Zwischen Junioren-EM in Dortmund und Elite-WM in Paris

Die kommenden Wochen werden für die Ringerinnen und Ringer, ob in M-V und weit darüber hinaus, sehr ereignisreich.

Maik MiceraAuch im Juni ging es auf den ringkampfsportlichen Matten schon „hoch her“ und Ringerinnen bzw. Ringer aus M-V spielten dabei eine gute Rolle. So gewann Josefine Purschke (SV Warnemünde) beim Grand Prix im Ringen der Frauen bzw. der Mädchen  Anfang Juni in Dormagen eine Silbermedaille im Jugend-Bereich in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm.

Bei den Mitte Juni ausgetragenen Mitteldeutschen Meisterschaften der Jugend C/D (Freistil) in Stendal konnten auch junge Ringer aus M-V jubeln. Anton Schneider (FSV Stralsund, Gewichtsklasse bis 25 Kilogramm) bzw. Justin Hahn (RV Lübtheen, Gewichtsklasse bis 46 Kilogramm) wurden jeweils Erste und Jerom Schönfeldt (RV Lübtheen, Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm) kam auf Rang zwei.

Und bei den am 27.Juni beginnen Junioren-Europameisterschaften im Ringen in Dortmund, die bis zum 2.Juli stattfinden werden, sind auch zwei Ringer vom SAV Torgelow im Aufgebot des deutschen Teams: Alexander Ginc (Klassik-Ringen, Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm) und Andrej Ginc (Klassik-Ringen, Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm).

In M-V gibt es demnächst ebenfalls zwei ganz interessante Turniere mit Tradition, am 24.Juni den 7.Internationalen Strelasundpokal in Stralsund und am 8.Juli den 22.Boddenpokal in Greifswald. Der diesjährige Ostseepokal in Rostock, am 14.Oktober, ist zudem gar nicht mehr weit.

Aber davor „rufen“ noch die Elite-Weltmeisterschaften vom 21.August bis 27.August in Paris.

Ringer-Olympia 2016 vor Jahresfrist

Die olympischen Wettkämpfe im Ringen – als vorerst letztes großes globales Turnier – waren vor zehn Monaten, im August 2016 in Rio, nicht die große sportliche Offenbarung für die deutschen Athletinnen und Athleten. Gerade einmal eine Bronze-Medaille stand nach Abschluß der Wettkämpfe zu Buche. Da waren vorher auch andere Ziele gesetzt worden.

Russland am erfolgreichsten

In den Ringkampf-Konkurrenzen in Rio de Janeiro bestimmten Russen, Japaner, Kubaner und Amerikaner das sportliche Niveau maßgeblich mit. Russland wurde mit 4 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze die erfolgreichste Ringer-Nation, vor Japan mit 4 x Gold, 3 x Silber, Kuba mit 2 x Gold, 1 x Silber und den USA mit 2 x Gold, 1 x Bronze.

Klassik-Ringen mit starken Kubanern

Im Klassik-Ringen waren die Kubaner am besten dabei, mit 2 x Gold, 1 x Silber. Russland kam auf 2 x Gold, 1 x Bronze. Ismael Borrero und Mijain Lopez siegten für die „Zucker- und Zigarren-Insel“ in den Gewichtsklassen bis 59 Kilogramm bzw. bis 130 Kilogramm. Die Russen Roman Vlasov und Davit Chakvetadze holten hingegen Gold in den Gewichtsklassen bis 75 Kilogramm bzw. bis 85 Kilogramm.

Im Klassik-Ringen bei den Herren gab es auch die einzige Medaille für das deutsche Team, mit Bronze durch Denis Kudla in der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm.

