Zwischen EM, Warnemünder Traditionsturnier und den Elite-WM

Ringen hat in Mecklenburg-Vorpommern eine große Tradition und das nicht erst und nur, weil mit Lothar Metz und Rudolf Vesper zwei Ringer des ASK Vorwärts Rostock 1968 in Mexico-City Olympia-Gold gewannen. Auch vor und nach dem olympischen Gold-Duo von 1968 gab bzw. gibt es viel Zuspruch zum Ringen in M-V.

Bereits einiger Ringer-Turniere 2017 in M-V

In der Region fanden 2017 bereits einige wichtige Turniere im Erwachsenen- und Nachwuchsbereich statt, so die Norddeutschen Meisterschaften Ende Februar in Schwerin, das 24.Petermännchen-Turnier Ende März ebenfalls in Schwerin, das 14.Pokalturnier der Hansestadt Demmin Ende April und das 38.Frühjahrsturnier des RV Lübtheen auch Ende April.

Im Blickfeld: Das 46.Warnemünder Traditionsturnier

Aber es warten bereits weitere Turniere für die Ringerinnen und Ringer in M-V, unter anderem das 46.Warnemünder Traditionsturnier am 20.Mai, der 24.Opel-Cup in Torgelow am 17.Juni, der 7.Internationale Strelasundpokal am 24.Juni und der 22.Boddenpokal in Greifswald am 8.Juli.

Gerade das Turnier in Warnemünde erfreut sich seit Jahrzehnten größter Beliebtheit.

Im letzten Jahr, also 2016, nahmen 189 Sportler und Sportlerinnen aus 29 Vereinen am Turnier teil, darunter ein Verein aus Polen. Aus Warnemünder Sicht gab es erste Plätze bei den Mädchen durch Pia Nitzschner, Elina Lüttge, Josephine und Angelina Purschke sowie Rebekka March. Des Weiteren schafften Rang eins für den SV WArnemünde 2016 im C/D-Jugendbereich Leonie Nitzschner (kampflos), Jason Gallinat und Max Marten Lüttge. Stark präsentierte sich vor Jahresfrist zudem Sebastian Nehls mit Rang zwei in der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm im Freistil-Ringen bei den Herren.

Einige Vereine und Sportler nutzten das Turnier 2016 zudem zu einer Standort-Bestimmung. So starteten bei den Männern die beiden Gebrüder Tom und Rolf Linke aus Stralsund sowie Dennis Langner aus Lübtheen, die in der Bundesliga kämpfen und beim 45.Traditionsturnier jeweils Rang eins belegten. Überhaupt war das Turnier 2016 sehr gut besetzt, speziell bei den Männern nahmen Medaillengewinner deutscher und auch internationaler Meisterschaften teil. Beispielsweise war mit Christian John der Bronze-Medaillengewinner der U23-Europameisterschaft vor Ort.

Anfang Mai: EM 2017 in Novi Sad

Anfang Mai ging es ringkampfsportlich auch international „zur Sache“. Die diesjährigen Elite-Europameisterschaften wurden vom 2.Mai bis 7.Mai in Novi Sad ausgetragen. In den 24 Entscheidungen im Klassik-Ringen der Herren und im Freistil-Ringen der Frauen bzw. der Herren holten Ringerinnen bzw. Ringer aus 23 Ländern Medaillen, darunter 11 Staaten eine oder mehrere Goldmedaillen.

Am erfolgreichsten waren Russland mit 16 Medaillen (5 x Gold), die Türkei mit 9 Medaillen (5 x Gold), Weissrussland mit 9 Medaillen (1 x Gold), Aserbaidschan mit 8 Medaillen (2 x Gold) und Ungarn mit 8 Medaillen (2 x Gold).

Drei Medaillensicherte sich das deutsche Team, durch Nina Hemmer in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm im Freistil-Ringen der Frauen (Siegerin: Grace Bullen aus Norwegen), durch Laura Mertens in der Gewichtsklasse bis 58 Kilogramm ebenfalls im Freistil-Ringen der Frauen (Siegerin: Vanesa Kaladzinskaya aus Weissrussland) und durch Ramsin Azizsir in der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm im Klassik-Ringen der Herren (Sieger: Viktor Lörincz aus Ungarn).

Elite-WM 2017 in Paris – der Höhepunkt

Der Jahreshöhepunkt im Elite-Bereich sind in dreieinhalb Monaten, vom 21.August bis 27.August, die Weltmeisterschaften in Paris.

Weltmeisterliches Ringen 2015 in Las Vegas – ein sportiver Rückblick

Bei den letzten kompakten globalen WM im Ringen, sowohl in den olympischen als auch in den nichtolympischen Gewichtsklassen, vor 20 Monaten, im September 2015 in Las Vegas ergab sich in den einzelnen Ringer-Bereichen folgendes „sportliches Bild“: Achtzehn Länder teilten sich die 32 Medaillen im Klassik-Ringen, wobei Russland mit fünf Medaillen die meisten erkämpfte. Stark präsentierten sich dabei die Europäer, die 16 der 32 Medaillen errangen, also genau 50 Prozent aller Medaillen. Dazu „holten“ sich die griechisch-römischen Ringer des „alten Kontinents“ 5 der 8 Titel, was einem „Gold-Anteil“ von rund 62 Prozent entspricht.

