Auch Schwerin mit Motorsport-Tradition

Die Formel 1-Saison 2016 endete heute mit dem spannenden Duell zwischen Lewis Hamilton (Grossbritannien) und Nico Rosberg (Deutschland) in Abu Dhabi, der letzten WM-Station des Jahres.  Nico Rosberg, der 2014 und 2015 hinter Lewis Hamilton jeweils Vize-Weltmeister wurde, nutzte nun 2016 seine Chance und schaffte seinen ersten WM-Titel, der damit der zwölfte für Deutschland in der WM-Geschichte der Formel 1 ist.

Deutschland liegt damit hinter Großbritannien (16 WM-Titel) und vor Brasilien (8 WM-Titel) bzw. Argentinien (5 WM_Titel) auf Rang zwei „im ewigen Titel-Ranking“ der WM in der Formel 1. 34 Jahre nach dem WM-Erfolg seines finnischen Vaters, Keke, setzte Nico damit die WM-Familien-Tradition fort.

Nach Michael Schumacher (1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004) und Sebastian Vettel (2010, 2011, 2012, 2013) ist Nico Rosberg zudem der dritte deutsche Rennfahrer mit WM-Gold in der Formel 1.

Allerdings war das Duell Hamilton versus Rosberg wahrlich ein Duell auf Augenhöhe, wobei Hamilton 2016 sogar ein Grand Prix-Rennen mehr gewann, als Rosberg (10:9 für Hamilton).

Aber letztendlich war Rosberg der beständigere und solidere Fahrer in der Saison 2016 und wurde verdienter neuer Formel 1-Weltmeister.

M-V und der Motorsport

Aus M-V war „dieses Mal“ kein Fahrer am Start, obwohl M-V eine große Motorsport-Tradition aufweist, ob in Teterow, in Rostock, in Schwerin, in Güstrow, in Wismar, in Parchim, in Neubrandenburg, in Bützow, usw.

Die automobilsportliche Begeisterung erreichte die heutige Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, also Schwerin, übrigens im Jahr 1911. In jenem Jahr gründete sich hier der „Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club“, zugleich Automobil-Club von Deutschland.

Im Jahr 1924 gründete sich dann folgend auch in Schwerin ein motorradsportlicher Verein, der „Schweriner Motorrad-Club von 1924 (Deutscher Motorradsport-Verband)“. Noch im Gründungsjahr veranstaltete der „SMC“ die Klubmeisterschaft von Mecklenburg, für die der Großherzog ab 1925 einen Wanderpokal stiftete.

Auch zu Wasser und in der Luft ging es zwischen 1920 und 1940 motorsportlich rasant zu. Erst nach dem I.Weltkrieg begeisterten sich die Schweriner für Motorbootrennen und gründeten den „Schweriner Motorboot-Club e.V.“. Nach 1918 begannen sich ebenfalls in Schwerin flugsportliche Aktivitäten zu entwickeln. So konstituierte sich in der mecklenburgischen Metropole der „Flieger-Verein zu Schwerin in Mecklenburg“, der sich zunächst im „Ring der Flieger e.V. Berlin“, ab 1930 im „Deutschen Luftfahrt-Verband e.V., Berlin“ organisierte.

Nur Formel 1-Rennfahrer gab es in Schwerin und in M-V zumindest (noch) nie… Aber: Was nicht ist, kann ja noch werden!

Marko Michels