Freistil-Ringen der Herren: Russland, Iran und die Türkei bestens dabei

Im Freistil-Ringen der Herren waren erwartungsgemäß Russland mit 2 x Gold, 1 x Silber, der Iran bzw. die Türkei mit jeweils 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze und Aserbaidschan mit 2 x Silber, 3 x Bronze die fleißigsten Medaillen-Sammler. Die Russen Soslan Ramonov und Abdulrashid Sadulaev kamen zu Gold in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm bzw. in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm. Der Iraner Hassan Yazdani jubelte über Gold in der Klasse bis 74 Kilogramm und der Türke Taha Akgül distanzierte die Konkurrenz in der Klasse bis 125 Kilogramm.

Freistil-Ringen der Frauen: Japanerinnen eine Klasse für sich

Bei den Freistil-Ringerinnen waren die Japanerinnen mit 4 x Gold, 1 x Silber die Dominatorinnen. Russland schaffte dort 2 x Silber, 1 x Bronze. Die japanischen Olympiasiegerinnen 2016 heißen dabei Eri Tosaka (Klasse bis 48 Kilogramm), Kaori Icho (Klasse bis 58 Kilogramm, zum vierten Mal Olympiasiegerin), Risako Kawai (Klasse bis 63 Kilogramm) und Sara Dosho (Klasse bis 69 Kilogramm).

Und wie sah der letzte olympische Zyklus, bezogen auf die WM im Ringen, zwischen 2013 und 2015 aus?!

Rückblick auf die die WM-Turniere 2013-2015

Im letzten olympischen Zyklus, mit den WM im Ringen 2013 in Budapest, 2014 in Taschkent und 2015 in Las Vegas, dominierten vor allem die „Großen Sechs“. Russland stellte bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften mit 13 x Gold, 10 x Silber, 17 x Bronze die erfolgreichste Nation. Die anderen traditionsreichen Länder im Ringen konnten ebenfalls große Erfolge feiern. Japan schaffte 10 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze, die USA 6 x Gold, 1 x Silber, 10 x Bronze, die Ukraine 5 x Gold, 2 x Silber, 10 x Bronze, die Türkei 4 x Gold, 5 x Silber, 9 x Bronze und der Iran 4 x Gold, 8 x Silber, 10 x Bronze.

Das deutsche Ringer-Land „holte“ 2013, 2015 und 2015 zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze „von der WM-Ringermatte“.

Und: Wie waren die Ergebnisse konkret bei den einzelnen WM im Ringen 2013, 2014 und 2015?!

Budapest 2013 in der Rückblende

Die Entscheidungen im Freistil-Ringen bei den Herren`13

In den Freistil-WM-Entscheidungen 2013 lief es für „Team Germany“ nur bedingt optimal. Zwar gab es zwei Top 8-Platzierungen im Freistil-Ringen der Herren, aber eine Medaille war dort dieses Mal außer deutscher  (Ringer-)Reichweite.  Dominierend waren im Herren-Freistil-Ringen die Athletinnen aus Asien (12 Medaillen, davon 3 x Gold) und aus der früheren Sowjetunion (12 Medaillen, davon 3 x Gold).

Der amerikanische Doppel-Kontinent konnte im Freistil-Ringen der Herren drei Medaillen, davon 1 x Gold, verbuchen. Für Europa – ohne Berücksichtigung der Länder der früheren UdSSR – holte nur Gastgeber Ungarn eine Medaille (Bronze durch Istvan Vereb in der Gewichtsklasse bis 84 Kilogramm).

Die Team-Wertung im Freistil-Ringen der Herren gewann in Budapest 2013 der Iran (auch mit WM-Gold für Hassan Rahimi/Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm und für Reza Yazdani/Gewichtsklasse bis 96 Kilogramm) vor Russland (ebenfalls mit WM-Gold für Bekkhan Goygereyev/Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm und für Khadzhimurat Gatsalov/Gewichtsklasse 120 Kilogramm) und Georgien.

WM-Gold im Freistil-Ringen der Herren erkämpften auch David Safaryan (Armenien/Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm), Jordan Burroughs (USA/Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm) und Ibragim Aldatov (Ukraine/Gewichtsklasse bis 84 Kilogramm).

