Zwischen den EM 2018 und den regionalen Ligen

Am 7.1.17 steigt in der Schweriner Kongreßhalle das Landesderby in der dritten Liga der Herren zwischen Schwerin und Rostock. Foto: M.M.

Vom 12.Januar 2018 bis 28.Januar 2018 ist wieder europameisterliche Handball-Zeit. Die Herren-Handball-Spieler haben dann ihre 13.EM in der Historie des Hallen-Handballs. Bis auf den Europameister von 1996, Russland, konnten sich dabei alle bisherigen EM-Titelträger für das Turnier 2018 qualifizieren.

Spannende Vorrunden-Gruppen

So trifft der viermalige Europameister Schweden in der Gruppe A in Split auf Kroatien, Island bzw. Serbien. Frankreich, der dreifache Europameister und amtierende Weltmeister, hat es in der Gruppe B in Porec mit Weißrussland, Norwegen und Österreich zu tun. In der Gruppe C in Zagreb muß der zweifache Europameister (2004, 2016) Deutschland gegen Montenegro (13.Januar 2018), gegen Slowenien (15.Januar 2018) und Mazedonien (17.Januar 2018) ran. In Varazdin, in der Gruppe D, wird es dann zwischen dem zweifachen Europameister und Olympiasieger 2016 Dänemark und den Teams aus Spanien, Tschechien und Ungarn spannend.

Das DHB-Team von Bundestrainer Christian Prokop (seit Juli 2017 im Amt) möchte seinen Titel von 2016 natürlich gern verteidigen…

Handballsportliches Kalenderblatt vom 31.Januar 2016

Hallen-Handball-Sensation perfekt: Deutsches Team wird Europameister! / 13.Endspiel bei Olympia, WM und EM im Herren-Hallen-Handball mit sechstem Erfolg für ein deutsches Team / Auch ein Wolgaster wurde „vergoldet“…

Die handballsportliche Sensation ist perfekt. Bei den 12.Europameisterschaften im Hallen-Handball vom 15.Januar bis 31.Januar 2016 in Polen konnte das deutsche Team tatsächlich den Titel im Endspiel gegen den Top-Favoriten Spanien mit einem beeindruckenden 24:17-Triumph erringen.

Gold auch für einen Wolgaster

Für das jüngste der 16 EM-Endrunden-Teams – Durchschnittsalter der DHB-Auswahl knapp unter 25 Jahren – erfüllte sich damit ein handballsportlicher Traum. Das gilt natürlich auch  für Johannes Sellin (MT Melsungen), der 1990 in Wolgast geboren wurde, zwischen 1999 und 2007 beim HSV Insel Usedom spielte.

Im Jahr 2011 erkämpfte Johannes bereits Junioren-WM-Gold mit dem deutschen Team und nun, 2016,  gab es auch bei den „Großen“ den ersten Titel mit der Nationalmannschaft, die in der Vorrunde gegen Spanien noch mit 29:32 unterlegen war, dann gegen Schweden mit 27:26 und gegen Slowenien mit 25:21 siegte, in der Hauptrunde folgend Ungarn mit 29:19, Russland mit 30:29 bzw. Dänemark mit 25:23 bezwang, sich gegen Norwegen mit 34:33 nach Verlängerung durchsetzte und das Endspiel gegen Spanien klar mit 24:17 für sich entschied.

13.Finale bei Olympia, WM und EM im Herren-Hallen-Handball mit sechstem deutschem Erfolg

Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson aus Island stellte das deutsche Team grandios auf das spanische Team ein, das gegen die DHB-Auswahl im Endspiel nie eine Chance hatte. Das deutsche Team war dabei als Ganzes „der Star“, wenngleich Torhüter Andreas Wolff noch einmal besonders herausragte…

Für eine deutsche Nationalmannschaft bedeutete das EM-Finale das insgesamt 13.Finale/“Endspiel“ bei einem großen Turnier im Herren-Hallenhandball. Bei Europameisterschaften schaffte es eine deutsche Mannschaft vor 2016 zweimal – 2002 gegen Schweden (31:33-Niederlage) und 2004 gegen Slowenien (30:25-Sieg).

