Daniel Havlitschek, Präsident des Basketballverbandes M-V, über die bisherige Saison 2017/18 der Rostock Seawolves

Basketball – Symbolbild

Der Basketball wird natürlich auch zu Ostern „im Korb versenkt“. Die Basketball-Herren der Rostock Seawolves erreichten in der zweiten Bundesliga die Playoffs im Viertelfinale und starteten dort mit einem 93:86-Auswärtssieg gegen die Depant Giessen 46ers Rackelos. Am 31. März gibt es dann das Heimspiel.

Wie beurteilt nun Daniel Havlitschek, Präsident des Basketballverbandes M-V, das bisherige Zweitliga-Geschehen mit den Rostock Seawolves?!

Interview

Daniel Havlitschek über die bisherige Saison der Seawolves, besondere spielerische Highlights bei den Seawolves und auch den kommenden internationalen Basketball-Events

„Der große Wurf kann gelingen!“

Frage: Die Saison 2017/18 war für die Rostock Seawolves bislang eine sehr erfreuliche.. Was ist aus Ihrer Sicht noch möglich? Was zeichnet das Team 2018 aus?

Daniel Havlitschek: Die Macher in Rostock haben ein sehr junges, talentiertes und hungriges Team auf die Beine gestellt. Dies birgt neben vielen Chancen auch Risiken. Erfreulicherweise ist es Coach Ralf Rehberger mit fortschreitender Saisondauer gelungen, das Potenzial des Teams immer weiter auszuschöpfen.

Die größte Stärke liegt hierbei in der Defensive, welche bekanntlich Meisterschaften gewinnen kann. Damit wäre auch die Frage beantwortet, was in dieser Saison noch möglich ist. Das Team muss sich vor niemanden verstecken. Der große Wurf kann gelingen!

Frage: Was waren für Sie die spielerischen Highlights der Rostock Seawolves bis dato 2017/18 – sowohl in der Hauptrunde als auch jetzt in den Playoffs?

Daniel Havlitschek: Ich denke, dass besonders die Siege über den, über weite Strecken der Saison, überragenden Tabellenführer Schalke 04 zu den absoluten Highlights zählen. Sowohl im Hin- als auch im Rückspiel haben die Seawolves die Knappen beherrscht, was zweimal in Folge keine leichte Aufgabe ist.

Die Playoffs sind ja noch recht jung, daher sehe ich es als absoluten Höhepunkt, dass die Wölfe gegen namhafte Konkurrenten ohne Niederlage blieben und Stand heute nur noch drei Siege zum Aufstieg in die ProA fehlen.

Frage: Vom regionalen Liga-Geschehen zu internationalen Herausforderungen… In diesem Jahr wird noch die Basketball-WM der Frauen in Spanien ausgetragen. Im nächsten Jahr, 2019, folgt die WM in China. Wo rangieren international die deutschen Teams aus Ihrer Sicht?

Daniel Havlitschek: Im internationalen Geschäft spielen die deutschen Frauen aktuell bedauerlicherweise noch nicht in der ersten Liga. Dafür ist die Spitze in Deutschland leider zu dünn. Zwar können einzelne Spielerinnen auf Weltniveau mithalten, doch dies sind (noch) nur Ausreißer. Leider ist der Anteil deutscher Spielerinnen in der Bundesliga zu gering. Hier stellen zahlreiche Topteams nur den kurzfristigen eigenen Erfolg über die nationale Entwicklung der Sportart.

Daher werden sicher wieder die Top-Nationen USA, Spanien, Frankreich und Australien die Medaillen unter sich ausmachen.

Etwas besser sieht es bei den Männern aus, wo Deutschland in der Qualifikation aktuell ungeschlagen Gruppenerster ist und dabei sogar Vize-Olympiasieger Serbien in die Schranken wies. Beide Teams traten dabei jedoch nicht in Bestbesetzung an. Daher erwartet das sehr junge deutsche Team sicherlich ein heißer Tanz beim Rückspiel in Belgrad.

Dennoch bin ich mir sicher, dass wir uns für die WM qualifizieren werden. Dann hängt es vom finalen Kader und der Form ab, wie weit wir kommen. Doch in dieser neuen Generation steckt definitiv das Potenzial, um in die Weltspitzengruppen mit Teams aus den USA, Spanien, Frankreich, Litauen und Serbien vorzustoßen.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Basketball-Sport!

M.Michels