Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Blick in die Palmberg-Arena in Schwerin, Spielstätte des SSC… Archiv-Foto: M.M.

Es ist wieder einmal große Europapokal-Zeit in Schwerin. In dieser Saison 2017-2018 sind dabei die Schwerinerinnen im CEV Cup gefordert, dem nach der „Champions League“ zweithöchsten Europapokal-Wettbewerb im Frauen-Volleyball. Dieser ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem „alten CEV-Cup“, der von 1980-81 bis 2006-07″ ausgetragen wurde und inzwischen, seit 2007-08,  als „Challenge Cup“ weiter geführt wird.

Zum sportlichen Grundverständnis: Der „neue CEV-Cup“ und dessen Wurzeln

Der „neue“ CEV-Cup, der seit 2007-08 besteht, knüpft an den „Europapokal der Pokalsiegerinnen“ von 1972-73 bis 1999-2000 und dessen Nachfolge-Cup-Wettkampf, den „Top Teams Cup“, der von 2000-01 bis 2006-07 existierte, an.

An diesen „Cup“ hat Schwerin gute Erinnerungen. So triumphierte der SC Traktor Schwerin im Europapokal der Pokalsiegerinnen 1974-75 vor ZSKA Moskau und Slavia Bratislava. Vier Jahre später, 1978-79 folgte Silber: Die SCT-Frauen wurden Zweite hinter Ruda Hvezda Prag.

Bei den europäischen „Pokalsiegerinnen“ gab es zudem weiteres Edelmetall für das SCT-Team: 1987-88 (Bronze, beim Sieg von ZSKA Moskau), 1988-89 (Silber, beim Sieg von ADK Alma Ata) und 1989-90 (Bronze, beim Sieg erneut von ADK Alma Ata). Im Nachfolge-Wettbewerb, dem „Top Team-Cup“,  schaffte dann das Team des Schwerin SC 2006/07 beim Erfolg von Grupo 2002 Murcia (Spanien) noch einmal Bronze.

Ganz besonders in Erinnerung bleibt jedoch der Sieg des SC Traktor Schwerin 1977-78 im Europapokal der Landesmeister 1977-78 vor Nim-Se Budapest und Start Lodz. Drei Jahre später, 1980-81, belegte in diesem Wettbewerb der SC Traktor Schwerin auch den Bronze-Rang (Sieger damals Uralotschka Swerdlowsk).

Italien mit 12 Erfolgen

Wie sieht nun eigentlich das „Ranking“ im „Europapokal der Pokalsiegerinnen“ bzw. „Top Teams Cup“ bzw. „neuer CEV-Cup“ aus?! Die meisten Triumphe zwischen 1972-73 und 2016-17 sicherten sich Italien (zwölf, zwischen 1994 und 2012), Russland (mit RSFSR, acht,  zwischen 1973 und 2017), Deutschland (mit DDR bzw. Westdeutschland, sechs, zwischen 1997 und 1993), die Türkei (drei, 1999, 2004, 2014), Kasachstan (Kasachische SSR, drei, 1989-1991), die Ukraine (Ukrainische SSR, zwei, 1977, 1983), die Tschechoslowakei (zwei, 1976 und 1979, darunter die Slowakei 1976 und Tschechien 1979), Ungarn (zwei, 1980 und 1981). Je einen Erfolg erkämpften Mannschaften aus Weissrussland (Weissrussische SSR), Belgien, Polen, Bulgarien, Frankreich, Spanien und Aserbaidschan.

Sechs deutsche Erfolge bei den „Pokalsiegerinnen“

Neben dem Erfolg des SC Traktor Schwerin 1974-75 gewannen den damaligen „Europapokal der Pokalsiegerinnen“ aus deutscher Sicht ebenfalls der SC Dynamo Berlin (1978, 1984 und 1985), der USC Münster (1992) und die Volley Cats Berlin (1995).

