Großer Jubel am Samstag bei den Küstenringern. Erstmals seit Einführung der Jugendliga, holten die Nachwuchstalente den Titel. In Stralsund fand am Samstag das Finale der jeweils zwei besten Teams aus den beiden Staffeln der Vorrunde statt. Leider waren die Mattenfüchse aus Frankfurt/Oder verhindert, sodass der SC Roland Hamburg, SV Luftfahrt Berlin und die Küstenringer (PSV Rostock, SV Warnemünde, FSV Stralsund) den Titel unter sich ausmachten.

Ein Favorit war hier im Vorfeld nicht wirklich auszumachen. Vielleicht die Berliner mit leichten Vorteilen und dem Selbstbewusstsein aus dem diesjährigen Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Jugendbereich. Die Küstenringer traten hingegen nicht weniger selbstbewusst an – konnten sie doch in der Vorrunde als Einzige eine weiße Weste bewahren und alle Duelle für sich entscheiden. Zuerst ging es gegen die Hamburger. Diese konnten zwei Gewichtsklassen im klassischen Ringkampf nicht besetzen, waren dafür aber umso besser in den Freistilklassen besetzt. Dementsprechend spannend ging es zu. Dennoch siegten die Küstenringer mit 26:18.

Noch knapper dann die Begegnung zwischen Hamburg und Berlin. Dort siegten die Berliner mit 22:16. Somit kam es in der letzten Begegnung zu einem echten Finale zwischen den Küstenringern und Berlin. Wer hier gewann, war Meister der Jugendliga Nord. Hier die Chronologie der Achterbahn, welche die Küstenringer auf dem Weg zum Titel überstehen mussten.

29 kg Freistil: Anton Schneider (Stralsund) wehrt sich nach Kräften gegen den überlegenen Renat Ceban, der alle Duelle der Saison gewann. Er kann die Schulterniederlage aber nicht abwenden. 0:4 für Berlin

31 kg griechisch: Albert Lawrenz (Stralsund) gelingen zwei kleine Wertungen, ohne selbst Punkte abzugeben. Sein 4:0 Sieg bringt die Mannschaft auf 2:4 heran.

34 kg Freistil: Zelem Zubairaev (Stralsund) musste notgedrungen eine Klasse höher antreten. Gegen den älteren Berliner kann er wenig ausrichten und unterliegt auf Schultern. 2:8 für Berlin

38 kg griechisch: Antony Nitzschner (PSV) kontrolliert seinen Gegner und schnürt immer wieder von vorn seinen Kopf ein. Daraus kann er aber keine Wertung erzielen. Stattdessen nutzt der Berliner nach 1 min eine Gelegenheit und befördert „Tony“ in die Brücke. Alle wissen – wenn es jetzt eine Schulterniederlage gibt, dann wird es ganz eng. Also muss Tony kämpfen und sich in die Pause retten. Nach einer endlos langen Minute Brückenkampf ist es geschafft – Pause. Jetzt sind die Trainer gefragt: Neuanfang, noch ist ein Sieg möglich! Die zweite Hälfte läuft besser. Wieder den Kopf geschnürt und plötzlich aus dem Stand eine blitzsaubere Kopfrolle.  Der zweite Versuch misslingt. Es steht 4:2 für den Berliner. Noch 30 Sekunden auf der Uhr. Tony will den Sieg. Aber Trainer Lars Abrutat bremst ihn, kein Risiko mehr – keine Punkte mehr abgeben. Selbst eine knappe Niederlage kann am Ende helfen. Auch das ist Mannschaftsringen. So gibt es nur einen Mannschaftspunkt für Berlin zum 2:9

42 kg Freistil: Lenny Mantau (SVW) hatte sich gegen Hamburg durch eine unglückliche Aktion weh getan. Er wollte aber unbedingt seiner Mannschaft helfen. Die Berliner staunten nicht schlecht, als er gegen Fernando Mahmoud schnell 4:0 führte. Lange hielt die Führung, bevor der Berliner einen sauberen Beinangriff zum Schultersieg nutzte.

2:13 für Berlin

46 kg griechisch: Florian Wiesemann (PSV) hatte mit Sean Knauerhase den Deutschen Vizemeister vor der Brust. Dieser ist allerdings Freistil-Spezialist. Mit dem tiefen Stand des Gegners kam Florian nicht gut zurecht und lag schnell hinten. Kurz vor der Pause dann ein Kopfzug von Florian, der fast zum Schultersieg führte. Der Berliner rettete sich aber in die Pause. In Runde zwei das gleiche Bild – der Berliner sehr tief. Aber als den Kopf dann doch einmal ausstreckte wieder ein Kopfzug von Florian, der sich diesmal den Sieg nicht nehmen ließ.

Nur noch 6:13 für Berlin

50 kg Freistil: Fabian Wiesemann (PSV) stellte seine Topform unter Beweis. In 14 Sekunden schulterte er seinen Gegner. Dieser rechnete im Boden mit einer Beinschraube. Unterwegs stoppte Fabian aber die Bewegung und verpackte ihn am Boden zum Schultersieg.

10:13 für Berlin

54 kg griechisch: Henning Löbl (Stralsund) hatte es noch eiliger. In nur 13 Sekunden legte er seinen Gegner auf die Schultern.

Die Halle jubelt. 14:13 für die Küstenringer

58 kg Freistil: Friedrich Schliemann (SVW) sprang kurzfristig für Justin Schimpf ein, der in Frankfurt bei der Aufnahmeprüfung für die Sportschule war. Mit tollem Kampfgeist brachte er zwei Beinangriffe zur 4:0 Führung durch. Der Berliner Herzog glich aber noch einmal aus, bevor „Fritzi“ in Runde 2 noch einmal alle Kraft zusammen nahm und einen weiteren Beinangriff zum 6:4 Endstand durchbringen konnte. Völlig erschöpft aber glücklich fiel er seinen Mannschaftskameraden in die Arme.

15:13 für die Küstenringer

63 kg griechisch: Hier boten die Trainer Max-Marten Lüttge (SVW) auf. Gegen Hamburg rang er noch eine Klasse höher. Der Schachzug lohnte sich, denn Max fühlt sich mittlerweile in dieser Stilart wohler und zeigte dies auch. Von Anfang an bestimmte er die Fassart und erzwang sich Punkt für Punkt. Bei einer 12:0 Führung gelang ihm dann der Schultersieg.

19:13 für die Küstenringer

69 kg Freistil: Nun war es dem Mannschaftskapitän und Deutschen Meister Philipp Nguyen Ho (SVW) vorbehalten, den Titel perfekt zu machen. Den 8 kg schwereren Berliner brachte er sofort zu Boden und hebelte ihn dann nach 41 Sekunden auf die Schultern. Großer Jubel in der Halle, denn damit war der Titel perfekt.

23:13 für die Küstenringer

76 kg griechisch: Johannes Portwich (PSV) stellte sich einmal mehr in den Dienst der Mannschaft und trat mit nur 63 kg Gewicht in der obersten Klasse an. Seine Schulterniederlage war kaum vermeidbar. Dennoch war er ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, denn ohne ihn wäre der Sieg gegen Hamburg in Gefahr gewesen.

Endstand 23:17 für die Küstenringer

Bei der Siegerehrung feierte die Mannschaft mit Kindersekt aus dem Pokal – fast wie die Großen. Außerdem musste Trainer Lars Abrutat zur Belohnung eine Runde Burger im Fastfood-Restaurant ausgeben:“Wenn nicht heute, wann dann!?!“

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