Insgesamt schafften Freistil-Ringer aus 15 Ländern das Medaillenpodest. Für 5 Nationen gab es dort – wie angegeben –  eine oder zwei Goldmedaillen.

Die weltmeisterlichen Ringerinnen 2013

Im Freistil-Ringen der Damen setzte die Sportlerinnen aus Asien die Akzente. Japan wurde mit 3 x Gold (Eri Tosaka/Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm, Saori Yoshida/Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm sowie Kaori Icho/Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm) und 1 x Bronze vor China mit 2 x Gold (Sin Yanan/Gewichtsklasse bis 51 Kilogramm bzw. Zhang Fengliu/Gewichtsklasse 72 Kilogramm) und 1 x Bronze die erfolgreichste Ringerinnen-Nation.

Die verbleibenden zwei WM-Titel gingen an Ungarn (Marianna Sastin/Gewichtsklasse bis 59 Kilogramm) und die Ukraine (Alina Stadnik-Makhynia/Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm).

Die Ringerinnen aus Asien holten insgesamt 15 Medaillen, gefolgt von den Athletinnen aus Europa (7 Medaillen) und den Teilnehmerinnen vom amerikanischen Doppel-Kontinent (6 Medaillen). Die Team-Wertung bei den Freistil-Ringerinnen gewann Japan vor der Mongolischen Republik und den USA.

Aline Focken, die EM-Dritte von 2012, sorgte aus deutscher Sicht für das beste Resultat. In der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm erreichte sie das kleine Finale, unterlag dort der Japanerin Sara Dosho.

Die weltmeisterlichen Entscheidungen 2013 im griechisch-römischen Stil

Auch bei den sieben Entscheidungen im griechisch-römischen Stil der Herren war Asien „das Maß aller Dinge“. Von den 28 Medaillen dort holten die Ringer aus Asien 15, davon 5 x Gold. Der „alte Kontinent“ Europa schaffte immerhin 13 x Edelmetall, davon 2 x Gold.

Überraschend stark präsentierten sich bei den „Griechisch-Römischen“ die Koreaner aus Nord und Süd, die insgesamt 3 x Gold (Yun Won-Chol/Nordkorea in der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm, Han-Su Ryu/Südkorea in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm und Kim Hyeon-Woo/Südkorea in der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm), 1 x Silber, 1 x Bronze erkämpften.

Zweimal Gold holte der Iran (Taleb Nematpour in der Gewichtsklasse bis 84 Kilogramm und Amir Aliakbari in der Gewichtsklasse 120 Kilogramm). Für Europa siegten der Bulgare Ivo Angelow (Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm) und der Russe Nikita Melnikow.

Russland entschied ebenfalls die Teamwertung im griechisch-römischen Stil für sich. Auf den weiteren Plätzen folgten Südkorea, Ungarn und der Iran.

Aus deutscher Sicht sorgte der Europameister und Olympia-Fünfte 2012 Frank Stäbler in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm mit Bronze für die einzige Medaille und zugleich dafür, dass die historische Medaillen-Serie für die deutschen WM-Ringerinnen und WM-Ringer in Budapest auch 2013 seine Fortsetzung fand.

Insgesamt errangen „im wahrsten Sinne des Wortes“ 14 Nationen WM-Edelmetall 2013 im griechisch-römischen Stil, davon vier Länder eine oder mehrere Goldmedaillen.

Für das Gesamt-Medaillen-Ranking der Weltmeisterschaften im Ringen (Damen und Herren) 2013 bedeuten die abschließenden Entscheidungen im griechisch-römischen Stil, dass der Iran mit 4 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze in den Einzel-Entscheidungen die erfolgreichste Nation vor Russland mit 3 x Gold, 4 x Silber, 4 x Bronze wurde.

Wie beliebt das Ringen global ist, zeigt dabei auch der „Rest des Medaillenspiegels“ der WM im Ringen in Budapest. 24 Länder holten Medaillen, davon 11 Staaten eine oder mehrere Goldmedaillen.

