Eishockey

Symbolbild

Im Gespräch mit Jens Hallaschk, Präsident des Landeseissportverbandes M-V

Frage: Die Eissport-Saison 2018/19 ist, bis auf die Eishockey-WM der Männer im Mai, wieder passé. Was waren für Sie die internationalen Highlights?

Jens Hallaschk: Oh, da gab es viele. Im März hatten die Short-Tracker mit Rostocker Beteiligung ihre WM in Sofia. Ich bin sehr stolz auf unseren Debütanten Arian Lüdtke, der für mich mit dem 8. Platz in der Streckenwertung ein be“acht“liches Ergebnis nach Hause brachte. Ebenfalls im März trafen sich die besten Curlingspieler der Welt. Dass die Schweizerinnen den Schwedinnen im eigenen Land das Finale stehlen, war schon bemerkenswert. Schön auch zu sehen, dass der Stocksport an Beachtung gewinnt.

Frage: Bei den Eiskunstlauf-WM in Saitama gingen die Titel an die USA, Russland, Frankreich und China. Wie beurteilen Sie die Resultate aus deutscher Sicht?

Jens Hallaschk: Zunächst… Dass die Paarlauf-Olympiasiegerin und sechsfache Weltmeisterin Aljona Savchenko zum ersten Mal Mutter wird, verwunderte keinen mehr nach deren Auszeit. Glückwunsch an die Ausnahme-Eiskunstläuferin!

Um so schöner war es aber mit anzusehen, dass weitere Talente ihren Start in die internationale Leistungsklasse gut meisterten. Das sind Nicole Schott aus Essen mit einem 16. Platz, die Eistänzer Shari Koch/Christian Nüchtern aus Düsseldorf/Siegen mit einem 18. Platz, im Paarlaufen die Berliner Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert mit ihrem fast 12. Platz (13. mit Abstand von 0,36 Punkten auf Platz 12, was sehr wenig im Eiskunstlauf ist) sowie Annika Hocke und Ruben Blommaert (Berlin) mit dem 14. Platz.

Für mich als Kenner der Trainings-Randbedingungen dieser Sportart bedeuten diese Ergebnisse bewundernswerte Leistungen dieser Einzelsportler und Trainer. Es gibt ja einige Leistungssport-Hemmnisse und deutliche Kritik an der unzureichenden deutschen Sportförderung ebenso. Die Missstände werden ja seit Jahren offen angesprochen.

Frage: Zur Eishockey-WM: Wer ist dort Ihr Favorit?

Jens Hallaschk: Ich bin Fan der deutschen Auswahl seit Ihrem Kampf-Finale bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und traue dem Team das Halbfinale zu. Als Favoriten schätze ich jedoch die Schweden ein.

… Einige Eishockey-Spieler aus Mecklenburg-Vorpommern hatten ja in der Vergangenheit ebenfalls schon Beachtliches bei WM und Olympia geleistet, wenn ich nur an Spieler wie Dietmar und Roland Peters, Peter Prusa, Rainer Patschinski, Bernd Karrenbauer oder Friedhelm Bögelsack denke…

Frage: Vom internationalen Geschehen nach M-V: Wie viele aktive Eissportlerinnen und Eissportler gibt es in den hiesigen Vereinen?

Jens Hallaschk: Der Landeseissportverband M-V zählt 651 Mitglieder, die sich auf acht Vereine verteilen. Mit 191 Mitgliedern hat der Rostocker Eishockey Club e.V., zu dem die Eishockey-Teams  Rostock Piranhas und Rostocker Freibeuter gehören, die meisten Mitglieder. Dahinter folgen der ESV Turbine Rostock mit 131 Mitgliedern, der Roll- und Eissportverein Insel Usedom „Schamasen“ mit 103 Mitgliedern, der Eishockeyverein Neubrandenburg „Blizzards“ mit 83 Mitgliedern und der Malchower SV 90 e.V. / Abteilung Eis- und Rollsport „Malchower Wölfe“ mit 31 Mitgliedern.

Weitere Verein mit Eissport-Angeboten in M-V sind der Rostocker Eiskunstlauf-Verein (41 Mitglieder), der Müritz-Sportverein Beinhart Klink / Abteilung Eishockey und die Kodiaks aus Rostock (25 Mitglieder). M-V ist eben auch in der Gegenwart eine gute sportliche Heimat für Vereine, die sich dem Eissport verpflichtet fühlen!

Vielen Dank und weiterhin ein besten eissportlichen Einsatz!

mic