Bei Olympia-Turnieren gelang es deutschen Teams bis dato dreimal – 1980 in Moskau (Sieg gegen die Sowjetunion für die DDR mit 23:22 nach Verlängerung), 1984 in Los Angeles (Niederlage gegen Jugoslawien für Westdeutschland mit 17:18) und 2004 in Athen (Niederlage für das vereinte deutsche Team gegen Kroatien mit 24:26).

Und bei WM-Endrunden spielten sich deutsche Mannschaften siebenmal ins Finale: 1938 gegen Österreich (5:4-Erfolg), 1954 gegen Schweden (14:17-Niederlage für Westdeutschland), 1970 gegen Rumänien (12:13 nach Verlängerung-Niederlage für die DDR), 1974 erneut gegen Rumänien (12:14-Niederlage für die DDR gegen Rumänien), 1978 gegen die Sowjetunion (20:19-Sieg für Westdeutschland), 2003 gegen Kroatien (31:34-Niederlage) und 2007 gegen Polen (29:24-Sieg).

Blick in die Historie des deutschen Herren-Hallen-Handballsportes

Tja, Deutschland und Herren-Hallen-Handball… Das ist seit 80 Jahren eine Erfolgsgeschichte.

Deutschland und Hallen-Handball der Herren – das ist seit 80 Jahren eine Erfolgstradition. Bei den bisherigen WM-Turnieren zwischen 1938 und 2015 erreichten deutsche Mannschaften dreizehnmal eine Platzierung unter den vier besten Teams (3 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze, 3 x Vierter).

Damit ist Deutschland (einschließlich der DDR und Westdeutschland) so erfolgreich wie Schweden, das ebenfalls bei WM-Turnieren im Hallen-Handball dreizehnmal eine „Top Vier-Platzierung“ (4 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze, 2 x Vierter) schaffte. Spitze im Medaillenspiegel bei Hallen-Handball-WM der Herren ist jedoch Frankreich (6 x Gold – damit Rekord-Weltmeister, einmal Silber, dreimal Bronze plus einmal WM-Vierter). Rumänien imponierte bei Hallen-Handball-WM ebenfalls (4 x Gold, insgesamt 6 Medaillen).

Anmerkung am Rande: Nur dreimal konnten außer-europäische Teams die „Top Vier-Phalanx“ der Mannschaften vom „alten  Kontinent“ bei WM „durchbrechen“: 2001 Ägypten mit Rang vier, 2005 Tunesien ebenfalls mit Rang vier und das multinationale Team von Katar mit Silber 2015. Die goldenen Höhepunkte aus deutscher Sicht bei Hallen-Handball-WM waren die Titel 1938, 1978 und 2007.

Deutsche Teams unter den fünf olympischen Ringen

Zwei Handball-Legenden aus M-V im Gespräch. Foto: Wolfgang Gross

Bei den olympischen Hallen-Handball-Turnieren der Herren ist die Bilanz deutscher Mannschaften zwar nicht ganz so imponierend, aber auch hier gab es schon einige großartige Erfolge, so den Olympiasieg für die DDR in Moskau 1980, das Olympia-Silber für Westdeutschland in Los Angeles 1984, das Olympia-Silber für das vereinte deutsche Team in Athen 2004, Olympia-Bronze 2016 sowie die vierten Plätze für die DDR in München 1972 und Westdeutschland in Montreal 1976. Rekord-Olympiasieger im Hallen-Handball der Herren ist Russland (einschließlich UdSSR und GUS) mit vier Triumphen.

