Auf den aufrichtigen und sympathischen Sport kommt es an…

Zehn Monate vor den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang beginnt schon wieder etwas zutiefst Unsägliches, etwas, was meistens nach hinten los geht, weil man es nicht planen kann und planen sollte.

Aber: Es gibt schon wieder die besessenen Pläne- und Medaillenschmieder, die – anhand der Ergebnisse der aktuellen Weltmeisterschaften in den olympischen Wintersportarten – schon die Resultate für 2018 „errechnen“.

„Alles“ wird gut…

Und siehe da: Für Schwarz-Rot-Gold wird „alles“ gut. Nach Rang sechs in Sotschi 2014 kann, darf und sollte mit mindestens 20 x Gold geliebäugelt werden, mindestens 40 Medaillen sind möglich. Das wäre ein Rekord bei Winterspielen für eine Nation… Nun ist das Wunschdenken das eine, die Realität das andere. Olympia hat bekanntlich andere Gesetze und auch die Konkurrenz wird nicht schlafen.

Zu Recht werden Carina Vogt, Laura Dahlmeier, Natalie Geisenberger, Francesco Friedrich, Johannes Lochner, Toni Eggert, Sascha Benecken, Johannes Rydzek, Eric Frenzel, Andreas Wellinger, Felix Neureuther, Viktoria Rebensburg oder Nico Ihle umjubelt, aber tut man ihnen allen – und den vielen weiteren erfolgreichen Wintersportlerinnen und -sportlern – einen Gefallen, wenn man riesige Erwartungshaltungen aufbaut, ihnen Medaillen umhängt, die erst noch gewonnen werden müssen, und immensen Druck entwickelt.

Nein, sicher nicht. Zumal: Klappt tatsächlich alles nach Wunsch, ist das Ganze nur noch ein Abarbeiten des „Plansolls“. Die unbefangene und natürliche Freude am Sport, der Spass – all das geht verloren.

Was ist aus dem „Back to the roots!“ geworden?!

Vor drei, vier Jahren wollten die werten Sportfunktionäre, Sportpolitiker und Sportverbandsfürsten doch eigentlich alles anders machen. Olympia sollte zurück zu den Wurzeln. Der aufrichtige Sport sollte wieder im Vordergrund stehen – nicht die Funktionäre und Sponsoren. Keine Fünf-Sterne-Hotels mehr für die unsportive Hautevolee, keine sportlichen Retorten-Städte a la Albertville, Atlanta, Nagano, Turin oder Sotschi mehr. Keine Erbsen- und Medaillen-Zählerei mehr.

Geblieben ist davon nicht viel. Die Mundwinkel diverser Sportpolitiker und Sportfunktionäre mit dem Bundesadler zogen sich in Sotschi 2014 und in Rio 2016 verdächtig nach unten, als die „selbst gesteckten“ Ziele der deutschen Büro-Stuten und Büro-Hengste in den sportlichen Amtsstuben nicht eintrafen.

Die einzigen, die es – auch das zu Recht – eher mit einem Lächeln hinnahmen, waren die deutschen Sportlerinnen und Sportler selbst, die im Gegensatz zu manchen selbst erklärten Experten die entsprechende Fachkompetenz aufweisen.

Und wie gesagt: So wie früher der „Klassenfeind“ nicht schlief, so schläft heute ebenfalls die Konkurrenz nicht. Denn… Wie meinte schon „Radio Eriwan“ auf die Frage, was der Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus sei: „Im Kapitalismus wird der Mensch durch den Menschen ausgebeutet, im Sozialismus ist es genau umgekehrt…“

Deutschland und die Sport-Planer

Deutschland und der Hochleistungssport, besser deutsche Funktionäre und der Hochleistungssport. Das sind „ein Fälle für die Couch“. Der geneigte Sportfan fragt sich schon: „Wer will hier was anhand zahlenmäßig großer Medaillen-Sätze kompensieren?!“ Tja, die Minderwertigkeitskomplexe des deutschen Berufsfunktionärstums.

Her mit Bella und Lisa…

Schade, dass da zwei Winter-Sportlerinnen etwas in den Hintergrund rücken, die für einen Sport, ja für Sportwerte und Sportmentalitäten stehen, die sich jeder aufrechte Sportfan nur wünschen kann: Isabella Laböck, die Snowboarderin, und Lisa Zimmermann, die Ski-Freestylerin. Dass beide echte Hingucker sind, macht die Sache noch attraktiver…

Beide stehen für Sportarten, die erst spät ins olympische Programm gelangten – Ski-Freestyle seit 1992, nachdem es 1988 olympisch demonstriert wurde, und Snowboarden seit 1998 – und mit denen die knorrigen Sportfunktionäre zunächst, und eigentlich immer noch, nichts richtig anfangen können.