Nach Budapest 2013 folgte Taschkent 2014

Bei den Welttitelkämpfen im Freistil-Ringen der Herren 2014 setzten die russischen Ringer mit 5 x Gold, 1 x Bronze die sportlichen Akzente. Sehr erfolgreich waren dort ebenfalls die Türkei mit 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze, Aserbaidschan mit 1 x Gold, 1 x Silber und Nordkorea mit 1 x Gold sehr erfolgreich. Der Iran schaffte 3 x Silber, 2 x Bronze. Weltmeister im Freistil-Ringen  wurden 2014 unter anderem Yang Kyong-il (Nordkorea/in der leichtesten Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm), Taha Akgül (Türkei/in der höchsten Gewichtsklasse bis 125 Kilogramm) und Abdusalam Gadisov (Russland/in der Gewichtsklasse bis 97 Kilogramm).

Die WM 2014 bei den Frauen

Und bei den weltmeisterlichen Entscheidungen im Frauen-Ringen (Freistil) waren die Japanerinnen mit 4 x Gold, 1 x Silber „das Maß aller Ringerinnen-Dinge“. Die US-Amerikanerinnen schafften 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze. Dahinter platzierten sich im „Medaillen-Ranking“ die Mongolische Republik sowie die Ukraine mit jeweils 1 x Gold, 1 x Bronze und Deutschland mit 1 x Gold. Die russischen Ringerinnen holten 5 Medaillen (2 x Silber, 3 x Brionze) – darunter jedoch kein Titel. Zu den Weltmeisterinnen 2014 zählen unter anderem Eri Tosaka (Japan/Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm), Sükheegiin Tserenchimed (Mongolische Republik/Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm), Yuliya Tkach (Ukraine/Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm), Adeline Gray (USA/Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm) und Aline Focken aus Deutschland, die sensationell Gold in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm erkämpfte.

Historische Momente aus deutscher Sicht im Frauen-Ringen 

… Das war das 16.WM-Edelmetall in der Geschichte des Frauen-Ringkampfsportes für Deutschland und erst das zweite deutsche Ringerinnen-WM-Gold überhaupt. In Chalkida (Griechenland) 2002 jubelte Brigitte Wagner in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm über die erste weltmeisterliche Ringerinnen-Goldmedaille „Made in Germany“. Insgesamt erkämpften in der WM-Geschichte des Frauen-Ringens seit 1987 sechs deutsche Ringerinnen WM-Medaillen: Nina Englich 3 x Bronze zwischen 1995 und 2001, Stephanie Groß 3 x Silber, 2 x Bronze zwischen 1996 und 2007, Anita Schätzle 1 x Silber, 2 x Bronze zwischen 1999 und 2005, Brigitte Wagner 1 x Gold, 1 x Bronze zwischen 2001 und 2002, Maria Müller 1 x Bronze 2006 und Jaqueline Schellin 1 x Bronze 2012. Und nun, 2014, gab es Gold für Aline Focken…

Das klassische Ringen bei den WM 2014

Im Ringen des griechisch-römischen Stils gab es indes ebenfalls eine Medaille für das deutsche Team. Oliver Hassler erkämpfte Silber in der Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm. Ansonsten waren im klassischen Ringen insbesondere die Teilnehmer aus Armenien (2 x Gold), Russland (1 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze), dem Iran (1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze), Ungarn (1 x Gold, 2 x Bronze), Serbien, Frankreich sowie Kuba (je 1 x Gold) sehr stark. So siegten dort Hamid Sourian (Iran) in der Gewichtsklasse bis 59 Kilogramm, Melonin Noumonvi (Frankreich) in der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm und Mijain Lopez (Kuba) in der Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm.

Die WM 2014 kompakt

Die punktbesten Teams kamen 2014 aus Russland (Freistil-Ringen der Herren/62 Punkte), dem Iran (Klassik-Ringen der Herren/42 Punkte) und aus Japan (Freistil-Ringen der Frauen/55 Punkte).