Die EM und die deutschen Mannschaften

Seit 1994 finden nunmehr auch Europameisterschaften im Hallen-Handball statt. Dort konnte Deutschland (einschließlich der EM 2016) bis dato fünfmal einen Rang unter den besten vier Teams erkämpfen. Es gab 2004 den EM-Titel, 2002 EM-Silber, 1998 EM-Bronze, 2008 Rang vier – 2016 wieder den Titel. Rekord-Europameister im Hallen-Handball der Herren ist Schweden mit vier Siegen. Deutschland hat nun zwei…

Auch Handball-Spieler aus Mecklenburg und Vorpommern waren bei großen Hallen-Handball-Turnieren stets erfolgreich „am Ball“…

Mecklenburger und Vorpommern konnten dabei seit 1958 oftmals Medaillen bei Hallen-WM im Handball erkämpfen: 1958 gab es Bronze für Hans Beier, Jürgen Hinrichs, Klaus-Dieter Matz, Günter Mundt und Wolfgang Niescher, 1970 folgte Silber für Klaus Prüsse, Reiner Ganschow, Klaus Langhoff, Gerhard Gernhöfer, Peter Randt, Klaus Franke, Dieter Neiling sowie Josef Rose, 1974 wurden Reiner Ganschow, Wolfgang Böhme, Josef Rose bzw. Dieter Neiling Vize-Weltmeister hinter Rumänien und jeweils Bronze erspielten 1978 Frank-Michael Wahl, Wolfgang Böhme bzw. Helmut Wilk und 1986 Rüdiger Borchardt zusammen mit Frank-Michael Wahl.

Hans-Jürgen Hinrichs, der 1933 im mecklenburgischen Rodenwalde geboren wurde, gehörte auch zum gesamtdeutschen Aufgebot bei den WM 1961 in Westdeutschland als die gesamtdeutsche Mannschaft Vierter wurde. Sogar für „Team U.S.A.“ stand Jürgen Hinrichs im Tor – bei den WM 1964 in der Tschechoslowakei. Allerdings kamen die US-Boys mit dem mecklenburgischen Goalie nicht über die Vorrunde hinaus, mußten Niederlagen gegen die DDR mit 9:20, gegen Jugoslawien mit 3:22 und gegen Westdeutschland mit 13:24 hinnehmen. Was aber nicht an Jürgen Hinrichs gelegen hat…

Im WM-Kader des deutschen Teams 2007, das letztendlich bei der damaligen Heim-WM siegreich war, stand auch der gebürtige Schweriner Stefan Schröder, der aber während des WM-Turnieres nicht zum Einsatz kam.

Feldhandball und M-V – auch das „ging“….

Bei Hallen-Handball- und Feldhandball-WM gleichermassen erfolgreich waren aus M-V-Sicht unter anderem „Jimmy“ Prüsse, bis 1958 Einheit Wismar bzw. bis 1974 SC Empor Rostock, der Feldhandball-Weltmeister 1963, Feldhandball-Vize-Weltmeister 1966 und Hallen-Handball-Vize-Weltmeister 1970 wurde, Wolfgang Niescher, Hallen-Handball-WM-Dritter 1958 und Feldhandball-Weltmeister 1959 und Klaus-Dieter Matz, Hallen-Handball-WM-Dritter 1958, Feldhandball-Weltmeister 1959 und Feldhandball-Weltmeister zudem 1963.

Bei Feldhandball-WM der Herren erkämpften deutsche Mannschaften von 1938 bis 1966 sechsmal Gold und zweimal Silber.

Olympia-Gold 1980 – ein nachhaltiger Triumph

Der Olympiasieg von Frank-Michael Wahl und Hans-Georg Jaunich 1980 war zweifellos aber das bislang Allergrößte für den Herren-Handballsport in M-V. Leider fehlte damals der dritte Rostocker im Bunde, Wolfgang Böhme, der durch politische Machenschaften von SED-Sportfunktionären und arglistigen Stasi-Mitarbeitern um seine Olympia-Teilnahme betrogen wurde, letztendlich um Olympia-Gold.

Wie war das damals noch, beim Olympia-Turnier 1980?! Zwölf Mannschaften nahmen am Herren-Turnier teil, wobei einige Teams „olympische Nachrücker“ waren, denn der „West-Block“ boykottierte vor 35 Jahren aufgrund der Afghanistan-Invasion der UdSSR 1979 die Spiele in Moskau.

