Zwischen schwimmsportiver Historie und Gegenwart

Schwimmen Symbolfoto

Symbolfoto Schwimmen

Das schwimmsportliche 2018 ist längst „im Becken“ – auch in M-V. Erste Wettkämpfe gab es schon, weitere folgen – ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern – demnächst. So gibt es am 27.Januar den LiMaB-Kinderwettkampf in Rostock, dann unter anderem vom 23.Februar bis 25.Februar den OSPA Ostsee-Cup bzw. vom 10.März bis 11.März den ARENA-Talente-Cup, auch jeweils in Rostock.

EM 2018 in Schottland

Für die Schwimmerinnen und Schwimmer, ob im Becken-Schwimmen, im Freiwasser-Schwimmen und im Synchron-Schwimmen, ist 2018 ein europameisterliches Jahr. Die EM finden dabei in Schottland, in Glasgow, in Edinburgh und in Luss, vom 3.August bis 12.August statt. Diese europäischen Titelkämpfe werden die 34.Auflage im Schwimmsport seit 1926 sein.

London 2016 mit vorerst letzten EM im Schwimmsport

Die vorerst letzen Schwimm-EM wurden vor zwei Jahren, im Mai 2016, ebenfalls in Großbritannien, aber in England, speziell in London, organisiert.  42 Titel wurden dort im Becken-Schwimmen bei Männern, Frauen und in den Mixed-Wettkämpfen vergeben.

Deutsches Schwimm-Team mit zwei Medaillen

Die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmern hielten sich bei diesen Medaillen-Kämpfen im Becken-Schwimmen deutlich zurück, kamen nur zu Gold durch Franziska Hentke über 200 Meter Schmetterling und zu Silber durch Marco Koch über 200 Meter Brust.

Ungarn am erfolgreichsten

Beim großen Medaillen-Sammeln im Londoner EM-Schwimm-Becken waren andere aktiver, so Ungarn mit 10 x Gold, 4 x Silber, 5 x Bronze, Großbritannien mit 7 x Gold, 6 x Silber, 9 x Bronze, Italien mit 5 x Gold, 7 x Silber, 5 x Bronze und die Niederlande mit 5 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze.

Sehr stark waren ebenfalls Frankreich mit 4 x Gold, 1 x Silber, 4 x Bronze, Schweden mit 4 x Gold, 1 x Bronze und Dänemark mit 2 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze.

Je ein Titel ergatterten neben Deutschland zudem die Ukraine, Polen, Litauen und Griechenland.

Insgesamt erschwammen 24 Länder EM-Medaillen in London 2016, darunter 12 Staaten eine oder mehrere Goldmedaillen.

Ging alles fair zu?

Nachdem Russland nach einigen Doping-Vorwürfen nur mit einem Rumpf-Team vor Ort war (1 x Silber, 1 x Bronze im Becken-Schwimmen), gab es aber dennoch 21 Meisterschaftsrekorde (plus einen Europarekord). Da fragt man sich schon: Wird der interessierte Schwimm-Sportfan hier wieder einmal „hinter das Licht geführt“. Die angeblich dopingverseuchten Schwimmerinnen und Schwimmer aus Russland sind nicht dabei, aber die anderen erreichen dennoch Zeiten in Doping-Regionen?! Liegt das etwa an den EU-Dropsen…

Viel Gold für Ungarn & Co.

Fleißige „Gold-Schürferinnen und -Schürfer“ im Schwimm-Becken in London 2012 waren jedenfalls Adam Peaty (Großbritannien) mit 4 x Gold über 50 Meter Brust, 100 Meter Brust, 4 x 100 Meter Lagen sowie 4 x 100 Meter Lagen-Mixed, Gregorio Paltrinieri (Italien) mit 2 x Gold über 800 Meter Freistil sowie 1500 Meter Freistil, Camille Lacourt (Frankreich) mit 2 x Gold über 50 Meter Rücken sowie 100 Meter Rücken, Florent Manaudou (Frankreich) mit 2 x Gold über 50 Meter Freistil, 4 x 100 Meter Freistil sowie Silber über 4 x 100 Meter Lagen, Sebastiaan Verschuren mit 3 x Gold über 200 Meter Freistil, 4 x 200 Meter Freistil, 4 x 100 Meter Freistil sowie Silber über 100 Meter Freistil, und Laszlo Cseh (Ungarn) mit 2 x Gold über 100 Meter Schmetterling sowie 200 Meter Schmetterling.

