Im Gespräch mit SSC-Neuzugang Kimberly Drewniok

Nachdem die Herren im September ihren neuen Volleyball-Weltmeister ermittelten – das polnische Team verteidigte erfolgreich seinen Titel von 2014 , folgten im Oktober die Damen. Erstmals in der 66-jährigen WM-Geschichte im Frauen-Volleyball konnte eine serbische Nationalmannschaft Gold gewinnen. Die DVV-Frauen erreichten in Japan nach fünf Siegen und vier Niederlagen den elften Platz.

Interview

Kimberly Drewniok FOTO: © Ecki Raff

Kimberly Drewniok über die WM in Japan und die kommende Saison mit dem SSC Palmberg Schwerin

Frage: Kimberly, die WM verlief aus deutscher Sicht etwas wechselhaft. Wie lautet dein Resümee?

Kimberly Drewniok: Es war letztendlich ein positives Turnier für uns. Wir sind dabei gut in die Welt-Titelkämpfe gestartet und konnten insgesamt fünf Spiele gewinnen. Leider unterlagen wir im letzten Spiel der WM der Dominikanischen Republik – ein Sieg hätte Rang neun bedeutet. So wurde es der elfte Platz. Dennoch überwiegt eindeutig das Positive.

Frage: Serbien wurde erstmals Weltmeister. Was zeichnet die neuen Titelträgerinnen aus?

Kimberly Drewniok: Serbien ist auf allen Positionen ausgeglichen stark besetzt und stellte mit Tijana Boskovic die wertvollste Spielerin des Turniers. Die Serbinnen traten sehr souverän auf, mußten aber auch in der Zwischenrunde zwei Niederlagen hinnehmen, dabei ein deutliches 0:3 gegen die Niederlande. Dennoch, wenn es darauf ankam, waren die Serbinnen da und wurden verdient Weltmeisterinnen.

Frage: Die Niederlande wurde wie schon bei Olympia 2016 Vierte. Olympiasieger China Dritter. Welche Teams überraschten dich, welche enttäuschten?

Kimberly Drewniok: Italien ist für mich die Turnier-Überraschung. Rang zwei hätte ich ihnen nicht zugetraut. In der Nations League 2018 traten sie noch mit einem anderen Team auf und wurden „nur“ Sechste. Aber zur WM in Japan holten sie noch erfahrene Spielerinnen hinzu und präsentierten einen beeindruckenden Mix aus erfahrenen und jüngeren Spielerinnen. Die USA hätte ich hingegen weiter vorn gesehen, als auf Rang fünf. Mein Final-Tipp war vorher USA gegen Serbien gewesen. Die Nations League 2018 hatten die Amerikanerinnen ja noch gewonnen, konnten aber ihr Leistungsniveau nicht mehr halten…

Im niederländischen Team schlugen u.a. die ehemaligen SSC-Spielerinnen Yvon Belien, Lonneke Sloetjes und Anne Buijs sowie die aktuell für Schwerin spielenden Britt Bongaerts und Tessa Polder auf.

Frage: In Kürze beginnt die neue Bundesliga-Saison. Was erhoffst du dir persönlich von der Spielzeit 2018/19?

Kimberly Drewniok: Ich möchte mich beim SSC Palmberg Schwerin sportlich weiter entwickeln, denn dort wird ein Top-Niveau gespielt. Ich hoffe auf eine erfolgreiche Saison, ob in der Meisterschaft, im DVV-Pokal oder im Europapokal. Wichtig ist, dass sich das Team schnell findet, denn es gab ja eine personelle Fluktuation. Das neue SSC-Team trainiert erst seit einer Woche zusammen. „Unsere WM-Holländerinnen“ Britt Bongaerts und Tessa Polder kommen sogar erst am Donnerstag zum Team. Und am Samstag geht es schon zum Supercup-Finale am 28. Oktober in Hannover gegen den Dresdner SC. Ein Erfolg dort würde viel Rückenwind für die Saison 2018/19  bedeuten.

Letzte Frage: Welche sportlichen Ziele hast du mit der deutschen Nationalmannschaft?

Kimberly Drewniok: Wir sind ein sehr junges Team, das erst zusammen wachsen muß. Mit der guten WM 2018 wurde ein erster Schritt dazu getan. Ein großes Ziel ist natürlich die Olympia-Qualifikation für Tokyo 2020. Damit würde ein Traum Realität werden.

Vielen Dank und eine erfolgreiche Saison 2018/19!

M. Michels

Vita:

Kimberly Drewniok ist Jahrgang 1997 und spielte vor ihrer Verpflichtung beim SSC 2018/19 bei RC Scorpesee, beim VC Olympia Berlin, beim SC Potsdam und beim 1.VC Wiesbaden.