Noch fĂŒnf Monate bis zu den Frauen-Handball-WM 2017

Auslosung erfolgte Ende Juni/Auch M-V mit großer WM-Tradition im Frauen-Handball

Die Auslosung fĂŒr die 23.Weltmeisterschaften im Frauen-Hallen-Handball ist vollzogen. 24 Mannschaften aus aller Welt werden bei der Endrunde der Welt-TitelkĂ€mpfe in Deutschland vom 1.Dezember bis 17.Dezember dabei sein: fĂŒnfzehn aus Europa und je drei aus Asien, Afrika und vom amerikanischen Doppel-Kontinent.

Europa erkĂ€mpfte bei den vergangenen 22 WM im Frauen-Hallenhandball von den 66 möglichen Medaillen 63… Nur SĂŒdkorea (Gold 1995 und Bronze 2003) und Brasilien (Gold 2013) durchbrachen die europĂ€ische Phalanx.

Die deutsche Auswahl muß in der Vorrunden-Gruppe D in Leipzig gegen die Niederlande, Serbien, SĂŒdkorea, China und Kamerun ran.

Die niederlÀndische Mannschaft agierte bei den letzten Turnieren sehr stark, wurde bei den WM 2015 Zweiter, bei Olympia 2016 Vierter und bei den EM 2016 Zweiter.

Serbien, besser gesagt Jugoslawien, dessen Rechtsachfolger Serbien ist, konnte sowohl in der Vergangenheit als auch Gegenwart schon große frauen-handballsportliche Erfolge feiern. Jugoslawien gewann bei WM sieben Medaillen, darunter Gold 1973, und schaffte 1984 in Los Angeles zudem Olympia-Gold. FĂŒr Serbien gab es 2013 den Vize-Weltmeister-Titel.

SĂŒdkorea ist ebenfalls eine traditionell starke Mannschaft, holte bei Olympia-Turnieren sechs Medaillen, unter anderem Olympia-Gold 1988 bzw. 1992, und gewann bei WM Gold 1995 und Bronze 2003.

Chinas beste Platzierung bei einem globalen Turnier ist der Bronze-Rang bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Die Mannschaft aus Kamerun ist hingegen ein krasser Außenseiter, erreichte bei der Afrika-Meisterschaft 2016 Rang drei.

Die deutsche Mannschaft hat zwar eine schwere Vorrunden-Gruppe, aber das Team hat ohnehin das Potenzial mindestens fĂŒr das Halbfinale.

In den anderen Vorrunden-Gruppen spielen Frankreich, RumÀnien, Spanien, Slowenien Angola bzw. Paraguay (Gruppe A in Trier), Norwegen, Schweden, Tschechien, Ungarn, Argentinien bzw. Polen (Gruppe B in Bietigheim-Bissingen) und DÀnemark, Russland, Brasilien, Montenegro, Japan bzw. Tunesien (Gruppe C in Oldenburg).

Die Russinnen sind Olympiasieger 2016 und die Norwegerinnen gewannen das vorerst letzte WM Gold 2015 und EM-Gold 2016.

Deutsche Teams in der Frauen-Handball-Historie

Deutsche Mannschaften konnten bei grossen internationalen Turnieren schon einige Erfolge verzeichnen.

1949 erste Feldhandball-WM fĂŒr Frauen

Die Geschichte mit internationalen Meisterschaftsturnieren im Frauen-Handball begann erst nach dem zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1949 wurde die erste von insgesamt drei Feld-Handball-Weltmeisterschaften fĂŒr Frauen in Ungarn ausgetragen, die auch mit einem Erfolg der Ungarinnen endeten.

Die zweite Auflage der Feldhandball-WM fand in Westdeutschland 1956 statt. RumĂ€nien wurde vor Westdeutschland bestes Team. Und bei den Feldhandball-Welt-TitelkĂ€mpfen fĂŒr Frauen 1960 liess sich erneut RumĂ€nien den Sieg nicht nehmen. Die gemeinsame deutsche Mannschaft wurde Dritter.

Vor 60 Jahren: Erste Hallen-Handball-WM fĂŒr Frauen

Bereits vor 60 Jahren, 1957 im damaligen Jugoslawien, gab es zudem auch die ersten Weltmeisterschaften im Hallen-Handball fĂŒr Frauen, die bis 2015 insgesamt 22 Mal organisiert wurden. Damals, 1957, gewann die Tschechoslowakei vor Ungarn.

Zweimal war auch Deutschland Gastgeber von Weltmeisterschaften im Hallen-Handball der Frauen: 1965 und 1997. Bei beiden WM belegte eine deutsche Auswahl jeweils Rang drei. 1965 erkÀmpfte Westdeutschland Bronze hinter Ungarn und Jugoslawien und 1997 kam die vereinte deutsche Mannschaft ebenfalls zu Bronze hinter DÀnemark und Norwegen.