Zahlreiche Siege und Medaillen holten auch Boglarka Kapas (Ungarn) mit 4 x Gold über 400 Meter Freistil, 800 Meter Freistil, 1500 Meter Freistil sowie 4 x 200 Meter Freistil, Sarah Sjöström (Schweden) mit 3 x Gold über 100 Meter Freistil, 50 Meter Schmetterling sowie 100 Meter Schmetterling, Katinka Hosszu (Ungarn) mit 4 x Gold über 200 Meter Rücken, 200 Meter Lagen, 400 Meter Lagen sowie 4 x 200 Meter Freistil, und Ranomi Kromowidjojo (Niederlande) mit 3 x Gold über 50 Meter Freistil, 4 x 100 Meter Freistil, 4 x 100 Meter Freistil-Mixed sowie 1 x Silber über 100 Meter Freistil.

Zusätzliche Infos zum europameisterlichen Schwimmsport

Was bliebe im Hinblick auf die Schwimm-EM aber noch zu sagen?!

Ach ja… Auch Deutschland war schon Gastgeber von Schwimm-EM, so 1934 in Magdeburg, 1962 in Leipzig, 1989 in Bonn sowie 2002 und 2014 in Berlin.

Bei den bisherigen 33 europäischen Titelkämpfe im Schwimmsport (bei Berücksichtigung aller Wettkämpfe im Becken-, Synchron- und Freiwasser-Schwimmen, im Wasserspringen und im Wasserball) waren deutsche Teams im jeweiligen Medaillen-Ranking  fünfzehnmal  vorn (1926, 1927, 1934, 1938, 1970, 1974, 1977, 1981, 1983, 1985, 1987, 1989, 1993, 1999 sowie 2002). Dahinter folgt Russland (mit UdSSR) mit neun „Pole Positions“. Dreimal war Ungarn bei Schwimm-EM die Nummer eins, Frankreich bzw. Großbritannien jeweils zweimal sowie die Niederlande und die Ukraine  je einmal.

MV und die EM im Becken-Schwimmen

Und auch aus Mecklenburg-Vorpommern gab es bislang eine ganze Reihe erfolgreicher Becken-Schwimmer und Langstrecken-Schwimmer  bei Europameisterschaften.

Unvergessen insbesondere die Erfolge im Schwimmbecken durch Frank Wiegand (1962-66: 4 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze), Egon Henninger (1962-66: 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze), Frank Pfütze (1974-77: 1 x Gold, 2 x Bronze), Jirka Letzin (1995: 1 x Silber), Nils Rudolph (1989-91: 1 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze), Udo Poser (1966-70: 3 x Gold, 2 x Silber, 3 x Bronze), Lars Hinneburg (1985-87: 2 x Silber), Klaus Katzur (1966-70: 2 x Gold, 1 x Bronze), Thomas Rupprath (1997-2002: 2 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze)  oder Patrick Kühl (1987-91: 2 x Silber, 1 x Bronze).

Bei den im Becken schwimmenden Frauen aus M-V gab es ähnliche Erfolgsbeispiele, wie Caren Metschuck (gebürtige Greifswalderin – 1981: 3 x Gold), Andrea Pollack (1977: 2 x Gold, 1 x Silber) und Rosemarie Gabriel (1974: 3 x Gold). Anja Eichhorst freute sich indes 1989 über 1 x Bronze.

Im Langstrecken-Schwimmen holten die Rostockerinnen Peggy Büchse (1995-2000: 5 x Gold, 1 x Silber) und Britta Kamrau (1999-2008: 3 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze) bei EM zahlreiche Medaillen.

Übrigens: Der Wahl-Greifswalder Sven Lodziewski kann zudem auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz im Becken-Schwimmen verweisen: bei EM von 1983 bis 1987 zweimal Gold, fünfmal Silber, zweimal Bronze .

Marko Michels