Vor 60 Jahren erschien erstmals das Verbandsorgan „Pferd und Sport“ in der DDR (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Ausgabe des Magazins in Hamburg und Schleswig-Holstein). Herausgegeben wurde die Fachzeitschrift für Pferdezüchter, Pferdesportler und Pferdeliebhaber, wie es im Impressum hieß, vom Präsidium der Sektion Pferdesport der DDR erschienen im Verlag Sport und Technik. In der Erst-Ausgabe im Juli 1957 wünschte sich Oberst Koppenhagen, Leiter des Armeesportklubs „Vorwärts“ Berlin, im Vorwort, dass der Beweis zu erbringen ist, „dass in einem Staate, der den Weg zum Sozialismus beschreitet, auch Pferdezucht und Pferdesport zu höchster Blüte gelangen.“ Bekanntlich verwelkte die Blüte Ende der 1960er Jahre mit Auflösung der Klubs und 1972 mit der Abschottung vom olympischen Geist.

Annähernd 10 000 junge Menschen zählte vor 60 Jahren die Sektion Pferdesport der DDR. Präsident Erich Oese wünschte sich in der Erstausgabe aktuelle Berichterstattung, Fachbeiträge und das regelmäßige Erscheinen der „Amtlichen Bekanntmachungen“ wie Turnierausschreibungen und mehr. Anfangs konnte Redakteur A. Haubenreißer den Anspruch erfüllen. Doch bald zeigte sich, dass objektive und subjektive Gründe die Arbeit des ehrenamtlichen Redaktionskollegiums erschwerten.. Neben der Papierknappheit kamen fehlende Druckkapazitäten dazu, die über Jahrzehnte die Mangelwirtschaft in der DDR wiederspiegelten. Nach der Fertigstellung der Manuskripte und Fotos dauerte es bis zum Erscheinungstermin bisweilen mehrere Monate.

21 Jahre mühte sich der Sportjournalist Wolfgang Schilhaneck neben seiner hauptamtlichen Redakteurstätigkeit beim Bauern-Echo dem Organ des Deutschen Pferdesportverbandes der DDR (DPV), wie er zuletzt hieß, Inhalt und Profil zu geben. Mit einer Auflage von 7000 blieb es aber nur ein Mitteilungsblatt des DPV, das von fleißigen Korrespondenten auch aus den Bezirken Neubrandenburg, Rostock und Schwerin unterstützt wurde. Mit der Auflösung des DPV der DDR im Jahr 1990 wurde „Pferd und Sport“ für 1 DM je Abonnent vom letzten Präsidium an die „ReiterRevue international“ verkauft.