Insgesamt lautet die Ausbeute von deutschen Mannschaften bei Hallen-Handball-WM zwischen 1957 und 2015 viermal Gold, viermal Bronze. Von den 22 WM-Titel im Hallen-Handball der Frauen errangen europĂ€ische Mannschaften 20. Nur zweimal waren nicht-europĂ€ische Teams die Nummer eins. 1995 gewann SĂŒdkorea und 2013 Brasilien.

Montreal 1976 mit dem ersten olympischen Frauen-Turnier

Handball fĂŒr Frauen wurde vor 40 Jahren, bei den XXI.Olympischen Spielen in Montreal, in das olympische Programm aufgenommen . Bis 2016 wurden elf Olympiasiegerinnen im Handball gekĂŒrt. Bei der olympischen Premiere 1976 setzte sich die Sowjetunion vor der DDR durch, die ebenfalls bei den XXII.Olympischen Spielen 1980 in Moskau eine Medaille, Bronze, errang. Von den elf olympischen Goldmedaillen im Frauen-Handball sicherten sich europĂ€ische Teams 9 Goldene. SĂŒdkorea gewann hingegen die Turniere 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona, wie eingangs angesprochen.

Erfolgreiche Mecklenburgerinnen am Handball

Handball-Spielerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern feierten ebenfalls schon einige internationale Erfolge mit den jeweiligen Nationalteams bei WM, EM und Olympia.

Zum DDR-Weltmeister-Team 1971 gehörte nĂ€mlich auch die gebĂŒrtige Rostockerin Hannelore Burosch (SC Empor Rostock).

Vier Jahre spĂ€ter gab es wieder einen Weltmeistertitel fĂŒr die DDR – mit Ursula Putzier vom SC Empor Rostock, mit der gebĂŒrtigen Dresdnerin Eva Paskuy in Diensten des SC Empor Rostock, mit der gebĂŒrtigen Perlebergerin Christina Lange, verheiratete Voß, die fĂŒr den SC Empor Rostock agierte, und wieder mit Hannelore Burosch.

In der goldenen weltmeisterlichen DDR-Mannschaft 1978 spielten erneut Hannelore Burosch und Sabine Röther, die gebĂŒrtige Rostockerin und Empor-Spielerin.

WM-Gold 1993 fĂŒr DHB-Frauen

Vor 20 Jahren, 1993 in Norwegen, konnten das deutsche Team mit drei Mecklenburgerinnen das letzte WM-Frauen-Gold erobern. Zur DHB-Auswahl`93 gehörten seinerzeit die gebĂŒrtige Wismarerin Heike Axmann, geborene Dombrowski, von 1983 bis 1990 SC Empor Rostock, die gebĂŒrtige Rostockerin Andrea Bölk, geborene Stein, auch von 1983 bis 1990 SC Empor Rostock und die gebĂŒrtige Rostockerin Birgit Wagner, verheiratete Peter, bis 1990 ebenfalls beim SC Empor Rostock.

Und im silbernen EM-Team von 1994 waren aus M-V-Blickwinkel ebenfalls Andrea Bölk bzw. Birgit Wagner dabei sowie die gebĂŒrtige Stralsunderin Silke Fittinger.

Olympia-Medaillen fĂŒr die M-V-Handball-Frauen

Die bisherigen olympische Medaillen fĂŒr den Frauen-Handballsport „Made in M-V“ sind zudem eine weitere BestĂ€tigung fĂŒr die hervorragende sportliche Arbeit und gewachsene Tradition in der Frauen-Handball-Hochburg M-V. Im silbernen DDR-Team bei Olympia in Montreal 1976 waren Hannelore Burosch, Gabriele Badorek, Eva Paskuy und Christina Voß (alle SC Empor Rostock) LeistungstrĂ€gerinnen und in der bronzenen DDR-Nationalmannschaft bei Olympia in Moskau 1980 war ebenfalls Sabine Röther (ebenfalls HC Empor Rostock) dabei.

13 Medaillen fĂŒr deutsche Mannschaften bei WM, EM und Olympia

Kompakt betrachtet konnten deutsche Frauen-Handball-Mannschaften bei Feld-Handball-WM, Hallen-Handball-WM, olympischen Turnieren und EM viermal Gold, dreimal Silber und sechsmal Bronze gewinnen – oft auch mit M-V-Beteiligung.

In der kommenden Saison 2017/18, also der WM-Saison im Frauen-Handball, spielen als beste Teams aus Mecklenburg-Vorpommern der SV GrĂŒn-Weiß Schwerin in der dritten Liga bzw. die TSG Wismar und der Rostocker HC in der Ostsee-Spree-Liga.

Im WM-Frauen-Team des Deutschen-Handball-Bundes 2017 dĂŒrften mit der gebĂŒrtigen Ribnitzerin Anne Hubinger (aktuell HC Leipzig) und mit Emily Bölk (Buxtehuder SV), dessen Mutter Andrea in Rostock geboren wurde bzw. bei der TSG Wismar und beim SC Empor Rostock aktiv war, auch zwei Spielerinnen „mit M-V-Wurzeln“ agieren.

Marko Michels

Foto (Michels): Blick in die Halle der TSG Wismar 2016/17.

 

 

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