So durfte das westdeutsche Team, als amtierender Weltmeister von 1978, nicht bei Olympia 1980 dabei sein. Auch hier wurden Spieler, wie zum Beispiel Heiner Brand, um ihre Lebensträume gebracht, alles im Namen der „großen Politik“. Vier Jahre zuvor wurden die Sportlerinnen und Sportler aus Afrika, 1976 in Montreal, Opfer ihrer Administrationen. Acht Jahre später, 1984 in Los Angeles,  litten die Sportlerinnen und Sportler des damaligen „Ost-Blocks“ unter dem Beschluss ihrer Regierungen, nicht an den Spielen teilzunehmen. Und eben 1980 in Moskau maßten sich ebenfalls geistig und charakterlich indisponierte Politikerinnen und Politiker an, den Weltsport als ihren „Spielball“ zu begreifen.

Im Blickfeld: Das Herren-Olympia-Turnier 1980

Aber zurück zum Olympia-Turnier von 1980. So starteten in Gruppe A die DDR, Ungarn, Spanien, Polen, Dänemark und Kuba. Und in Gruppe B trafen die UdSSR, Rumänien, Jugoslawien, die Schweiz, Algerien und Kuweit aufeinander.

Zwischen dem 20.Juli und 28.Juli dauerte die olympische Vorrunde: Die DDR setzte sich zunächst mit 24:20 gegen Spanien durch, spielte 14:14 gegen Ungarn, gewann dann die restlichen Partien gegen Kuba mit 27:20, Polen mit 22:21 und Dänemark mit 24:20, was Rang eins bedeutete. Die UdSSR setzte sich ihrerseits in Gruppe B durch, womit dem „Traum-Finale“ DDR gegen Gastgeber UdSSR nichts mehr im Wege stand.

Am 30.Juli 1980 war es dann so weit. Vor einer atemberaubenden Zuschauer-Kulisse, die die sowjetische Auswahl förmlich nach vorn peitschte, mußte die DDR mit den Rostockern Hans-Georg Jaunich und Frank-Michael Wahl bestehen – was ihr gelang. In einem an Spannung, Dramatik und Emotionen nicht mehr zu überbietendem Spiel setzte sich die DDR mit 23:22 nach Verlängerung gegen den „Großen Bruder“ durch.

Fast 101000 Zuschauer verfolgten dabei die olympischen Handball-Turniere der Herren und Damen 1980. Der Pole Jerzy Klempel wurde mit 44 Toren bester Werfer vor dem Schweizer Ernst Züllie mit 40 Toren und Vasile Stinga aus Rumänien mit 36 Toren. Frank-Michael Wahl kam auf 33 Tore.

Einer, der eigentlich dazu gehörte und nicht dabei sein durfte, war der erwähnte Wolfgang Böhme, Jahrgang 1949. Er mußte sich das Spiel im TV anschauen und das als langjähriger Kapitän des DDR-Teams… Wenn die Politik in den Sport eingreift, ist noch nie etwas Sinnvolles entstanden – im Gegenteil. Karrieren und Menschen wurden zerstört, der Sport als Mittel zum Zweck degradiert und als „wirtschaftlicher Faktor“ betrachtet.

Zur Info: Weitere bekannte Handballspieler aus M-V bei Olympia und WM

Blick in die Wismarer Handball-Halle an der Bürgermeister-Haupt-Strasse. Foto: M.M.

Der gebürtige Güstrower Holger Schneider, der zeitweise unter anderem beim SC Empor Rostock und beim SV Post Schwerin spielte, war bei zwei olympischen Hallen-Handball-Turnieren Akteur, so bei den Spielen 1988 als die DDR Platz sieben belegte und auch 1992 in Barcelona als die vereinigte deutsche Auswahl Platz zehn erreichte. 1988 bzw. 1992 war auch unter anderem der gebürtige Warnemünder Matthias Hahn Mitglied des deutschen Teams und der Olympiasieger von 1980, Frank-Michael Wahl, war außerdem in den Olympia-Mannschaften 1988 bzw. 1992.

