene Bergringpokal.

Bereits in Runde 3 hatte sich Christian Hülshorst aus Lüdinghausen von der letzten Startreihe aus in Führung gekämpft. Ausgangs der Nordkurve setzte dann Paul Cooper zum Angriff auf die Spitzenposition an, ging leider zu Boden und musste als Abbruchverursacher disqualifiziert werden. Hülshorst sicherte sich somit nach 2003 zum zweiten Mal den begehrte Pokal vor dem Engländer Charley Powel und dem an diesem Tag besten Mecklenburger Ronny Stüdemann vom Bergringklub.

Sehr sehenswerte Rennen mit einem sensationellen Überraschungssieger lieferten sich erneut die Speed-Crosser. Der Freestyler Kai Haase aus Berlin begeisterte als Quereinsteiger die Fans mit seinem spektakulären Fahrstil und gewann sowohl den Hechtjungenpokal als auch das Handicaprennen um den Speed-Cross Pokal. Das erfreulich voll besetzte Fahrerfeld der Speed-Cross Amazonen dominierte einmal mehr Ex-Weltmeisterin Maria Franke vor den Niederländerinnen Jessica Elsinga und Sylvana Postma.

Der Sieg bei den Quads ging an den östreichischen Rundenrekordhalter Klaus Fleckinger. Leider trübten einige Stürze, die aber weitgehend glimpflich ausgingen, sowie einige organisatorische Schwachstellen nach drei Jahren Wettkampfpause etwas die Jubiläumsstimmung. Trotzdem wird es Pfingsten 2023 auch wieder heißen: „Einmal Bergring – immer Bergring“.

Text: Hans-Werner Ruge, MC Bergring Teterow