Der BC Traktor Schwerin ist zurück in der ersten Box-Bundesliga

Symbolfoto Boxen

Es wird wieder meisterlich in Schwerin. Nein, dieses Mal sind nicht die Schmetterlinge des Frauen-Volleyball-Teams des Schweriner SC gefragt, dieses Mal sind die die ebenso traditionsreichen Box-Asse des BC Traktor Schwerin gefragt.

Nach jahrelanger Pause greifen die Boxsportler wieder in den Kampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft in der ersten Bundesliga ein, die sie in der DDR als SC Traktor Schwerin siebzehnmal und nach der Wende 1989/90 im vereinten Deutschland dreimal gewannen.

Tradition verpflichtet

Und so eine Erfolgstradition verpflichtet, zumal Schwerin drei Olympiasieger und einen Jugend-Olympiasieger im Boxsport vorweisen kann: 1976 in Montreal Jochen Bachfeld (Weltergewicht), 1988 in Seoul Andreas Zülow (Leichtgewicht), 1992 in Barcelona Andreas Tews (Federgewicht) und 2014 (Olympische Jugend-Sommerspiele) in Nanjing Peter Kadiru (Superschwergewicht).

In der ersten Bundesliga 2018 gibt es dabei für den BC Traktor Schwerin folgende Heim-Kämpfe: am 13.Januar gegen BSK Hannover Seelze, am 10.Februar gegen UBV Schwedt, am 3.März gegen die Hamburg Gigants und am 7.April gegen Hertha BSC Berlin.

Der Boxsport in Schwerin Ende der 1940er und in den 1950ern

Der Boxsport in Schwerin entwickelte sich dabei ab Ende der 1940er Jahre rasant. Durch die Gründung des SC Traktor Schwerin mit seinen verschiedenen Sektionen (Abteilungen) entwickelten sich schnell effiziente sportliche Strukturen zur Förderung des Boxsportes. Zunächst nahm die Sektion Boxen im SC Traktor Schwerin die sportliche Arbeit auf.

Bereits Anfang Juni 1955 hatte der renommierte Trainer Herbert Eylert, der bis dahin die Box-Staffel der BSG Traktor Demmin betreute, eine „bunte Truppe“ für die Schweriner „Traktoren“ aufgebaut. Den Stamm des „neuen“ Teams für den SCT bildeten daher auch die „alten“ Demminer Boxer, wie Wolfgang Labahn, Heinz Nagel, Duda und Karnstädt. Wolfgang Altrichter stammte ursprünglich aus Halle, Gerhard Muschak aus Anklam und Eberhard Matthäus aus Landesberg/Halle. In atemberaubendem Tempo mußte diese Staffel eine hohe Fitness und große Schlagkraft aufweisen, denn schon am 25.Juni 1955 mußte sie sich in der Staffel II der DDR-Oberliga gegen die BSG Chemie Bernburg behaupten.

Mit einem knappen aber verdienten 11:9 Sieg über Chemie Bernburg im Kampf um die Box-Mannschaftsmeisterschaft 1955 gestalteten die Boxer des SC Traktor ihren ersten Start am 25.6.1955 in Schwerin erfolgreich. Diese Freiluft-Veranstaltung litt zwar unter Dauer-Regen, was indes dem enormen Zuschauer-Interesse keinen Abbruch tat. Schon vor dem Beginn der Boxkämpfe zwischen Schwerin und Bernburg stand es 4:2 für den SC Traktor Schwerin, da die Bernburger das Fliegen- und Weltergewicht nicht besetzen konnten. Die Schweriner „Traktoristen“ konnten ihrerseits aber auch keinen Schwergewichtler aufbieten, so dass diese zwei Punkte an den Chemie Bernburg fielen.

Bereits frühzeitige mit einer guten Nachwuchsarbeit

Die Nachwuchsarbeit bei den Boxern in Schwerin zeigte ebenfalls schnell erste Erfolge: Mitte Juli 1955 trainierten unter Anleitung der beiden SCT-Boxtrainer Herbert Eylert und Georg Walter schon 10 Jugendliche. Zudem erhielten die Boxer am 12.7.55 auch eine eigene Sektionsleitung, die aber der Klubleitung unterstellt war.

Im Übrigen hatten Schweriner Faustkämpfer allerdings schon vor der Gründung des SCT für Furore gesorgt. So erkämpfte H.Brien, für Empor Schwerin startend, 1951 bzw. 1952 den (ost-)deutschen Meistertitel im Fliegengewicht; G.Schmidt (ebenfalls Empor Schwerin) erkämpfte dazu 1952 den gleichen Titel im Federgewicht.

… Nun sind die Schweriner Boxer „wieder da“ und streben ihren 21.nationalen Mannschaftstitel an.

Marko Michels