Rostock Seawolves LogoDie ROSTOCK SEAWOLVES haben zum ersten Mal in dieser Saison zuhause gewonnen. Vor 2.479 Zuschauern in der StadtHalle Rostock zitterten sich die Wölfe zu einem 87:85-Erfolg gegen die wiha Panthers Schwenningen und kletterten in der Tabelle der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA auf den sechsten Platz. Fünf SEAWOLVES-Akteure punkteten zweistellig. Bester Korbjäger war Jordan Roland mit 23 Zählern, Chris Carter verbuchte mit 14 Punkten und zehn Assists ein Double-Double. Bei den Gästen kam Raiquan Clark auf 22 Punkte.

ROSTOCK SEAWOLVES gegen wiha Panthers Schwenningen 87:85 (51:33)

Für Bruchteile einer Sekunde stockte den 2.479 Zuschauern in der StadtHalle Rostock der Atem. Der ehemalige SEAWOLVES-Spieler und Publikumsliebling Chris Frazier (2017 bis 2019 in Rostock) hatte mit dem letzten Wurf die Chance auf den Sieg. In der Ecke stehend bekam er den Ball von David Cohn zugepasst. Frazier setzte zum Wurf an, der Ball flog im hohen Bogen Richtung Korb – und knallte auf den Ring. Die Zuschauer atmeten auf, als Gabriel de Oliveira den Rebound umklammerte und den ersten Heimsieg der Saison 2021/2022 festhielt. Jubel brandete von den Rängen.

Dabei hatten die SEAWOLVES in der ersten Halbzeit einen soliden Auftritt hingelegt. Lange Zeit sah es nach einem ungefährdeten Sieg aus. Trotz eines 0:7-Fehlstarts fanden die Wölfe ab der 3. Minute in die Partie und antworteten selbst mit sieben Zählern in Serie. Jordan Roland, Sid-Marlon Theis und Nijal Pearson waren die auffälligsten Akteure auf Rostocker Seite in den ersten Minuten (15:9, 7. Min). Die SEAWOLVES gingen mit einer 23:16-Führung in die Viertelpause. Im zweiten Durchgang platzte dann auch der Knoten von jenseits der Dreipunktelinie. Hatten die Wölfe von ihren ersten neun Versuchen nur einen verwandelt, trafen sie nun vier von sechs von „Downtown“ – und zogen auf bis zu 20 Punkte davon (49:29, 19. Min). Neben den Treffern aus der Distanz zeigte auch Gabriel de Olivera eine starke Vorstellung und dunkte den Ball zweimal sehenswert in den Korb.

Nach dem Seitenwechsel geriet der Offensivmotor der Hausherren etwas ins Stottern. Erst nach knapp vier Minuten brachte Roland weitere Rostocker Zähler auf die Anzeigetafel. Der 1,85 Meter große US-Amerikaner sorgte auch für Staunen, als er in der 27. Minute zum Korb zog und per beidhändigen Dunk zum 61:47 abschloss. Die Panthers aus Schwenningen, die ohne den früheren Rostocker Grant Sitton aufliefen (Sitton fehlte aufgrund eines Krankheitsfalls in seiner Familie), witterten ihre Chance auf ein Comeback, trotz zweistelligen Rückstands. Doch kurz vor Ende des dritten Abschnitts verpassten die Panthers zwei Korbleger, um auf acht Zähler Unterschied zu verkürzen. Stattdessen gingen die Wölfe mit elf Punkten Vorsprung in das Schlussviertel.

Das komfortable Polster war jedoch innerhalb kürzester Zeit geschmolzen. Die Gäste aus dem Schwarzwald trafen nach Belieben, legten einen 15:0-Lauf aufs Parkett und krallten sich die erste Führung seit den Anfangsminuten. Plötzlich waren es die Wölfe, die einem Rückstand hinterherliefen (66:70, 33. Min). Theis beendete schließlich den Lauf der Panthers mit Punkten von der Freiwurflinie. Was bis zum Start ins Schlussviertel wie ein souveräner Sieg für die SEAWOLVES aussah, entwickelte sich nun zur Zitterpartie. Chris Carter, Nijal Pearson und Co. behielten in der Schlussphase die Nerven und holten die Rostocker Führung zurück (80:74, 36. Min). Bis zum Ende blieb es hochdramatisch in der Wolfshöhle. Als Roland 20,5 Sekunden vor Schluss aus der Mitteldistanz zum 86:82 traf, konnte man in der StadtHalle sein eigenes Wort nicht mehr hören. Doch unmittelbar auf der Gegenseite vollendete Lennard Larysz ein Dreipunktespiel und es blieb spannend. Carter traf daraufhin nur einen von zwei Freiwürfen zum 87:85, bis die Schwenninger den letzten Angriff starteten – und Chris Frazier (14 Punkte, 4/12 Dreier) den potenziellen Siegtreffer verfehlte.

Coach Christian Held nach dem Spiel: „Man hat heute die extreme Bedeutung von mentaler Stärke im Sport gesehen. Wenn man ein Spiel in Leverkusen verliert, wie wir es verloren haben (Niederlage nach 20-Punkte-Führung; d. Red.), dann hat man die Angst im Hinterkopf und möchte auf gar keinen Fall, dass es sich wiederholt. Das hat man unserer Mannschaft heute mit Sicherheit angemerkt. Schwenningen hingegen hat zwei Spiele genau auf diese Art gewonnen. Deswegen haben sie daran geglaubt und wir hatten Angst, das Spiel zu verlieren. Aber obwohl Schwenningen in Führung gegangen ist, sind wir als Team zusammengeblieben. Wir haben am Ende die Ruhe bewahrt. Chris Carter hat am Ende für uns die Verantwortung übernommen und einen sehr guten Job gemacht, das Spiel doch für uns nach Hause zu bringen.“

Am nächsten Wochenende haben die SEAWOLVES spielfrei. Das nächste Heimspiel findet am Samstag, den 30. Oktober 2021 um 19:30 Uhr gegen die Artland Dragons in der StadtHalle Rostock statt. Tickets sind auf tickets.seawolves.de erhältlich. Die Partie wird live auf sportdeutschland.tv übertragen.

Viertelstände (HRO-SCH): 23:16, 28:17, 15:22, 21:30

Punkteverteilung

Rostock: Azodiro (nicht eingesetzt), Carter (14), De Oliveira (10), Gloger (0), Ilzhöfer (1), Jost (0), Loesing (4), Nelson (7), Pearson (15), Roland (23), Schmundt (nicht eingesetzt), Theis (13).

Schwenningen: Bergmann (0), Clark (22), Cohn (14), Frazier (14), Hoppe (0), Isemann (11), Kudic (5), Larysz (16), Okundaye (0), Wilson (3).

Quelle: Rostock Seawolves e.V.