„Unordnung“ muss sein

Es wirkt dort alles so „unplanbar“, so „aufmüpfig“, so „unordentlich“ – und wenn einiges, gerade im deutschen Sport, nicht geht, dann ist es „Unordnung“. Frau Sportlerin und Herr Sportler müssen selbstverständlich vernünftig gekleidet sein und entsprechende politisch korrekte Antworten, vorzugsweise dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, geben. Denn mit dem „Zweiten sieht man besser“ und mit den „dritten kaut man kräftiger“.

Die trendigen Snowboarderinnen bzw. Snowboarder und Ski-Freestylerinnen bzw. -Freestyler werden ohnehin leider viel zu oft vergessen und ziemlich am Rande behandelt – zumindest von den „Entscheidungsträgern“ im deutschen Sport. Obwohl sie auch oder ganz besonders hochklassigen Sport präsentieren, ungemein leistungsbereit und so sympathisch bzw. bodenständig sind.

Ihnen wird sich oftmals nur zugewandt, wenn es Gold zu feiern gibt. So war  es auch anno 2013. Eine junge Bajuwarin, Isabella Laböck, Jahrgang 1986, eroberte im kanadischen Stoneham-et-Tewkesbury die Snowboard-Welt, siegte im Parallel-Riesen-Slalom und bewies, dass sich nie endender Kampfgeist bzw. Siegeswille am Ende durchsetzen. Vor allem stand und steht sie für eine Botschaft: Man darf sich nur nie aufgeben und sollte – auch in extrem widrigen und in extrem traurigen Zeiten – nie verzagen.

Eine echte Kämpferin und eine begnadete Sportlerin – Isabella Laböck

Auch dafür steht Isabella Laböck. Vor 17 Jahren musste sie mit ihrem älteren Bruder Dominik die Brandkatastrophe am österreichischen Kitzsteinhorn miterleben und vor 14 Jahren verlor sie Dominik, der sie als Sechsjährige zum Snowboarden animierte, bei einem schweren Verkehrsunfall.

Dominik, der sie einst zu ihrem Sport, dem Snowboarden, führte und ohne den Isabella damit auch nicht Weltmeisterin geworden wäre, widmete sie ihren Gold-Erfolg 2013. Diese Widmung – vielleicht ein noch größerer Moment als der Triumph in Kanada selbst.

Auf den Charakter kommt es an

Und es ist nicht so, dass mit Isabella seinerzeit eine junge Sportlerin kam, sah und siegte. Nein, dieser Erfolg war und ist gerade auch ein Produkt nicht nur großen Talentes, sondern auch harter Arbeit. Trainingsfleiß und Hingabe zum Sport sind ebenso gefragt, was häufig bei derartigen großen Erfolgen, wie bei jenem 2013 von Isabella, zudem zweifache Olympia-Teilnehmerin 2010 bzw. 2014, vergessen wird.

Auf die Frage nach der Zukunft der Olympischen Spiele meinte Isabella Laböck vor einiger Zeit nachdenklich und treffend: „Mit der olympischen Idee verbinde ich in erster Linie das größte Sportereignis auf der Welt, ein `Come-Together` aller Nationen, die bei sportlich fairen Wettkämpfen gegeneinander antreten. Das sollte man nicht vergessen und genau da sollte es auch wieder hingehen. Man sollte wieder an den Sport denken, denn das ist der Kern von Olympia…“

Bella beendet nun ihre große sportliche Karriere. Sie wird dem Wintersport, dem Snowboarden, mehr als fehlen.

Lisa – eine grosse Hoffnung für den sympathischen Sport

Lisa Zimmermann, Jahrgang 1996, ist ebenfalls eine Interpretin des anderen, des sympathischen Sportes. Unvergessen ihr Interview im GEZ-TV 2014 als sie einem verdutzten Sportjournalisten erklärte, der unbedingt eine am Boden zerstörte Sportlerin sehen wollte (Man hatte ihre Medaille eigentlich bereits eingetaktet, am Ende klappte es leider nicht mit Edelmetall…), dass sie dennoch zufrieden ist. Es präsentierte sich eine Sportlerin, die den Konkurrentinnen den Respekt nicht versagte und ihre Leistung entsprechend einordnete.