Nicht vergessen sollte man in der Aufzählung erfolgreicher Handballer aus M-V auch einen Landeshauptstädter… Der gebürtige Schweriner Stefan Schröder war im Jahr 2007 Mitglied der goldenen DHB-Mannschaft, die bei den Heim-WM vor acht Jahren Weltmeister wurde. Allerdings: Er hatte seinerzeit  keinen Einsatz auf „dem Parkett“. Maßgebliche Erfolg für ihn: So wurde Stefan mit dem HSV Hamburg 2013 Sieger in der Champions League, gewann den Europapokal der Pokalsieger 2007 und wurde Vierter bei den EM 2008 mit der deutschen Mannschaft.

Exkurs: Hallen-Handball-WM 2019 schon im Blick

In 12 Monaten finden übrigens die nächsten Handball-WM der Herren auch in Deutschland statt. Zusammen mit Dänemark wird Deutschland die 26.WM im Herren-Handball vom 9.Januar 2019 bis 27.Januar 2019 veranstalten. Spielorte werden Herning, Kopenhagen, Hamburg und Berlin sein.

Neun Länder mit WM-Gold in der Halle

Bei den bisherigen Weltmeisterschaften im Hallen-Handball bei den Herren zwischen 1938 und 2017  teilten sich Frankreich (sechsmal), Schweden (viermal), Rumänien (viermal), Deutschland (dreimal), Russland (mit UdSSR, dreimal), Spanien (zweimal), Kroatien (einmal), Tschechien (mit Tschechoslowakei, einmal) und Jugoslawien (einmal) die bisherigen 25 WM-Titel.

Fast alle WM-Medaillen nach Europa

Von 75 WM-Medaillen im Hallen-Handball der Herren gingen 74 an europäische Länder. Nur die „multi-nationale Mannschaft“ von Katar, bei der WM 2015 ebenfalls in Katar, gewann mit Silber die erste nicht-europäische WM-Medaille im Hallen-Handball der Herren.

Deutschland dreimal Hallen-Handball-Weltmeister und bis 2007 sechsmal WM-Gastgeber von weltmeisterlichen Hallen-Handball-Turnieren

Gleich bei der ersten Hallen-Handball-WM der Herren, in Deutschland, 1938 wurde die deutsche Auswahl Weltmeister. Danach war Deutschland noch fünfmal Gastgeber von Hallen-Handball-WM der Herren, 1958 in der DDR, 1961 in Westdeutschland, 1974 in der DDR, 1982 in Westdeutschland und 2007 im vereinten Deutschland.

In den Jahren 1938 und 1955 war Deutschland zudem Gastgeber der Feldhandball-WM der Herren.

Von 1958 bzw. 1961…

1958 in der DDR wurde die damalige gesamtdeutsche Auswahl Dritter hinter Schweden und der Tschechoslowakei. Gespielt wurde seinerzeit auch in der Rostocker Sporthalle Marienehe, in der die Vorrunden-Gruppe D mit Dänemark (Sieger), Jugoslawien, Österreich und Brasilien ihre Begegnungen austrug. In der gesamtdeutschen Auswahl agierten mit Hans Beier, Hans-Jürgen Hinrichs, Klaus-Dieter Matz, Günter Mundt und Wolfgang Niescher auch damals aktuelle und frühere Spieler aus „M-V“.

Drei Jahre später, 1961, stand vor der deutschen Vereinigung 1990 das letzte Mal eine gesamtdeutsche Handball-Mannschaft auf dem Parkett. Danach gingen die DDR und Westdeutschland auch im Handball getrennte Wege. Hinter Rumänien, der Tschechoslowakei und Schweden wurde die deutsche Auswahl Vierter, wieder mit „MVlern“: Hans Beier, Hans-Jürgen HInrichs und Wolfgang Niescher.

…nach 1974 bzw. 1982

1974 war die DDR wieder Gastgeber der Hallen-Handball-WM und wurde hinter Rumänien und vor Jugoslawien Vize-Weltmeister. Aus M-V-Sicht spielten in der DDR-Mannschaft Reiner Ganschow, Wolfgang Böhme, Dieter Neiling und Josef Rose.

