Die Volleyball-WM der Frauen ist bereits wieder Geschichte. Vom 29. September bis 20. Oktober zeichnete sich dieses Jahr erneut Japan als Gastgeber aus. Überraschend konnte sich erstmals die Frauennationalmannschaft Serbiens um die überragende Tijana Boskovic durchsetzen – vor Italien und China. Die Mannschaft von Bundestrainer und SSC-Cheftrainer Felix Koslowski wurde Elfte. Mit im DVV-Team waren auch die früheren SSC-Spielerinnen Louisa Lippmann, Maren Fromm, Jana-Franziska Poll und Lenka Dürr. Aus dem aktuellen SSC-Kader dabei waren Jennifer Geerties, Kimberley Drewniok sowie Denise Hanke.

Früheres Mecklenburger Volleyball-Ass – Lia Tabea Mertens. Foto: M.M.

Im Gespräch mit einer, die einst selbst für den Schweriner SC aufschlug. 1994 in Parchim geboren spielte Lia-Tabea Mertens von 2008 bis 2014 erst für den 1.VC Parchim, dann für die zweite Mannschaft des Schweriner SC in der 2. Bundesliga und schließlich für die Stralsunder Wildcats. 2014 unterschrieb sie ihren ersten Profivertrag bei den Volleyballstars Thüringen. 2016 wechselte die heutige Polizeibeamtin zum 1. VC Wiesbaden.

Interview

„Bin auf die neue Volleyball-Saison gespannt…“

Frage: Lia, die WM verlief aus deutscher Sicht etwas wechselhaft. Wie lautet dein Resümee?

Lia-Tabea Mertens: Ich denke, dass die deutsche Mannschaft mit der WM zufrieden sein kann. Sie haben gute Welttitelkämpfe gespielt. Vor allem für Loui (Louisa Lippmann), die Topscorerin nach der Vorrunde war, ist es ein klasse Turnier gewesen.

Frage: Serbien wurde erstmals Weltmeister. Was zeichnet die neuen Titelträgerinnen aus?

Lia-Tabea Mertens: Das Finale zwischen Italien und Serbien war ein super spannendes Spiel. Ein Fünf-Satz-Krimi! Was will man mehr? Am Ende konnten sich die erfahreneren Serbinnen gegen die jungen Italienerinnen durchsetzen.

Frage: Die Niederlande wurde wie schon bei Olympia 2016 Vierte. Olympiasieger China Dritter. Welche Teams überraschten dich, welche enttäuschten?

Lia-Tabea Mertens: Es war für die Holländerinnen wie ein Wunder, als sie gegen die USA überraschend gewannen. Für die Amerikanerinnen bedeutete die Niederlage gegen die Niederlande indes eine bittere Enttäuschung.

… Dass die Italienerinnen mit einem so jungen Team ins Finale einzogen, war ebenfalls eine Überraschung. Natürlich fühle ich am meisten mit den Niederländerinnen, da ich viele von ihnen auch persönlich kenne. Sie haben ihren Traum gelebt, es war ein Riesen-Abenteuer. Umso trauriger war natürlich das gesamte Team, als im Halbfinale Schluss war und es am Ende dann auch nicht für eine Medaille reichte.

Im niederländischen Team schlugen u.a. die ehemaligen SSC-Spielerinnen Yvon Belien, Lonneke Sloetjes und Anne Buijs sowie die aktuell für Schwerin spielenden Britt Bongaerts und Tessa Polder auf.

Frage: In Kürze beginnt die neue Bundesliga-Saison. Wer sind deine Favoritinnen?

Lia-Tabea Mertens: Ich bin sehr auf die neue Saison gespannt. Am Wochenende startet sie endlich mit dem Supercup in Hannover (am 28.10. zwischen dem Schweriner SC und dem Dresdner SC). Es wird sich 2018/19 zeigen, ob sich am Ende wieder der Schweriner SC  durchsetzen kann oder es Stuttgart zum Saisonende endlich bis an die Spitze schafft. Natürlich sehe ich auch Dresden und Aachen wieder vorne mit dabei. Bleibt abzuwarten, ob es eventuell auch ein Außenseiter unter die ersten vier Teams schafft und für eine Überraschung sorgen kann.

Letzte Frage: Wie geht es für dich volleyballsportlich weiter?

Lia-Tabea Mertens: Ich habe erst einmal eine Pause vom Volleyball genommen. Offizielles Karriereende… Ob ich gegebenenfalls in ein oder zwei Jahren noch einmal anfange oder es wenigstens in einem Hobbyteam versuche, werde ich sehen. Bis dahin möchte ich für ein Auswahl-Team der Polizei an den Start gehen. Aber mehr nicht.

Vielen Dank und weiterhin alles erdenklich Gute für Dich!

M. Michels

Vom Frauen-Volleyball zum Frauen-Basketball

Während in Japan gerade die Volleyball-WM der Frauen zu Ende ging, fand bereits einen Monat zuvor die Basketball-WM der Frauen auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa statt (vom 22. bis 30. September). Sechzehn Teams wetteiferten dort um Titel und gute Platzierungen. Letztendlich setzten sich die USA vor Australien, Spanien, Belgien, Frankreich und China durch. Zur wertvollsten Spielerin wurde die Amerikanerin Breanna Stewart gewählt. Für die USA war das bereits der zehnte WM-Titel. Die restlichen WM-Titel verteilen sich auf die Sowjetunion (sechs), Australien und Brasilien (je einen).