Lisa – zwischen Erfolgen und einem herben Rückschlag

Viel Jubel gab es dann 2015, als Lisa Slopestyle-Weltmeisterin am Kreischberg wurde, und Anfang 2017 X-Game-Siegerin beim „Big Air“ in Aspen – die erste deutsche X-Game-Siegerin überhaupt. Als erste Athletin stand sie dort einen „Switch Double-Cork 1080“. Das ist eine Sprungvariante mit drei kompletten Drehungen, also der „pure Wahnsinn“.

Nun jubelten sogar Sportjournalisten und Sportfunktionäre.

Aber: Nichts ist planbar, der Sport ist – wie das reale Leben – voller Unwägbarkeiten. Oder wie die Schauspielerin Jennifer Lawrence sagen würde: „Wir glauben, dass wir Kapitäne unseres Lebens sind. Wir sind jedoch nur Passagiere…“ Und Gäste im Leben.

Hoffentlich 2018 wieder „an Bord“

Bei der Qualifikation zum Weltcup in Mammoth Mountain Anfang Februar 2017 verletzte sich die Nürnbergerin Lisa Zimmermann schwer. Sie erlitt einen Kreuz- und Innenbandriss sowie eine Kapselverletzung im rechten Knie. Die WM in der Sierra Nevada 2017 musste ohne Lisa Zimmermann stattfinden. Aber – hoffentlich (!) – ist Lisa in Pyeongchang 2018 wieder „an Bord“.

Jetzt heisst es kämpfen und nicht verzagen. Wie meinte einmal der niederländische Eisschnellläufer Kees Verkerk, dessen Karriere von großen Siegen und herben Rückschlägen gepflastert war: „Du wächst, in dem du stürzt und wieder aufstehst!“

Alles Gute für Bella und Lisa!

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Sportliches Kalenderblatt zum Snowboarden: Die Snowboard-WM 2013 in Kanada / Beitrag vom 30.Januar 2013

Wintersport und Deutschland. Da denkt man oft an die alpinen Ski-Damen um die Olympiasiegerinnen Maria Höfl-Riesch oder Viktoria Rebensburg. Da erinnert man sich gern an den großartigen olympischen Teamsprint-Erfolg von Evi Sachenbacher sowie Claudia Nystad in Vancouver.

Da fallen natürlich spontan die deutschen Schlittensportlerinnen und Schlittensportler ein – die Rodlerinnen Natalie Geisenberger oder Tatjana Hüfner, Rodel-Kollege Felix Loch, die Skeleton-Asse Anja Huber Frank Rommel oder die Bob-Helden Francesco Friedrich/Jannis Bäcker, die gerade Zweier-Weltmeister wurden. Oder das Eiskunstlauf-Paar Robin Szolkowy/Aljona Sawtschenko, die Biathletinnen Miriam Gössner sowie Andrea Henkel. Oder auch die Nordischen Kombinierten um Eric Frenzel & Co.

Die trendigen Snowboarderinnen und Snowboarder werden leider viel zu oft vergessen und ziemlich am Rande behandelt. Obwohl sie auch oder ganz besonders hochklassigen Sport präsentieren, ungemein leistungsbereit und nicht zuletzt so sympathisch und bodenständig sind.

Isabella Laböck im Fokus

Diesen wird sich oftmals nur zugewandt, wenn es Gold zu feiern gibt. So ist es auch anno 2013 wieder einmal. Eine junge Bajuwarin, Jahrgang 1986, die übrigens mit dem Nordisch Kombinierten Björn Kircheisen liiert ist, eroberte im kanadischen Stoneham-et-Tewkesbury die Snowboard-Welt, siegte im Parallel-Riesen-Slalom (MM berichtete) und bewies, dass sich nie endender Kampfgeist und Siegeswille am Ende durchsetzen. Man darf sich nur nie aufgeben und sollte – auch in extrem widrigen und extrem traurigen Zeiten – nie verzagen.