Die meisten WM-Medaillen 2014 – kompakt betrachtet – sicherten sich Russland (15, davon 6 x Gold), der Iran (9 Medaillen, davon 1 x Gold), die Türkei (9 Medaillen, davon 1 x Gold) und Aserbaidschan (7 Medaillen, davon 1 x Gold).

Und auch 2015 wurde weltmeisterlich gerungen.

Las Vegas und die WM 2015

Die WM-Entscheidungen 2015 im Klassik-Ringen: Russland mit den meisten Medaillen…

In den acht Entscheidungen im Klassik-Ringen bei den Herren gab es keine dominierende Nation. Die acht Titel verteilten sich auf die Türkei (zwei) sowie Kuba, die Ukraine, Russland, Aserbaidschan, Armenien und Deutschland (je einen).

Achtzehn Länder teilten sich die 32 Medaillen, wobei Russland mit fünf Medaillen die meisten erkämpfte. Stark präsentierten sich dabei die Europäer, die 16 der 32 Medaillen errangen, also genau 50 Prozent aller Medaillen. Dazu „holten“ sich die griechisch-römischen Ringer des „alten Kontinents“ 5 der 8 Titel, was einem „Gold-Anteil“ von rund 62 Prozent entspricht.

Frank Stäbler belegte Platz eins in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm. Die anderen europäischen Titelträger im Klassik-Ringen 2015 sind Roman Vlasov (Russland/Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm), Selcuk Cebi (Türkei/Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm), Zhan Beleniuk (Ukraine/Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm) und Riza Kayaalp (Türkei/Gewichtsklasse bis 130 Kilogramm).

Die griechisch-römische Ringer-Streitmacht aus Asien kam auf 13 Medaillen, darunter zweimal Gold für Rasul Chunayev (Aserbaidschan/Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm) und Artur Aleksanyan (Armenien/Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm). Für den amerikanischen Doppel-Kontinent gab es nur einen Titel, für Ismael Borrero (Kuba/Gewichtsklasse bis 59 Kilogramm). Gastgeber USA schaffte im griechisch-römischen Stil nur einmal Bronze – durch Andy Bisek (Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm).

Die WM-Ergebnisse im Freistil-Ringen der Frauen 2015: Zwei Japanerinnen schrieben ihre WM-Geschichte fort…

Bei den Wettkämpfen im Freistil-Ringen bei den Frauen in Las Vegas 2015 offenbarten auch die europäischen Ringerinnen ihre große sportliche Klasse. Diese erkämpften 15 der 32 Medaillen, was einem Anteil von 47 Prozent entspricht. Damit war auch im weltmeisterlichen Frauen-Ringen der „alte Kontinent“ am besten. Allerdings… Die meisten WM-Titel, 4 von 8, also 50 Prozent aller WM-Titel, erkämpften die asiatischen Ringerinnen.

Die Top-Nation war dabei wieder einmal Japan (dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze) gefolgt von den USA (zweimal Gold, einmal Bronze), Russland bzw. der Mongolischen Republik (jeweils einmal Gold, einmal Silber) und der Ukraine (einmal Gold, zweimal Bronze. Insgesamt sicherten sich Ringerinnen aus 18 Ländern WM-Edelmetall. Fünf Länder teilten sich die acht WM-Goldmedaillen im Frauen-Bereich.

Für Deutschland gab es einmal Bronze durch Aline Focken in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm, in der Aline vor Jahresfrist bereits Weltmeisterin wurde. Die WM-Titel im Frauen-Bereich gingen speziell an Eri Tosake (Japan/-48 Kilogramm), Saori Yoshida (Japan/-53 Kilogramm), Helen Maroulis (USA/-55 Kilogramm), Kaori Icho (Japan/-58 Kilogramm), Oksana Herhel (Ukraine/-60 Kilogramm), Soronzonboldyn Battsetsay (Mongolische Republik), Natalia Vorobieva (Russland/-69 Kilogramm) und Adeline Gray (USA/-75 Kilogramm).