Den ersten „Europapokal der Pokalsiegerinnen“ errang 1972-73 ZSKA Moskau, den letzten, 1999-2000, Pallavolo Sirio Perugia (Italien). Asterix Kieldrecht (Belgien) war hingegen der Premieren-Sieger im ersten „Top Teams Cup“ 2001. Die letzte offizielle Ausgabe des „TTC“ ging auf das „sportliche Konto“ von Grupo 2002 Murcia (Spanien).

Und den Anfang beim „neuen CEV-Cup“ machte 2008 Scavolini Peraro (Italien); 2017 siegte VK Dynamo Kasan (Russland).

Den CEV-Cup der Frauen 2015-16 in der Rückblende

Bei ihrer vorerst letzten Teilnahme im CEV-Cup 2015/16 gab es für die SSC-Mädels viel Grund zum Jubeln. Die Schwerinerinnen mit Tabitha Love, Anja Brandt, Denise Hanke & Co. konnten sich seinerzeit dort  gut in Szene setzen. In der ersten Runde setzten sich die SSC-Mädels mit SK UP Olomouc (Tschechien) mit 3:0 bzw. 2:3 durch. Es folgten im Achtelfinale gegen Maritza Plovdiv (Bulgarien) ein 3:1 bzw. 3:0, im Viertelfinale gegen Chimik Yuzhny (Ukraine) ein 3:0 bzw. 3:1 und in der Challenge-Runde gegen CS Volei Alba Blaj (Rumänien) ein 3:0 bzw. 3:0. Gegen die Türkinnen von Galatasaray Istanbul war dann im Halbfinale nach zwei 0:3-Niederlagen Endstation. Dynamo Krasnodar (Russland) gewann letztendlich den CEV-Cup 2015/16 vor Galatasaray Istanbul (Türkei), dem Schweriner SC bzw. Azzerail Baku (Aserbaidschan).

Im CEV-Cup 2016/17 siegten dann die Frauen von VK Dynamo Kasan (Russland) vor Yamamay Busto Arsizio (Italien).

Zum aktuellen Geschehen im CEV-Cup 2017-2018

In der ersten Runde des CEV-Cups 2017/18 traf der SSC aktuell, am 13.Dezember 2017, in der Palmberg-Arena in Schwerin auf Rocheville Le Cannet (Frankreich) und siegte mit 3:1 (25:22, 16:25, 25:22, 25:22). Das Rückspiel ist am 9.Januar 2018.

Der SSC in der letzten Europapokal-Saison 2016/17 (Challenge-Cup)

In der letzten Saison 2016/17 spielte der Schweriner SC noch im Challenge-Cup, dem dritthöchsten Europapokal-Wettbewerb für Vereinsmannschaften. Bis unter die besten vier Teams schafften es die SSC-Mädels…

Der Weg des SSC in das damalige CC-Halbfinale

Zuvor waren die Teams von OrPo Orivesi (Finnland, erste Runde), LP Kangasala (Finnland, Achtelfinale) und Viteos Neuchatel Universite (Schweiz, Viertelfinale) keine ernsthaften „Hürden“ für den SSC auf dem Weg in das Halbfinale. Alle Partien, Hin- und Rückspiele, endeten jeweils 3:0 für die SSC-Mannschaft.

Im Hinspiel des Halbfinales, Ende März 2017, waren die SSC-Schmetterlinge „so richtig“ gegen BBSK Bursa gefordert und leider gab es – trotz der spielerischen Leidenschaft, trotz des großen Kampfgeistes und trotz des nimmermüden Einsatzes der SSC-Spielerinnen – ein 1:3 (22:25, 28:30, 25:21, 20:25) gegen Bursa. Im Rückspiel in Bursa, Anfang April 2017, revanchierten sich die Schwerinerinnen mit 3:2 gegen BBSK Bursa, aber aufgrund des bessren Satz-Verhältnisses gelangte das türkische Team in die Endspiele. Dort setzte sich BBSK Bursa gegen Olympiacos Piräus mit 3:0/2:3 durch. Piräus hatte im zweiten Halbfinale Yenisei Krasnoyarsk dank eines Golden Set aus dem Wettbewerb eliminiert.