Fünf WM-Spiele fanden 1974 in Schwerin statt (Vorrunde: Rumänien gegen Polen 18:14, Schweden gegen Spanien 14:15 bzw. Rumänien gegen Schweden 18:20, Hauptrunde: Tschechoslowakei gegen Rumänien 13:20 bzw. DDR gegen UNgarn 17:10). Zwei Spiele konnten in Rostock besucht werden (Vorrunde: Rumänien gegen Spanien 21:11 bzw. Polen gegen Spanien 21:15). Ebenfalls zwei Spiele wurden damals in Wismar organisiert (Vorrunde: Schweden gegen Polen 10:20 und Platzierungsrunde: Japan gegen Bulgarien 22:23).

Vier Jahre danach gastierten die Handballer zwar nicht bei einer WM in Deutschland, sondern in Dänemark, aber das westdeutsche Team überraschte 1978 mit dem WM-Gold in einem dramatischen Spiel im Finale gegen die Sowjetunion.

Im Jahr 1982 trafen sich die weltbesten Hallen-Handballer dann zu ihrer WM in Westdeutschland. Die DDR mit den Rostockern Jürgen Rohde bzw. Frank-Michael Wahl wurde Sechster, Westdeutschland Siebenter. Die Sowjetunion belegte Rang eins vor Jugoslawien, Polen und Dänemark.

Goldene Heim-WM 2007

Und bei den deutschen Heim-WM 2007 schaffte die nun vereinte deutsche Auswahl wieder Gold vor Polen, Dänemark und Frankreich. Im erweiterten WM-Kader 2007 war auch der bereits erwähnte, gebürtige Schweriner Stefan Schröder

Mal schauen, wer dann aus M-V 2019 dabei sein wird?!

Und dann ist auch das Olympia-Turnier 2020 in Tokyo nicht mehr weit…

Die Spielstätte der TSG Wismar. Foto: M.M.

Bei olympischen Handball-Turnieren der Männer kommen deutsche Herren-Mannschaften auf bislang 2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze. Im olympischen Feld-Handball-Turnier 1936 in Berlin gewann Deutschland und beim olympischen Hallen-Handball-Turnier 1980 in Moskau triumphierte die DDR mit Frank-Michael Wahl und Hans-Georg Jaunich.

Neben Berlin 1936 (Feldhandball) war auch München 1972 (Hallenhandball) Gastgeber eines olympischen Turnieres. Jugoslawien schaffte damals Olympia-Gold vor der Tschechoslowakei und Rumänien. Die DDR mit den „M-V“-Spielern Wolfgang Böhme, Reiner Ganschow, Klaus Langhoff, Peter Larisch, Peter Randt und Josef Rose kam auf Platz vier, die westdeutsche Mannschaft mit dem gebürtigen Schweriner Wolfgang Braun belegte Rang sechs.

Damit „scheffelten“ deutsche Handball-Mannschaften der Herren bei Olympischen Spielen, WM und EM (einschließlich Feld-Handball)  bisher 13 x Gold, 9 x Silber, 5 x Bronze.

Marko Michels

Frauen-Handball – Symbolbild

Zur Info: Die ersten Spiele in der Ostsee-Spree-Liga und in der dritten Liga mit M-V-Beteiligung im neuen Jahr 2018

Ostsee-Spree-Liga der Frauen: 13.1.18 Pfeffersport Berlin gegen Rostocker HC (Tabellen-Zweiter), 14.1.18 TSV Rudow gegen TSG Wismar (Tabellen-Zehnter)

Oberliga Ostsee-Spree der Herren: 13.1.18 Ludwigsfelder HC gegen HSV Insel Usedom (Tabellen-Vierter), SG Uni Greifswald/Loitz (Tabellen-Elfter) gegen VfV Spandau, SG OSF Berlin gegen Stralsunder HV (Tabellen-Zweiter) / spielfrei: Bad Doberaner SV von 1990 (Tabellen-Achter)

Dritte Liga der Frauen: 14.1.18 SV Grün-Weiß Schwerin (Tabellen-Achter) gegen TSV 1860 Travemünde

Dritte Liga der Herren: 7.1.18 Mecklenburger Stiere Schwerin (Tabellen-Vierter) gegen HC Empor Rostock (Tabellen-Dreizehnter)

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