M-V-Talente im Einsatz im Ringen, im Judo, in der Leichtathletik, im Flossenschwimmen, im Bahnradsport, im Rudern, im Schwimmen und im Handball

Judosport der jungen Talente beim „Sportfest der Vielfalt“ 2017 in Schwerin. (Foto: Michels)

Muss einem um die Zukunft des Sportes in Mecklenburg-Vorpommern bange sein?! Gibt es nicht mehr die großen Sport-Talente hierzulande? Ist nur Tristesse angesagt, weil die Anzahl der Medaillen bei Olympischen Spielen seit 1996 doch immer dürftiger wurde?

Es gibt sie…

Nein, dem es nicht so. Es gibt sie zweifellos – die leistungsbereiten, talentierten und ambitionierten Nachwuchs-Sportlerinnen bzw. – Sportler „Made in M-V“, die wissen, was sie können und zugleich auch wissen, dass  nicht zuletzt Trainingsfleiß dazu gehört, um international erfolgreich zu sein.

Stimmen Umfeld, Förderung und Perspektiven, gerade in beruflicher Hinsicht, der Sporttalente, dann kann, darf und sollte das Sportland Mecklenburg-Vorpommern optimistisch in die Zukunft blicken.

Klingt vermessen, gar optimistisch?! Ist es aber nicht, wie der bisherige Sportsommer 2017 beweist.

Zahlreiche Erfolge und internationale Teilnahmen der „Youngstars“ aus M-V

Bummi-Olympiade in Wismar. (Foto: Michels)

Bei den zehnten „Baltic Sea Youth Games“ in Brest konnten die 83 Athletinnen und Athleten aus M-V 21 Medaillen erkämpfen, darunter 3 x Gold, wobei die Boxsportlerinnen und -sportler hieran einen großen Anteil hatten. Apropos Boxen… Sophie Alisch vom BC Traktor Schwerin konnte bei den U 17/U 19-EM im Boxsport in Sofia in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm Bronze gewinnen – ein Box-Talent mit olympischen Ambitionen aus Schwerin.

Auf den Spuren von Steffi Graf und Boris Becker ist auch ein junger Tennisspieler aus Schwerin. Niels Mc Donald (Altersklasse U 9) gewann das Nationale Deutsche Jüngsten Turnier in Detmold, das vor ihm auch Boris und Steffi gewannen – und wohin deren Weg führte, ist ja hinlänglich bekannt.

Bei den Junioren-WM im Rudern in Trakai aktuell ist indes ein Rostocker Ruderer, Leon Münch, im Achter dabei.

Bereits vor Jahresfrist, bei den JWM in Amsterdam 2016, startete Leon Münch und konnte im Vierer ohne mit dem deutschen Team hinter Rumänien und Großbritannien Bronze erringen.

Überhaupt waren die 2016er JWM aus deutscher Sicht mit zweimal Gold, siebenmal Silber, einmal Bronze sehr erfolgreich. Gold holte vor 12 Monaten der deutsche Vierer ohne der Juniorinnen und der deutsche Achter der Junioren.

Übrigens ist Leon Münch Mitglied des Olympischen Ruder-Clubs Rostock von 1956 – 1956 war auch das Jahr, in dem es die erste olympische Medaille für M-V nach dem zweiten Weltkrieg gab. Karl-Heinz Groddeck, im vorpommerschen Tutow geboren, gewann in Melbourne 1956 Olympia-Silber im Zweier mit… 1960 folgte Olympia-Gold mit dem Achter und 1964 Olympia-Silber ebenfalls mit dem Achter.

Rudern ist schon eine Rostocker Traditionssportart, aber das gilt erst recht für das Wasserspringen, holte doch mit der gebürtigen Dresdnerin Ingrid Krämer, die 1964 für den SC Empor Rostock startete, eine Wasserspringerin das erste Frauen-Olympia-Gold für M-V (1964 in Tokyo). Aber Wasserspringen und Rostock ist noch heute eine Erfolgssymbiose.

So gab es für die jungen Rostocker Wassersprung-Talente bei den „Open Croatian Summer Cadet and Junior Championships“ 15 Medaillen für Wasserspringer des WSC Rostock. Des Weiteren wurde Saskia Oettinghaus für die Universiade in Taipei im August nominiert.

Und auch im Handball geht bekanntlich für Rostock einiges, auch wenn der HC Empor Rostock derzeit nur in der dritten Liga spielt. Für die Handball-Jugend-WM im August in Georgien wird Leon Mehler vom HC Empor Rostock in der deutschen Mannschaft spielen. Dessen neuer Vereinskollege Robin Breitenfeldt wurde für den erweiterten Kader berücksichtigt.

Für die Heim-Elite-WM im Frauen-Handball im Dezember in Deutschland sind auch drei junge „Mecklenburgerinnen“ im Kader – die gebürtige Ribnitzerin Anne Hubinger, die gebürtige Rostockerin Nele Reimer und Emily Bölk, deren erfolgreiche Mutti, Andrea, 1968 in Rostock geboren wurde und 1993 mit der deutschen Frauen-Auswahl WM-Gold holte.

