Im Gespräch mit Claudine Vita und Henning Prüfer

Vom 3. bis 14. Juli findet die 30. Sommer-Universiade  in Neapel statt. Bei den Weltspielen der Studierenden werden insgesamt 50 Entscheidungen in der Leichtathletik ausgetragen. Mit Claudine Vita und Henning Prüfer werden auch zwei Diskuswurf-Athleten aus bzw. für MV an den Wettkämpfen teilnehmen. Während die 22-jährige Vita für die HS Neubrandenburg (Verein: SC Neubrandenburg) an den Start geht, läuft ihr einstiger Trainingskollege für die Uni Potsdam  auf. Der gebürtige Rostocker und 2-Meter-Mann trainiert seit 2014 beim SC Potsdam. Beide sind Teil des 23-köpfigen Leichtathletik-Teams im Deutschen Aufgebot für Neapel.

Startblöcke auf der Tartanbahn - Sprint

Leichtathletik – Symbolfoto

Interviews

Henning Prüfer über seine sportlichen Ziele, den Stellenwert der Universiade für ihn und sein Studium

„Möchte eine Medaille ansteuern …“

Frage: Die Konkurrenzen der Universiade 2019 warten… Was sind deine dortigen Ziele?

Henning Prüfer: Festgelegte Ziele für die Universiade in Neapel habe ich noch nicht, weil ich das Teilnehmerfeld noch nicht kenne. Trotzdem möchte ich auf jeden Fall eine Medaille „ansteuern“.

Frage: Welche Bedeutung und welchen Stellenwert hat für dich die Universiade-Teilnahme?

Henning Prüfer: Eine größere Bedeutung als manche vielleicht annehmen. Ich war längere Zeit nicht mehr international unterwegs und daher wird dieser Wettkampf umso wichtiger für mich sein. Ich strebe einen guten Wettkampf an und ich will ebenfalls zeigen, dass ich international noch „da“ bin.

Henning Prüfer kann schon einige nationale und internationale Medaillen vorweisen. Bei Deutschen Meisterschaften der Altersklassen U 18 bis U 23 erkämpfte er fünfmal Gold und dreimal Silber. 2013 errang er jeweils Silber mit Diskus und Kugel bei der U 18-WM. Diskus-Silber folgte 2014 bei der U 20-WM. Und bei den U 20-EM 2015 holte er Bronze.

Frage: Gab es dahingehend spezielle Änderungen in deinem Training?

Henning Prüfer: Nein, nicht wirklich. Wir haben Anfang der Saison das Training ein wenig umgestellt, unabhängig von der Universiade-Teilnahme. Wir waren mit den Ergebnissen der letzten und vorletzten Saison nicht zufrieden, daher nahmen wir Veränderungen vor.

Frage: Zufrieden mit der bisherigen Freiluft-Saison?

Henning Prüfer: Ja, an sich schon. Ich würde nur sehr gern noch weiter werfen, weil ich weiß, dass ich das Potenzial dazu habe, aber es eben in den Wettkämpfen noch nicht umsetzen konnte. Leider passte bei meinen Würfen immer irgendetwas nicht zusammen… Das soll sich künftig ändern.

Frage: Welche Ambitionen für 2019 hast du noch?

Henning Prüfer: Ich möchte schon die 64 Meter werfen – und, wenn alles gut klappt, auch 65 Meter. Wenn ich das schaffe, erde ich nicht zuletzt ein ernsthafter Mit-Konkurrent um die Nominierungs-Plätze für die WM in Doha vom 28. September bis 6. Oktober sein.

Frage: An welchen Wettkämpfen nach Neapel nimmst du teil?

Henning Prüfer: Erst einmal stehen nur die Deutschen Meisterschaften in Berlin (3. bis 4. August) auf dem Plan. Weitere Wettkämpfe werden sich noch ergeben.

Letzte Frage: Du bist Informatik-Student. Warum gerade diese Studienrichtung? Wie läuft es dort?

Henning Prüfer: Der Olympiastützpunk bei uns hatte einen Profi eingeladen, der die Stärken und Schwächen von uns herausfindet. Meine Stärken waren das gute mathematische Verständnis sowie ebenfalls gutes Mathematik/Rechnen an sich. Somit hat sich – auch unter Berücksichtigung meiner Schwächen – Informatik als geeignete Studienrichtung herausgestellt.

Was das bisherige Studium betrifft: Hierbei muss ich ehrlich sein, dass ich im Hinblick Schule und jetzt Studium „ein sehr fauler Mensch“ bin und dementsprechend noch nicht nennenswerte Erfolge zu verzeichnen habe. Aber auch das wird sich ändern…

Vielen Dank und maximale Erfolge, nicht nur bei der Universiade!

 

Claudine über ihre Universiade-Ziele, ihre neue Bestleistung und ihr Studium in Neubrandenburg

„Es ist immer noch Luft nach oben…“

Frage: Neapel ruft. Welches ist dort dein sportliches Ziel?