Auch dafür steht Isabella Laböck. Vor 13 Jahren musste sie mit ihrem Bruder Dominik die Brandkatastrophe am österreichischen Kitzsteinhorn miterleben und vor 10 Jahren verlor sie Dominik, der Isabella als Sechsjährige zum Snowboarden animierte, bei einem schweren Verkehrsunfall. Ihrem älteren Bruder, der sie einst zu ihrem Sport, dem Snowboarden, führte und ohne den Isabella damit auch nicht Weltmeisterin geworden wäre, widmete sie ihren Gold-Erfolg 2013. Diese Widmung vielleicht ein noch größerer Moment als der Triumph in Kanada selbst.

Und es ist nicht so, dass mit Isabella eine junge Sportlerin kam, sah und siegte. Nein, dieser Erfolg ist gerade auch ein Produkt nicht nur großen Talentes, sondern auch harter Arbeit. Trainingsfleiß und Hingabe zum Sport sind ebenso gefragt, was häufig bei derartigen großen Erfolgen, wie jenen nun von Isabella, vergessen wird.

Großartig auch das „Comeback“ von Amelie Kober, unter anderem Olympia-Zweite von 2006. Schon beim Weltcup in Bad Gastein als Erste super dabei, wurden es nun bei den WM jeweils Bronze-Medaillen im Parallel-Riesenslalom und im Parallel-Slalom.

Überhaupt wurde bei den WM in Stoneham-et-Tewkesbury deutlich, wie beliebt das Snowboarden weltweit ist. 15 Nationen gewannen in den 11 Disziplinen bei Männern und Frauen Edelmetall, neun Länder erkämpften eine Goldmedaille oder mehrere.

Am erfolgreichsten war letztendlich Gastgeber Kanada mit 2 x Gold, 2 x Silber vor Finnland mit 2 x Gold, 2 x Bronze und Österreich mit jeweils 1 x Gold, Silber, Bronze. Dank Isabella und Amelie holte „Team Germany“ 1 x Gold und 2 x Bronze.

Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi bewies auch das russische Team Erfolgsqualitäten – Jekaterina Tudegeschewa holte sich Gold im Parallel-Slalom.

Und auch „Down Under“ zeigte sich in Gold-Laune. Alex Pulli gewann den „Snowboard Cross“. Und „die Ahornblätter“ jubelten über ihre Spencer O`Brien im „Slopestyle“ und Maelle Ricker im „Snowboard Cross“.

Der erfolgreichste Snowboarder bei den WM`13 war jedoch der Finne Roope Tonteri – mit Platz eins jeweils im „Big Air“ und im „Slopestyle“.

Ja, Snowboarden ist global trendy!

Schön, dass Deutschland mit Isabella Laböck und Amelie Kober daran so großen Anteil hat.

Nachgefragt bei Isabella Laböck, Jahrgang  1986 aus  Prien am Chiemsee

Isabella über den WM-Wettkampf 2013, neue Ambitionen und ihr Leben neben dem Snowboard

„Das ist ein gigantisches Gefühl…“

Frage: Isabella, erst einmal riesigen Glückwunsch zu Ihrem großartigen überraschenden WM-Snowboard-Gold aus Meck-Pomm! Wie verlief der Wettkampf aus Ihrer Sicht? Hatten Sie bereits vor der Entscheidung ein gutes „Feeling“?!

Isabella Laböck: Ich war erst einmal froh, die Quali so gut gemeistert zu haben. Danach war für mich wieder alles offen und ich wusste, das ich voll angreifen kann und werde. Aber ich habe schon in der Quali gemerkt, dass mir die Strecke liegt und es ein guter Tag werden könnte. Trotzdem arbeite ich im Rennen von Lauf zu Lauf…

Frage: Sie sind nach Heidi Renoth (1997) erst die zweite Deutsche, die Gold bei einer FIS-WM im Snowboarden gewann. Wie fühlt man sich nun als „historische Skisportlerin“?!

Isabella Laböck: Das ist ein gigantisches Gefühl, dessen Ausmaß mir erst jetzt immer bewusster wird. Ich setzte da schon einen Meilenstein, den mir vor allem niemand mehr nehmen kann. Ich schrieb  Geschichte – als erste deutsche FIS-Weltmeisterin im Parallel-Riesen-Slalom des Snowboardens.

Frage: Auch Amelie Kober, die ebenfalls  begnadete deutsche Snowboarderin, kam zu zwei weiteren internationalen Medaille. Was zeichnet aus Ihrer Sicht Amelie aus?

Isabella Laböck: Amelie ist eine sehr willensstarke Athletin und zudem eine Kämpferin.

Frage: Noch ein Jahr bis zu den Winterspielen in Sotschi… Wie bewerten Sie dort Ihre Chancen?