Eines der größten sportlichen Talente in M-V, die Judoka Annika Würfel vom VfK Rostock, zuletzt mit Bronze und Gold bei den Kadetten-EM in Kaunas erfolgreich, qualifizierte sich auch für die U 18-WM im Judosport in Santiago de Chile. Und M-V hat ja eine große Judo-Tradition, denkt man nur an Namen wie Andreas Paluschek, Andreas Preschel, Torsten Brechot, Susi Zimmermann, Ramona Brussig, Carmen Brussig oder den unvergessenen Judo-Trainer Matthias Hermann.

Auch junge Ringerinnen und Ringer aus M-V waren international im Sommer 2017 gefordert, so Karl Marbach (Greifswalder SV) und Josefine Purschke (SV Warnemünde) bei den Kadetten-EM in Sarajevo. Zudem ist Andrej Ginc (SAV Torgelow) bei den Junioren-WM in Tampere aktiv vor Ort.

Großartig präsentierten sich ebenfalls die Bahnradsport-Asse Lea Sophie Friedrich (RST Dassow), Carl Hinze (Schweriner SC) und Dominique-Rene Anklam (Schweriner SC) bei den U 23- bzw. Junioren-EM in Anadia. Für Lea und Carl geht es nun weiter zu den Junioren-WM in Montichiari…

Auf gute Ergebnisse hoffen auch die Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer des TSC Rostock 1957 bei den Junioren-WM im Flossenschwimmen in Tomsk. Gerade gewann ja der Rostocker Max Lauschus bei den zehnten „World Games“ 2010 Silber und Bronze und im September feiert der TSC seinen 60.Geburtstag.

Auch im Schwimmen gibt es zahlreiche Talente in M-V, ob in Schwerin, in Rostock, in Neubrandenburg, in Greifswald, in Stralsund, in Anklam oder in Wolgast. Carl Louis Schwarz, der gebürtige Schweriner, jetzt für den Potsdamer SV startend, hofft auf die Elite-WM 2018 und die Elite-WM 2019.

Im Triathlon sind mittlerweile, fast schon „traditionell“, Lena Meißner und Peer Sönksen vom SC Neubrandenburg regional, national und international oft vorn an der Spitze. Im Kanu-Rennsport sind Kanu-Talente aus Rostock und aus Neubrandenburg sehr erfolgreich und ambitioniert.

Im Reitsport ist Flora Reemtsma, die viele Jahre beim RSV Zierow aktiv war,  eine junge begnadete Vielseitigkeits-Reitsportlerin. Zehn junge Reitsportlerinnen und Reitsportler aus M-V werden auch demnächst, im September, an den Deutschen Jugendmeisterschaften im Reitsport in Aachen teilnehmen.

Vor Athen, bei den EM der 420er Klasse im Segeln, konnten sich gleich mehrere Teams aus M-V qualifizieren. Hannah Anderssohn vom Warnemünder Segel-Club, die olympische Ambitionen für 2020 und 2024 hegt, wurde in der Klasse „Laser Radial“ sogar Zweite bei den U 21-WM vor Nieuwport und startet demnächst bei den U 19-Worlds vor Medemblik.

M-V – ein Land mit vielen Sport-Talenten! / Impression von früheren Jugendsportspielen MV in Schwerin. (Foto: Michels)

In der Leichtathletik ist M-V 2017 außerdem mit zahlreichen Talenten gesegnet. Da Namen zu nennen, verbietet sich fast. Beim SC Neubrandenburg, Schweriner SC, beim 1.LAV Rostock, bei der HSG Uni Greifswald, bei der TSG Wismar, beim LAV Ribnitz-Damgarten/Sanitz und den anderen mehr als 60 Vereinen mit 6000 Mitgliedern wird eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit geleistet, oft im Ehrenamt, die man gar nicht genug würdigen kann.

So schaffte Diskuswerferin Claudine Vita (SC Neubrandenburg) Gold bei den U 23-EM in Bydgoszcz.

Der Hochspringer Chima Ihenetu (SC Neubrandenburg) jubelte über Silber bei den U 18-WM in Nairobi. Dort erreichten auch Speerwerferin Julia Ulbricht (1.LAV Rostock, 4.Platz) und Stabhochspringerin Laure Scheutzow (Schweriner SC, 5.Platz) hervorragende Ergebnisse.

Sehr gut vertrat ebenfalls Hochspringerin Maja Küßner (1.LAV Rostock) die Farben von M-V beim Europäischen Olympischen Jugendfestival in Györ.

Klasse auch der Silber-Rang über 200 Meter, der Bronze-Rang über 100 Meter und der vierte Rang im Weitsprung der 19jährigen Lindy Ave, in Neubrandenburg geboren, für die HSG Uni Greifswald startend, bei den IPC-Leichtathletik-WM kürzlich in London.

Tja, M-V besitzt schon außergewöhnliche Sport-Talente, die man „nur“ richtig hegen und pflegen muß! Dann klappt es auch in der Perspektive wieder mit mehr Olympia-Medaillen.

Marko Michels