Claudine Vita: In Neapel möchte ich einen guten Wettkampf zeigen und um Gold mitwerfen!

Frage: Was bedeutet für dich die Universiade-Teilnahme?

Claudine Vita: Die Universiade ist für mich ein wichtiger Wettkampf, weil es ein Wettbewerb auf einer internationalen Bühne ist. Ich präsentiere nicht nur Deutschland, sondern auch meine Hochschule Neubrandenburg.

Frage: Wie sah deine Vorbereitung aus?

Claudine Vita: Meinen Trainingsalltag habe ich im Hinblick auf die Universiade nicht verändert. Die Universiade ist ein Zwischenstopp auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft.

Claudine Vitas Erfolge (eine Auswahl): Im Winterwurf der U 23 im Europacup 2017 holte sie den Turniersieg. Sie wurde Zweite der U 18-WM 2013, U 20-Europameisterin 2015, U 23-Europameisterin 2017 und EM-Vierte 2018. Bei Deutschen Meisterschaften der U23 erkämpfte Claudine jeweils Gold im Diskuswerfen und Kugelstoßen. Sowohl 2016 als auch 2017. Sie wurde Dritte bei den deutschen Titelkämpfen 2017 mit dem Diskus und Vierte 2018.

Frage: Anfang Mai stelltest du eine neue persönliche Bestleistung im Diskuswerfen auf: 66,64 Meter. Für dich ein perfekter Wettkampf?

Claudine Vita: Es war schon ein ziemlich guter Wettkampf. Aber vom perfekten Wettkampf bin ich noch ein Stück entfernt. Dennoch war es ein super Saison-Einstieg und eine persönliche Bestleistung. Aber es ist immer noch Luft nach oben!

Frage: Welche Ambitionen hast du für 2019 noch?

Claudine Vita: Die Goldmedaille bei der Universiade zu gewinnen und bei den Deutschen Meisterschaften auf das Podium zu kommen!

Frage: Stehen noch weitere Wettkämpfe an?

Claudine Vita: Zunächst fokussiere ich mich dann nur auf die Deutschen Meisterschaften. Das dortige Ergebnis entscheidet letztendlich darüber, wie es für mich nach den Meisterschaften weitergehen wird.

Letzte Frage: Du studierst „Frühkindliche Erziehung“ an der Hochschule Neubrandenburg. Warum gerade diese Studienrichtung?

Claudine Vita: Ich habe mich für diesen Studiengang entschieden weil ich einfach gerne mit Kindern arbeiten wollte. Es bereitet mir viel Freude und Spaß, ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich entwickeln. Ich möchte aber auch gleichzeitig zu ihrer Entwicklung beitragen.

Mittlerweile befinde ich mich im vierten Semester, werde aber aufgrund des Sports mein Studium nicht in der Regelstudienzeit (sechs Semester) absolvieren, sondern strecken. Somit ist es mir möglich, weiterhin professionell meinen Sport auszuüben. Und natürlich auch dank der Sportfördergruppe der Bundeswehr!

Vielen Dank und viel Erfolg in der weiteren Saison!

Kugelstoßanlage im Leichtathletikstadion

Kugelstoßanlage – Symbolbild

Universiade-Medaillen für MVs Leichtathletinnen und Leichtathleten

  • 1970 in Turin:
    Gold  für die Diskuswerferin Karin Illgen (Greifswald) bzw. Bronze für Dreispringer Jörg Drehmel (Trantow/Kreis Demmin)
  • 1973 in Moskau:
    Bronze für Jörg Drehmel (Trantow/Kreis Demmin)
  • 1977 in Sofia:
    Jeweils Bronze für Wolfgang Warnemünde (Rostock) im Kugelstoßen bzw. im Diskuswerfen
  • 1979 in Mexico-City:
    Jeweils Gold für Marita Koch (Rostock) über 200 Meter und Ilona Slupianek (Demmin) im Kugelstoßen
  • 1981 in Bukarest:
    Jeweils Silber für Wolfgang Warnemünde (Rostock) im Diskuswerfen, Ines Müller (Rostock) im Kugelstoßen und Gerald Weiß (Schwerin) im Speerwerfen
  • 1993 in Buffalo:
    Jeweils Silber für Birgit Gautzsch (Schwerin) im Siebenkampf und Tanja Damaske (Schwerin) im Speerwerfen
  • 2001 in Peking:
    Bronze für Sonja Kesselschläger (Neubrandenburg) im Siebenkampf
  • 2007 in Bangkok:
    Bronze für Jonna Tilgner (Bützow/Rostock) über die 400 Meter Hürden
  • 2009 in Belgrad:
    Silber für Jonna Tilgner (Bützow/Rostock) über die 400 Meter Hürden