Japan bei den Frauen vorn

Bei den Wettkämpfen im Freistil-Ringen bei den Frauen in Las Vegas 2015 offenbarten auch die europäischen Ringerinnen ihre große sportliche Klasse. Diese erkämpften 15 der 32 Medaillen, was einem Anteil von 47 Prozent entspricht. Damit war auch im weltmeisterlichen Frauen-Ringen der „alte Kontinent“ am besten. Allerdings… Die meisten WM-Titel, 4 von 8, also 50 Prozent aller WM-Titel, erkämpften die asiatischen Ringerinnen.

Die Top-Nation war dabei wieder einmal Japan (dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze) gefolgt von den USA (zweimal Gold, einmal Bronze), Russland bzw. der Mongolischen Republik (jeweils einmal Gold, einmal Silber) und der Ukraine (einmal Gold, zweimal Bronze. Insgesamt sicherten sich Ringerinnen aus 18 Ländern WM-Edelmetall. Fünf Länder teilten sich die acht WM-Goldmedaillen im Frauen-Bereich.

Europäer im Freistil-Ringen der Herren stark

Im Freistil-Ringen bei den Herren spielte Europa durchaus eine sportliche „Hauptrolle“. So konnten die europäischen Freistil-Ringer 14 von 32 Medaillen, darunter vier von acht Titel, bejubeln. Die asiatischen Freistil-Ringer kamen zwar auf eine Medaille mehr (15), mußten sich aber mit „nur“ zwei WM-Titeln begnügen.

Zwei Medaillen für den Deutschen Ringer-Bund

Aus deutscher Sicht errangen 2015 Frank Stäbler Gold im Klassik-Ringen bei den Herren (Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm) und Aline Focken Bronze im Freistil-Ringen der Frauen (Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm).

Olympisches Ringen 2016 in Rio – ein Resümee

Elf Monate nach den WM in Las Vegas folgten die olympischen Turniere im Ringen im August 2016 in Rio de Janeiro.

In den Ringkampf-Konkurrenzen in Rio de Janeiro bestimmten Russen, Japaner, Kubaner und Amerikaner das sportliche Niveau maßgeblich mit. Russland wurde mit 4 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze die erfolgreichste Ringer-Nation, vor Japan mit 4 x Gold, 3 x Silber, Kuba mit 2 x Gold, 1 x Silber und den USA mit 2 x Gold, 1 x Bronze.

Klassik-Ringen mit starken Kubanern

Im Klassik-Ringen waren die Kubaner am besten dabei, mit 2 x Gold, 1 x Silber. Russland kam auf 2 x Gold, 1 x Bronze. Ismael Borrero und Mijain Lopez siegten für die „Zucker- und Zigarren-Insel“ in den Gewichtsklassen bis 59 Kilogramm bzw. bis 130 Kilogramm. Die Russen Roman Vlasov und Davit Chakvetadze holten hingegen Gold in den Gewichtsklassen bis 75 Kilogramm bzw. bis 85 Kilogramm.

Im Klassik-Ringen bei den Herren gab es auch die einzige Medaille für das deutsche Team, mit Bronze durch Denis Kudla in der Gewichtsklasse bis 85 Kilogramm.

Freistil-Ringen der Herren: Russland, Iran und die Türkei bestens dabei

Im Freistil-Ringen der Herren waren erwartungsgemäß Russland mit 2 x Gold, 1 x Silber, der Iran bzw. die Türkei mit jeweils 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze und Aserbaidschan mit 2 x Silber, 3 x Bronze die fleißigsten Medaillen-Sammler. Die Russen Soslan Ramonov und Abdulrashid Sadulaev kamen zu Gold in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm bzw. in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm. Der Iraner Hassan Yazdani jubelte über Gold in der Klasse bis 74 Kilogramm und der Türke Taha Akgül distanzierte die Konkurrenz in der Klasse bis 125 Kilogramm.

Freistil-Ringen der Frauen: Japanerinnen eine Klasse für sich

Bei den Freistil-Ringerinnen waren die Japanerinnen mit 4 x Gold, 1 x Silber die Dominatorinnen. Russland schaffte dort 2 x Silber, 1 x Bronze. Die japanischen Olympiasiegerinnen 2016 heißen dabei Eri Tosaka (Klasse bis 48 Kilogramm), Kaori Icho (Klasse bis 58 Kilogramm, zum vierten Mal Olympiasiegerin), Risako Kawai (Klasse bis 63 Kilogramm) und Sara Dosho (Klasse bis 69 Kilogramm).

WM 2016 in den nichtolympischen Gewichtsklassen

Vor fünf Monaten, im Dezember 2016, wurden in sechs nichtolympischen Gewichtsklassen zudem WM-Titel vergeben. Budapest war dabei der Austragungsort. So gewannen folgende Ringerinnen und Ringer die WM-Titel in der ungarischen Hauptstadt: im Freistil-Ringen der Frauen Mayu Mukaida (Japan, Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm bzw. Xingru Pei (China, Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm), im Freistil-Ringen der Herren Logan Stieber (USA, Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm) bzw. Magomed Kurbanalijew (Russland, Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm) und im Klassik-Ringen der Herren Balint Korpasi (Ungarn, Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm) bzw. Ramazan Abacharajew (Russland, Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm).

… Nun „rufen“ aber das Warnemünder Traditionsturnier und dann Ende August die Elite-WM in Paris.

Marko Michels

Foto (Maik Micera): Impression von den Norddeutschen Ringermeisterschaften 2017 in Schwerin.