Im Gespräch mit Ralf Wilke, Sportdirektor des Judoverbandes M-V

Das judosportliche 2017 ist auch schon wieder neun Monate alt. Seit Januar gab es zahlreiche regionale, nationale und internationale Turniere und Meisterschaften. Höhepunkte waren die Elite-EM und Elite-WM, aber auch die internationalen Nachwuchs-Meisterschaften. Und in Mecklenburg-Vorpommern, wie sieht es da aus? Nachgefragt…

Frage: Herr Wilke, 2017 geht ins letzte Viertel. Wie lautet Ihr Resümee aus M-V-Sicht?

Ralf Wilke: Das Jahr 2017 ist mit Abstand das erfolgreichste in unserer Verbandsgeschichte. Daran wird sich auch nichts ändern, da die Meisterschaftssaison der Altersklassen U 18/21 hinter uns liegt. Fünf nationale Medaillen, 2 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze, dazu eine Bronzemedaille bei den JEM in Kaunas und die Teilnahme einer MV-Sportlerin an der JWM in Santiago de Chile. Dieser Erfolg macht schon richtig Freude.

Frage: Wer setzte für den hiesigen Judosport besondere sportliche Akzente?

Rostocks Erfolgs-Judoka Annika Würfel. (Archiv-Foto: Dirk Spörcke/Rostock):

Ralf Wilke: Beide nationalen Titel erkämpfte Annika Würfel vom VfK „Bau“ Rostock. Mit einer Medaille in der Altersklasse U 18 durfte man aufgrund ihrer Leistungen rechnen, dass es am Ende Gold wurde, wohl eher nicht. Aber wenn es dann mal läuft, dann läuft es richtig.

Eine Woche später gewann Annika die Titelkämpfe in der Altersklasse U 21. Damit hat sie sich auch für die EM empfohlen, bei der sogar eine Bronzemedaille errungen wurde. Als wichtiger Teil des DJB-Teams wurde zudem Gold im Mannschaftswettbewerb gewonnen. Auch hier war Annika Würfel eine wichtige Stütze. Dass bei der WM nach dem zweiten Kampf das Aus kam, darf man ruhig abhaken. Im nächsten Jahr geht es hoffentlich weiter so.

Frage: Großes Interesse fanden die schon erwähnten Jugend-EM und -WM. Wie lautet Ihr Rückblick?

Ralf Wilke: Wie gesagt, eine tolle Vorstellung in Kaunas und ein tolles Ergebnis für das deutsche Team.  Mit der Medaillenausbeute im Einzelwettbewerb konnte man sich auch berechtigte Hoffnungen auf eine Mannschaftsmedaille machen. Am Ende Gold für Deutschland bei der Mannschaftseuropameisterschaft und mitten drin Annika Würfel aus MV. Bei der WM ein weiterer Paukenschlag für das deutsche Team. Zwei Gold-, eine Silber- und vier Bronzemedaillen. Da dürfte das Ausscheiden bei der Mannschafts-WM nicht so wehgetan haben.

Letzte Frage: Welche wichtigen Turniere werden bis Dezember noch in M-V ausgetragen?

Ralf Wilke: Da möchte ich gern das Wochenende am 7./8.Oktober 2017 nennen. An diesem Wochenende finden in Rostock die Landesmeisterschaften der Altersklasse U 13 und die der Männer und Frauen statt. Weiterhin stehen die Ausscheide des Deutschen Jugend Pokals in den Altersklassen U 14 und U 18 an. Und auch die Männer und Frauen haben ihren Team-Wettbewerb. Danach bestimmen Vereinsturniere das Geschehen auf den Judo-Matten des Landes.

Vielen Dank, weiterhin bestes Engagement für den Judosport und maximale Erfolge!

Marko Michels

Zwischen Elite-EM und Elite-WM

Bei den Elite-EM im April in Warschau waren Russland mit zehn Medaillen (darunter zweimal Gold) und Frankreich mit acht Medaillen (darunter dreimal Gold) die erfolgreichsten Länder. Deutschland kam dort auf dreimal Silber, zweimal Bronze.

Bei der WM In Budapest im August/September stellten Japan mit dreizehn Medaillen (darunter achtmal Gold) und die Mongolische Republik mit sechs Medaillen (darunter einmal Gold) die „medaillenträchtigsten“ Teams. Schwarz-Rot-Gold schaffte einmal WM-Gold durch Alexander Wieczerzak (Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm).