Bergringpokal 2018: „Very British“ in Teterow…

Mitch Godden siegte vor Paul Cooper

Motocross Symbolfoto
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Das Pfingstwochenende war wirklich „Very British“. WĂ€hrend sich in Windsor Meghan & Harry das Ja-Wort gaben, sagte ein anderer Brite in Teterow „Ja“ – „Ja“ zum Bergringpokal. Und am Ende wurde es in den Teterower Heidbergen sogar ein britischer Doppelerfolg, denn Mitch Godden triumphierte vor seinem Landsmann und Vorjahressieger Paul Cooper. Dieser „entschĂ€digte“ sich jedoch mit dem neuerlichen Erfolg in der Entscheidung um das „GrĂŒne Band“.

Ein dutzend ambitionierter Speedway-Fahrer hatten sich zuvor der Entscheidung um den begehrten Bergringpokal gestellt. Die deutschen Fahrer Manfred Knappe, Christian HĂŒlshorst, Stephan Klatt, Peter Koch und Rene StĂŒdemann folgten den Briten schließlich auf den PlĂ€tzen. Rang acht belegte ein der Brite Dave Mears. Auf den RĂ€ngen neun bis zwölf folgten die deutschen Motorsportler Christian Pusch, Stefan Bromberg und Stefan RepschlĂ€ger. In der Wertung um das „GrĂŒne Band“ schaffte Manfred Knappe als bester Deutscher Rang zwei.

Nach Polen ging hingegen der Triumph um den Auerhahnpokal – einen Tag vor der Bergring-Entscheidung. Kasper Gomolski jubelte vor dem Norweger Rune Holta und dem Russen Wadim Tarasenkow. Max Dilger wurde als bester Deutscher Vierter.

[box] Seit 1930 steht Teterow im Zeichen des Motorsportes fĂŒr Bahnsport-Enthusiasten. Die BahnlĂ€nge betrĂ€gt fast 1.900 Meter und die Breite der Grasbahn bis zu 15 Meter.[/box]

Auch GĂŒstrow im Zeichen der Motoren

Unweit von Teterow „dröhnten“ ebenfalls die Motoren – bei der Pfingstchallenge des MC GĂŒstrow. Die PodiumsplĂ€tze das international besetzte Speedway-Rennens sicherten sich in einem dramatischen Finale drei GĂ€ste: Es siegte der Ukrainer Wiktor Trofimow vor dem DĂ€nen Mads Hansen und dem Russen Roman Lakhbaum. Zum besten deutschen Teilnehmer avancierte Michael HĂ€rtel auf Rang vier. Das Rennen um den am Sonntag ausgetragenen Pfingstpokal gewann hingegen der Australier Jason Doyle vor dem DĂ€nen Nicolai Klindt, dem Australier Brady Kurtz und  dem Norweger Rune Holta. Aus deutscher Sicht war Tobias Busch als Elfter der Beste.

Motocross zu Pfingsten in Tessin

Zum Abschluß des motorsportlichen Pfingstwochenendes wird es dann noch einmal beim Motocross am Pfingstmontag in Tessin spannend.


 

Historisches

Schwerin und der Motorsport

Der  Motorsport, ob auf ZweirĂ€dern oder VierrĂ€dern, zu Lande, zu Wasser oder in der Luft,  ist  in M-V natĂŒrlich auch in anderen StĂ€dten als in Teterow, in GĂŒstrow und in Tessin populĂ€r, so zum Beispiel in Parchim, Wismar, Stralsund, Wolgast, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald oder Rostock. In Rostock besteht der MC Hansa Rostock schon seit mehr als fĂŒnf Jahrzehnten und auch Schwerin hat eine bewegte Motorsport-Vergangenheit.

Nach 1900 erfuhren die motorsportlichen Disziplinen, wie Motorradsport, Automobilsport, Motorbootsport und Motorflugsport, in der mecklenburgischen Landeshauptstadt eine zunehmend positive Resonanz unter der Schweriner Bevölkerung. Insbesondere der Schweriner Motorrad-Club von 1924 und der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club konnten echte Begeisterung bei den Schwerinerinnen und Schwerinern entfachen. Die automobilsportliche Begeisterung erreichte Schwerin dabei im Jahr 1911. In jenem Jahr grĂŒndete sich hier der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club, zugleich Automobil-Club von Deutschland, dessen Protektor – wie der Name vermuten lĂ€ĂŸt – der mecklenburgische Großherzog war.

Dreizehn Jahre spĂ€ter, im Jahr 1924, grĂŒndete sich dann auch in Schwerin ein motorradsportlicher Verein, der „Schweriner Motorrad-Club von 1924 (Deutscher Motorradsport-Verband)“. Noch im GrĂŒndungsjahr veranstaltete der „SMC“ die Klubmeisterschaft von Mecklenburg, fĂŒr die der Großherzog ab 1925 einen Wanderpokal stiftete. Bis 1933 fanden alljĂ€hrlich die mecklenburgischen Motorrad-Meisterschaften um den Wanderpokal des Großherzogs unter der „Obhut“ des „Schweriner Automobil-Clubs“ statt.

Motorbootsportliche Enthusiasten lebten in Schwerin zudem, wobei die AnfĂ€nge bis auf das Jahr 1890 zurĂŒck gehen. Damals fanden unter anderem einige motorisierte Boot-Rennen auf der Themse statt, um 1900 sogar auf dem Schweriner See.

Die erste internationale Regatta gab es indes anlĂ€ĂŸlich der Weltausstellung wĂ€hrend der Olympischen Spiele 1900 in Paris (Demonstrationswettbewerb). Damals gewannen Boote mit Daimler-Motoren. Überhaupt war der Motorsport erst einmal olympisch. Genauer gesagt, handelte es sich um die Motorbootrennen in der Bucht von Southampton wĂ€hrend der vierten Olympischen Sommerspiele 1908 in London. Damals standen drei Entscheidungen auf dem Programm. Großbritannien erkĂ€mpfte dabei zweimal Gold und Frankreich jubelte ĂŒber eine Goldene.

Erst nach dem ersten Weltkrieg schlossen sich am Motorbootsport begeisterte Schweriner zusammen und grĂŒndeten den „Schweriner Motorboot-Club e.V.“. Dieser veranstaltete bis 1933 jĂ€hrlich Club-Regatten mit auswĂ€rtiger Beteiligung, die meistens in der Zippendorfer Bucht, auf dem Großen Schweriner See oder auf dem Burgsee stattfanden. FĂŒr diese Regatten stiftete der Magistrat Schwerin einen Wanderpreis.

Schneller waren da die Schweriner Flugsportler. Nach 1918 begannen sich in Schwerin flugsportliche AktivitĂ€ten zu entwickeln. So konstituierte sich in der mecklenburgischen Metropole der „Flieger-Verein zu Schwerin in Mecklenburg“, der sich zunĂ€chst im „Ring der Flieger e.V. Berlin“, ab 1930 im „Deutschen Luftfahrt-Verband e.V., Berlin“ organisierte. Sehr engagiert war der „Flieger-Verein zu Schwerin“ bei der DurchfĂŒhrung von WettkĂ€mpfen: Zwischen 1925 und 1933 fanden einige Wett- und Schau-Fliegen in Schwerin statt.

M. Michels

 

 

 

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