Isabella Laböck: Ich werde den Rückenwind der Gold-Medaille mitnehmen,  genau so akribisch weiter arbeiten und an mich glauben wie bisher  – und wer weiß, wenn wieder alles so passt wie in Stoneham, dann kann man weiterhin Großes erwarten…

Frage: Wie geht es nun für Sie in der Saison 2012/13 weiter? Und: Was machen Sie eigentlich ohne Schnee? Was machen Sie beruflich, was sind Ihre Hobbys?

Isabella Laböck: Jetzt geht es zunächst nach Slowenien und dann liegen noch einige Weltcups  vor mir, auf die ich mich schon richtig freue, ganz besonders auf den Test-Event in Sotschi.

Ohne Schnee sieht man mich übrigens beim Wandern,  Biken oder Laufen. Auf jeden Fall viel in der Natur! Ich liebe es am See zu sein oder auch zu verreisen und die Welt zu entdecken . Beruflich bin ich übrigens  in der Sportgruppe bei der Bundespolizei.

Vielen Dank, weiterhin alles Gute und maximale Erfolge!

Info zum weltmeisterlichen und olympischen Snowboarden – kompakt

Die 26jährige Isabella Laböck siegte bei den FIS-Weltmeisterschaften im Snowboard (18.Januar 2013 – 27.Januar 2013) in Stoneham-et-Tewkesbury  im Parallel-Riesenslalom vor der Österreicherin Julia Dujmovitz, Landsfrau Amelie Kober und der Norwegerin Hilde-Katrine Engeli. Der Wettkampf mit 46 Snowboarderinnen aus 19 Ländern fand dabei am 25.Januar 2013 statt.

Deutschen Snowboarderinnen gewannen bis 2013, seit den ersten offiziellen Snowboard-WM der Federation Internationale de Ski (FIS) 1996 in Lienz, acht Medaillen (2 x Gold, 1 x Silber, 5 x Bronze). 1997 hatten Heidi Renoth im Slalom bzw. Sabine Wehr-Hasler in der Halfpipe Gold bzw. Bronze erkämpft. 1999 gab es zudem Bronze durch Sandra Farmand im Parallel-Slalom.

Im Parallel-Giant-Slalom folgten 2003 Bronze durch Heidi Renoth und 2007 Silber durch Amelie Kober. Und 2013 eben Parallel-Riesen-Gold durch Isabelle Laböck und zweimal Bronze durch Amelie Kober im Parallel-Riesen-Slalom bzw. im Riesen-Slalom.

Die International Snowboarding Federation trug 1993 in Ischgl, 1995 in Davos, 1997 in Heavenly und 1999 in Val di Sole vier eigenständige WM aus. Deutsche Snowboarderinnen kamen dort auf 5 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze. Im Slalom wurde Petra Müssig 1993 Dritte und in der Kombination ebenfalls 1993 Zweite. Außerdem wurde in der Kombination Sandra Farmand 1995 bzw. 1997 jeweils Erste. In der Halfpipe war Sabine Wehr 1997 mit Rang drei dabei. Im Riesen-Slalom jubelte Katharina Himmler 1999 über Gold. Goldene Momente gab es hingegen auch im Parallel-Slalom 1997 durch Sandra Farmand und 1999 erneut durch Katharina Himmler.

Bei den WM 2013 war Kanada mit 2 x Gold, 2 x Silber und Finnland mit 2 x Gold, 2 x Bronze. Je einen WM-Titel schafften Österreich, die Schweiz, Australien, die USA, Deutschland, Russland und Slowenien. Insgesamt erkämpften 15 Staaten bei den Snowboard-WM 2013 Medaillen.

Seit 1998 ist das Snowboarden im Programm der Olympischen Winterspiele. Aus deutscher Sicht gab es dort 1998 Olympia-Gold durch Nicola Thost (Halfpipe), jeweils Silber 1998 durch Heidi Renoth (Parallel-Riesen-Slalom) bzw. 2006 durch Amelie Kober (Parallel-Riesen-Slalom). Isabella Laböck war 2010 bei den Olympischen Winterspielen  in Vancouver auch Olympia-Teilnehmerin (Parallel-Riesen-Slalom).

Marko Michels

Aufnahme (Miha Matavz): Isabella Laböck, die deutsche Erfolgs-Snowboarderin, beendete im Frühjahr 2017 leider ihre leistungssportliche Karriere.