Nachgefragt bei Mirko Wohlfahrt, Turnier-Direktor des Turniers der Meister in Cottbus

Vom 3.Juni bis 10.Juni findet das Internationale Deutsche Turnfest in Berlin statt, zu dem 80000 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer aus ganz Deutschland, darunter ebenfalls 3500 Gäste aus elf Nationen erwartet werden…

Ein weiterer turnsportlicher Höhepunkt 2017 in Deutschland wird jedoch in mehr als fünf Monaten auf der Agenda stehen: Das nächste „Turnier der Meister“ in Cottbus wird  dann vom 23.November bis 26.November  in der Lausitz-Arena ausgetragen.

Dessen „sportliche Keimzelle“ ist allerdings der internationale Turn-Wettkampf 1973 in Schwerin, bei dem Irene Abel und Wolfgang Thüne die Mehrkämpfe für sich entschieden.

Auch Turnerinnen aus M-V spielten beim „Turnier der Meister“ oft eine gute aktive Rolle. Die gebürtige Rostockerin Jana Günther (Olympia-Teilnehmerin 1992) gewann 1993 in Cottbus den Mehrkampf der Frauen und die gebürtige Rostockerin Kathleen Stark-Kern (Olympia-Teilnehmerin 1992, 1996) „holte“ 1997 an gleicher Stelle beim Sprung-Wettkampf Gold. Außerdem belegte der gebürtige Neustrelitzer Ulf Hoffmann, unter anderem ebenfalls Olympia-Zweiter 1988 mit der DDR-Riege, beim dortigen Mehrkampf Platz eins 1985.

Inzwischen ist das „Turnier der Meister“ ebenfalls eine Weltcup-Station, die 2017 vom 23.November bis 26.November ausgetragen wird.

Davor gibt eine ganz wichtige Meisterschaft, die WM vom 2.Oktober bis 8.Oktober in Montreal.

Wie beurteilt der Turnier-Direktor Mirko Wohlfahrt die Entwicklung des „Turniers der Meister“?!

Nachgefragt

M.Wohlfahrt über turnsportlich Vergangenes und Kommendes

Frage: Zunächst noch ein kurzer Rückblick auf 2016… Was waren aus Ihrer Sicht die sportlichen und organisatorischen Highlights der letzten Veranstaltungen?

Mirko Wohlfahrt: Wir hatten ja die herausfordernde Besonderheit, dass wir in 2016 zwei Veranstaltungen in dieser Größenordnung zu stemmen hatten, einmal das geplante Turnier der Meister  im Frühjahr als Teil der Challenge-Cup Serie der F.I.G. und dann nochmal im November als Auftakt der Weltcup-Serie. Sportlich waren beide gekennzeichnet durch Weltklasse, besonders im Frühjahr im Hinblick auf die Olympiavorbereitung und im Herbst durch eine Mischung von Routiniers und vieler junger Gesichter, bereits im Hinblick auf Tokio 2020.

Frage: Wie beurteilen Sie die Stellung des „Turniers der Meister“ im internationalen Turn-Kalender? Was ist das Besondere, das „Alleinstellungsmerkmal“ der Wettkämpfe in Cottbus?

Mirko Wohlfahrt: Das Turnier der Meister reiht sich in die Top-Acht-F.I.G. Veranstaltungen mit Weltcupstatus ein, davon vier im Mehrkampf und vier an den einzelnen Geräten ein, ergänzt durch weitere vier Challenge-Cups.

„Turnier der Meister – das ist die Erfolgsgeschichte einer Sportveranstaltung, die mit zwei eher regional bedeutenden Turnieren – mit internationaler Beteiligung – in Schwerin (1973) und Berlin (1978) ihren bescheidenen Anfang nahm und inzwischen zum Kreis der bedeutendsten Turn-Turniere der Welt zählt. Bestand das Turnier bis zum Jahr 1993 aus einem schlichten Mehrkampf mit einer Turn-Übung an jedem Gerät und den anschließende Gerätfinals, schloss man sich ab 1994 der Grand-Prix-Veranstaltungsserie an, um gemeinsam mit verschiedenen europäischen Ausrichtern eine noch höhere Attraktivität zu erreichen. Ziel war es, durch eine Vernetzung von Turnveranstaltungen die Stars der Turn- Szene zu binden. Das ist gelungen.

Mit der Anerkennung als World Cup-Turnier des Internationalen Turnerbundes (FIG) konnte ein weiterer Qualitätssprung erreicht werden, der die Attraktivität der Veranstaltung für die Turnnationen in aller Welt und zugleich die Publikums-Begeisterung der Cottbuser für »ihr« Turnier um ein Vielfaches steigerte.

Seit nunmehr über zwei Jahrzehnten ist die gesamte Weltelite des Turnens in Cottbus zu Gast. Dass der Name des Turniers absolut berechtigt ist, belegt nicht nur die gewachsene, fast schon historische Begeisterung der Turnfans an dieser Veranstaltung, sondern vor allem das große Interesse der Athleten, die sich immer wieder in Cottbus präsentieren.“

Frage: Werden eigentlich zum 42.“Turnier der Meister“ auch Turnerinnen und Turner von einst vor Ort sein? Gibt es auch ein entsprechendes Rahmenprogramm?

Mirko Wohlfahrt: Wer kann, kommt ran! Wir organisieren zumindest die Möglichkeiten.

Vielen Dank und weiterhin maximales Engagement für den Turnsport!

Marko Michels

Exkurs: Wichtige „Turn-Termine“

2017 ist  ein Jahr des Turn-Sportes, das wieder regionale Meisterschaften in M-V, nationale Meisterschaften und internationale Meisterschaften im Turnsport beinhalten wird bzw. bereits präsentierte.

Höhepunkte waren und sind dabei das Internationale Deutsche Turnfest vom 3.Juni bis 10.Juni in Berlin oder auch die verschiedenen Europameisterschaften, so jene im Geräte-Turnen vom 19.April bis 23.April in Cluj-Napoca (Rumänien), in der Rhythmischen Sportgymnastik vom 19.Mai bis 21.Mai in Budapest, in der Sport-Aerobic vom 22.September bis 24.September in Ancona (Italien) und in der Sportakrobatik vom 13.Oktober bis 15.Oktober in Rzeszow (Polen).

Weltmeisterlich wird es 2017 ebenfalls. So stehen unter anderem die Welt-Titelkämpfe in der Rhythmischen Sportgymnastik in Pesaro vom 29.August bis 3.September und  im Geräte-Turnen in Montreal vom 2.Oktober bis 8.Oktober auf dem Programm.

Marko Michels

Foto (Michels): Gymnastisch-turnerische Darbietung bei einem interkulturellen Sportfest in Schwerin.