Der SC Traktor Schwerin bzw. der Schweriner SC mit großer Europapokal-Tradition

Der Schweriner SC und dessen Vorgänger-Verein, der SC Traktor Schwerin haben ohnehin eine große Europapokal-Tradition. Der SSC bzw. der SCT erkämpften in den verschiedenen Europapokal-Wettbewerben der Frauen bislang insgesamt 2 x Gold, 2 x Silber, 5 x Bronze.

Erfolg im Landesmeister-Wettbewerb 1977/78 

Im Europapokal der Landesmeister, seit 1995/96 Champions League, wurde der SC Traktor Schwerin 1977/78 Erster vor Nim-Se Budapest und Start Lodz. Drei Jahre später, in der Saison 1980/81, belegte der SC Traktor Schwerin beim Erfolg von Uralotschka Swerdlowsk Rang drei.

Der erste Sieger im Europapokal der Landesmeister (Frauen) 1960/61 war VK Dynamo Moskau. Zuletzt, in der Champions League 2016/17, setzte sich Vakifbank Istanbul durch.

Triumph auch im Europapokal der Pokalsieger 1974/75

Auch im Europapokal der Pokalsieger, von 2001/2002 bis 2006/2007 Top Teams Cup und ab 2007/08 der „neue“ CEV-Cup, konnten Schweriner Volleyball-Mannschaften schon jubeln. In der Spielzeit 1974/75 siegte der SC Traktor Schwerin vor VK ZSKA Moskau und Slavia Bratislava.

Vier Jahre danach (1978/79) errang der SCT Silber hinter Ruda Hvezda Prag. Von 1988 bis 1990 gab es ebenfalls Edelmetall für den SC Traktor Schwerin: 1987/88 Bronze beim Sieg von VK ZSKA Moskau, 1988/89 Silber beim Sieg von ADK Alma-Ata, 1989/90 Bronze beim erneuten Sieg von ADK Alma-Ata und 1991/92, nunmehr für den SSC, Bronze beim Erfolg des USC Münster.

Im „Top Team Cups“ holte der Schweriner SC 2006/07 Bronze – Sieger wurde damals Grupo 2002 Murcia (Spanien).

Der erste Gewinner des Europapokals der Pokalsieger (Frauen) 1972/73 war übrigens VK ZSKA Moskau. Im „neuen“ CEV-Cup, in der Saison 2016/17, triumphierte VK Dynamo Kasan.

Der „Challenge-Cup“ und dessen Bedeutung

Der derzeitige Europapokal-Wettbewerb 2016/17 mit SSC-Beteiligung, der „Challenge-Cup“, 2007/08 unter der Bezeichnung „CC“ geführt, ist die dritthöchste europäische Vereinskonkurrenz nach der „Champions League“ und dem „neuen“ CEV-Cup im Volleyball.

Die Premieren-Sieger des damaligen CEV-Cups 1980/81 kamen aus Bayern. Seinerzeit erkämpfte sich der SV Lohhof den Cup.

Der SSC in der bisherigen Spielzeit 2016/17 (bis 12.Dezember 2017)

Die bisherige Spielzeit 2016/17 war aus Sicht des SSC eine sehr erfolgreiche. Gleich zum Auftakt am 8.Oktober 2017, beim Supercup-Finale in Hannover, konnten die SSC-Schmetterlinge jubeln. Dank eines 3:0 über MTV Allianz Stuttgart holten sich die SSC-Mädels den Supercup.