Insbesondere die Japanerinnen Saori Yoshida und Kaori Icho schrieben weiter WM-Geschichte. Saori Yoshida schaffte in Las Vegas ihren dreizehnten WM-Titel (2002 bis 2013 in der Klasse bis 55 Kilogramm, 2014 bis 2015 in der Klasse bis 53 Kilogramm) und war dreimal Olympiasiegerin (2004, 2008, 2012 in der Klasse bis 55 Kilogramm). Saoris Landsfrau Kaori Icho kommt immerhin auf zehn WM-Titel (2002 bis 2013 in der Klasse bis 63 Kilogramm, 2014 bis 2015 in der Klasse bis 58 Kilogramm). Drei Olympiasiege (2004, 2008, 2012 in der Klasse bis 63 Kilogramm) verbuchte auch Kaori Icho.

Die WM 2015 im Freistil-Ringen der Herren: Starke Russen und US-Amerikaner

Im Freistil-Ringen bei den Herren spielte Europa ebenfalls eine sportliche „Hauptrolle“. So konnten die europäischen Freistil-Ringer 14 von 32 Medaillen, darunter vier von acht Titel, bejubeln. Die asiatischen Freistil-Ringer kamen zwar auf eine Medaille mehr (15), mußten sich aber mit „nur“ zwei WM-Titeln begnügen.

Damit teilten sich Europa und Asien im Freistil-Ringen der Herren 2015 fair die Medaillen, kamen zusammen auf 29 der 32 Medaillen. Lediglich Gastgeber USA brach in die europäisch-asiatische Phalanx mit drei Medaillen (2 Titeln) ein.

Die erfolgreichsten Freistil-Ringer-Nationen bei den Herren waren letztendlich Russland (zweimal Gold, einmal Silber, viermal Bronze), die USA (zweimal Gold, einmal Bronze), Aserbaidschan bzw. die Türkei (jeweils einmal Gold, Silber, Bronze), Georgien (einmal Gold, zweimal Bronze) und Italien (einmal Gold). Podestplätze im Freistil-Ringen der Herren schafften Athleten aus 12 Ländern. Die dortigen acht Titel verteilten sich auf 6 Staaten. Die Weltmeister im Freistil-Ringen der Herren lauten dabei Vladimer Khinchegashvili (Georgien/-57 Kilogramm), Haji Aliyev (Aserbaidschan/-61 Kilogramm), Frank Chamizo (Italien/-65 Kilogramm), Magomedrasul Gazimagomedov (Russland/-70 Kilogramm), Jordan Burroughs (USA/-74 Kilogramm), Abdulrashid Sadulaev (Russland/-86 Kilogramm), Kyle Snyder (USA/-97 Kilogramm) und Taha Akgül (Türkei/-125 Kilogramm).

Die besten Ringer-Nationen der WM 2015 in Las Vegas waren nach Berücksichtigung aller Wettkämpfe – je acht im Klassik-Ringen der Herren, im Freistil-Ringen der Frauen und im Freistil-Ringen der Herren – Russland (viermal Gold, zweimal Silber, achtmal Bronze), die USA (viermal Gold, dreimal Bronze), die Türkei (dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) und Japan (dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze). Die deutsche Bilanz lautete einmal Gold, einmal Bronze.

WM 2016 in Budapest

 Mitte Dezember 2016 fanden in Budapest noch die WM-Entscheidungen in sechs nicht-olympischen Gewichtsklassen statt. Dort war Russland mit 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze am besten.

… Und nun sind die Blicke auf die WM im Ringen 2017 Ende August gerichtet.

Marko Michels

Foto (Maik Micera): Impression von der Norddeutschen Meisterschaft im Februar 2017 in Schwerin.