Mitch Godden siegte vor Paul Cooper

Motocross Symbolfoto

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Das Pfingstwochenende war wirklich „Very British“. Während sich in Windsor Meghan & Harry das Ja-Wort gaben, sagte ein anderer Brite in Teterow „Ja“ – „Ja“ zum Bergringpokal. Und am Ende wurde es in den Teterower Heidbergen sogar ein britischer Doppelerfolg, denn Mitch Godden triumphierte vor seinem Landsmann und Vorjahressieger Paul Cooper. Dieser „entschädigte“ sich jedoch mit dem neuerlichen Erfolg in der Entscheidung um das „Grüne Band“.

Ein dutzend ambitionierter Speedway-Fahrer hatten sich zuvor der Entscheidung um den begehrten Bergringpokal gestellt. Die deutschen Fahrer Manfred Knappe, Christian Hülshorst, Stephan Klatt, Peter Koch und Rene Stüdemann folgten den Briten schließlich auf den Plätzen. Rang acht belegte ein der Brite Dave Mears. Auf den Rängen neun bis zwölf folgten die deutschen Motorsportler Christian Pusch, Stefan Bromberg und Stefan Repschläger. In der Wertung um das „Grüne Band“ schaffte Manfred Knappe als bester Deutscher Rang zwei.

Nach Polen ging hingegen der Triumph um den Auerhahnpokal – einen Tag vor der Bergring-Entscheidung. Kasper Gomolski jubelte vor dem Norweger Rune Holta und dem Russen Wadim Tarasenkow. Max Dilger wurde als bester Deutscher Vierter.

Seit 1930 steht Teterow im Zeichen des Motorsportes für Bahnsport-Enthusiasten. Die Bahnlänge beträgt fast 1.900 Meter und die Breite der Grasbahn bis zu 15 Meter.

Auch Güstrow im Zeichen der Motoren

Unweit von Teterow „dröhnten“ ebenfalls die Motoren – bei der Pfingstchallenge des MC Güstrow. Die Podiumsplätze das international besetzte Speedway-Rennens sicherten sich in einem dramatischen Finale drei Gäste: Es siegte der Ukrainer Wiktor Trofimow vor dem Dänen Mads Hansen und dem Russen Roman Lakhbaum. Zum besten deutschen Teilnehmer avancierte Michael Härtel auf Rang vier. Das Rennen um den am Sonntag ausgetragenen Pfingstpokal gewann hingegen der Australier Jason Doyle vor dem Dänen Nicolai Klindt, dem Australier Brady Kurtz und  dem Norweger Rune Holta. Aus deutscher Sicht war Tobias Busch als Elfter der Beste.

Motocross zu Pfingsten in Tessin

Zum Abschluß des motorsportlichen Pfingstwochenendes wird es dann noch einmal beim Motocross am Pfingstmontag in Tessin spannend.


 

Historisches

Schwerin und der Motorsport

Der  Motorsport, ob auf Zweirädern oder Vierrädern, zu Lande, zu Wasser oder in der Luft,  ist  in M-V natürlich auch in anderen Städten als in Teterow, in Güstrow und in Tessin populär, so zum Beispiel in Parchim, Wismar, Stralsund, Wolgast, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald oder Rostock. In Rostock besteht der MC Hansa Rostock schon seit mehr als fünf Jahrzehnten und auch Schwerin hat eine bewegte Motorsport-Vergangenheit.

Nach 1900 erfuhren die motorsportlichen Disziplinen, wie Motorradsport, Automobilsport, Motorbootsport und Motorflugsport, in der mecklenburgischen Landeshauptstadt eine zunehmend positive Resonanz unter der Schweriner Bevölkerung. Insbesondere der Schweriner Motorrad-Club von 1924 und der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club konnten echte Begeisterung bei den Schwerinerinnen und Schwerinern entfachen. Die automobilsportliche Begeisterung erreichte Schwerin dabei im Jahr 1911. In jenem Jahr gründete sich hier der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club, zugleich Automobil-Club von Deutschland, dessen Protektor – wie der Name vermuten läßt – der mecklenburgische Großherzog war.

Dreizehn Jahre später, im Jahr 1924, gründete sich dann auch in Schwerin ein motorradsportlicher Verein, der „Schweriner Motorrad-Club von 1924 (Deutscher Motorradsport-Verband)“. Noch im Gründungsjahr veranstaltete der „SMC“ die Klubmeisterschaft von Mecklenburg, für die der Großherzog ab 1925 einen Wanderpokal stiftete. Bis 1933 fanden alljährlich die mecklenburgischen Motorrad-Meisterschaften um den Wanderpokal des Großherzogs unter der „Obhut“ des „Schweriner Automobil-Clubs“ statt.

Motorbootsportliche Enthusiasten lebten in Schwerin zudem, wobei die Anfänge bis auf das Jahr 1890 zurück gehen. Damals fanden unter anderem einige motorisierte Boot-Rennen auf der Themse statt, um 1900 sogar auf dem Schweriner See.

Die erste internationale Regatta gab es indes anläßlich der Weltausstellung während der Olympischen Spiele 1900 in Paris (Demonstrationswettbewerb). Damals gewannen Boote mit Daimler-Motoren. Überhaupt war der Motorsport erst einmal olympisch. Genauer gesagt, handelte es sich um die Motorbootrennen in der Bucht von Southampton während der vierten Olympischen Sommerspiele 1908 in London. Damals standen drei Entscheidungen auf dem Programm. Großbritannien erkämpfte dabei zweimal Gold und Frankreich jubelte über eine Goldene.

Erst nach dem ersten Weltkrieg schlossen sich am Motorbootsport begeisterte Schweriner zusammen und gründeten den „Schweriner Motorboot-Club e.V.“. Dieser veranstaltete bis 1933 jährlich Club-Regatten mit auswärtiger Beteiligung, die meistens in der Zippendorfer Bucht, auf dem Großen Schweriner See oder auf dem Burgsee stattfanden. Für diese Regatten stiftete der Magistrat Schwerin einen Wanderpreis.

Schneller waren da die Schweriner Flugsportler. Nach 1918 begannen sich in Schwerin flugsportliche Aktivitäten zu entwickeln. So konstituierte sich in der mecklenburgischen Metropole der „Flieger-Verein zu Schwerin in Mecklenburg“, der sich zunächst im „Ring der Flieger e.V. Berlin“, ab 1930 im „Deutschen Luftfahrt-Verband e.V., Berlin“ organisierte. Sehr engagiert war der „Flieger-Verein zu Schwerin“ bei der Durchführung von Wettkämpfen: Zwischen 1925 und 1933 fanden einige Wett- und Schau-Fliegen in Schwerin statt.

M. Michels