In der ersten Bundesliga im Frauen-Volleyball überzeigte das SSC-Team ebenfalls, kam zu Siegen über den VCO Berlin (zu Hause) 3:0, die Roten Raben Vilsbiburg (auswärts) 3:1, den SC Potsdam (zu Hause) 3:0, die Ladies in Black Aachen (zu Hause) 3:0, den VfB Suhl (auswärts) 3:0 und Schwarz-Weiß Erfurt (zu Hause) 3:0. Am 6.Dezember gab es dann die erste Saison-Niederlage 2016/17 für den SSC – mit 2:3 beim Dresdner SC. Drei Tage später, am 9.Dezember, jubelten hingegen wieder die SSC-Mädels – mit 3:2 zu Hause gegen den USC Münster.

Der SSC ist damit nach acht Spieltagen in der ersten Bundesliga im Frauen-Volleyball (Stand: 12.12.2017) mit 21 Punkten Zweiter in der Tabelle, hinter Stuttgart (22 Punkte) und vor Dresden (20 Punkte).

Die weiteren Spiele in der ersten Bundesliga im Frauen-Volleyball sind dann am 16.Dezember 2017 auswärts gegen VC Wiesbaden, am 26.Dezember 2016 in der Palmberg-Arena gegen MTV Allianz Stuttgart und am 6.Januar 2018 zu Hause gegen die Roten Raben Vilsbiburg.

Im DVV-Pokal 2016/17 stehen die SSC-Mädels inzwischen im Halbfinale, nach Siegen über USV VIMODROM Volley Jena 3:0 (auswärts) im Achtelfinale und über die Roten Raben Vilsbiburg 3:0 (auswärts). Halbfinal-Gegnerinnen sind am 20.Dezember 2017 die Dresdnerinnen (auswärts). Das Finale im DVV-Pokal ist am 4.März 2018 in Mannheim.

Blick zu den WM im Frauen-Volleyball 2018

Im kommenden Jahr, 2018, werden zudem die 18.Weltmeisterschaften im Frauen-Volleyball vom 30.September 2018 bis 21.Oktober 2018 mit 24 Mannschaften ausgetragen. Qualifiziert sind bislang Gastgeber Japan, Titelverteidiger USA, Russland, Serbien, die Türkei, Italien, Aserbaidschan und Deutschland. Rekord-Weltmeister im Frauen-Volleyball ist Russland (einschließlich UdSSR) mit sieben Titeln. Es folgen Japan bzw. Kuba mit jeweils drei Titeln, China mit zwei Titeln und die USA bzw. Italien mit jeweils einem Titel. Das vorerst letzte WM-Turnier im Frauen-Volleyball 2014 in Italien gewannen die USA vor China, Brasilien und Italien. Beim Olympia-Turnier im Frauen-Volleyball 2016 in Rio de Janeiro erkämpfte China Gold vor Serbien, den USA und den Niederlanden.

Deutsche Teams errangen in der Geschichte der WM im Frauen-Volleyball bis dato leider noch nicht Edelmetall. 1974 in Mexiko und 1986 in der Tschechoslowakei gab es als beste Platzierungen jeweils Rang vier für die DDR mit Schweriner Beteiligung. Bei Olympia, 1980 in Moskau, schaffte die DDR, ebenfalls mit Schweriner Beteiligung, Silber im dortigen Frauen-Volleyball-Turnier.

Beim WM-Turnier in Japan 2018 werden sicherlich auch einige aktuelle und frühere SSC-Spielerinnen dabei sein…

Exkurs: Auch die 23.Hallen-Handball-WM der Frauen 2017 im Fokus

Die Halbfinals der 23.Hallen-Handball-WM der Frauen in Deutschland stehen mit dem heutigen 13.Dezember 2017 fest. Am 15.Dezember 2017 treffen in Hamburg Schweden bzw. Frankreich und die Niederlande bzw. Norwegen aufeinander. Das Spiel um Platz drei und das Finale folgen dann am 17.Dezember 2017 ebenfalls in Hamburg.

Marko Michels