Die Landeshauptstadt M-V zwischen sportiver Historie und Gegenwart

Schwerin ist bekanntlich eine Sportart. So sind in den 110 Vereinen der Stadt insgesamt 17400 Mitglieder organisiert. Der größte Verein ist ARGuS (Aktiv-Rehabilitations-Gesundheits- und Seniorensport) mit mehr als 1800 Mitgliedern.

Von Los Angeles 1932 nach Rio 2016

Die Landeshauptstadt hat dabei zudem eine große olympische Tradition. So nahm bereits Alfred Meyer (1882-1956) als erster Schweriner an Olympischen Spielen teil. Das war 1932 in Los Angeles im Rahmen der olympischen Kunstwettbewerbe in der Rubrik „Literatur“.

Bei den vorerst letzten Olympischen und Paralympischen  Spielen 2016 in Rio de Janeiro waren mit der Stabhochspringerin Martina Strutz, den Box-Assen Arajik Marutjan bzw. Artem Harutyunyan, dem Ruderer Hannes Ocik, der Sprinterin bzw. Weitspringerin Vanessa Low,  den Radsportlern Stefan Nimke bzw. Kai-Kristian Kruse, dem Schwimmer Torben Schmidtke sowie der Schwimmerin Denise Grahl und den Judo-Zwillingsschwestern Ramona sowie Carmen  Brussig, elf Athletinnen und Athleten am Start, die in der Landeshauptstadt geboren wurden oder hier Mitglied eines Vereines sowie Leistungszentrums waren bzw. sind.

Neun Medaillen in Rio 2016…

Die Ausbeute war beachtlich: neun Medaillen, darunter einmal Gold. Vanessa Low, in Schwerin geboren und für Leverkusen startend, wurde bei den Paralympics Erste im Weitsprung bzw. Zweite im 100 Meter-Lauf. Hannes Ocik, der gebürtige Rostocker und Mitglied der Schweriner Rudergesellschaft, kam mit dem Deutschland-Achter zu Silber. Denise Grahl, in Schwerin geboren, für Rostock startend, kam zu Schwimm-Silber bei den Paralympics. Im paralympischen Schwimmbecken holte der Wahl-Potsdamer mit „Wiege in Schwerin“, Torben Schmidtke, auch eine Medaille – Bronze.

Bronzenen Jubel beim olympischen Box-Turnier gab es zudem für Artem Harutyunyan, der bei Michael Timm am Leistungszentrum Schwerin trainiert.  Im paralympischen Tandem-Zeitfahren spurteten Stefan Nimke und Kai-Kristian Kruse ebenfalls zu Bronze und auf der paralympischen Judo-Matte kämpften sich Ramona bzw. Carmen Brussig zu Doppel-Silber.

2016/17 jubelten wieder eine Reihe von Athletinnen und Athleten der Landeshauptstadt M-V – dank hervorragender Leistungen bei regionalen, nationalen und internationalen Meisterschaften und Wettbewerben im Elite- und im Nachwuchs-Bereich. Mitte Juli, am 13.7.2017, werden diese nun bei der traditionellen städtischen Sportlerehrung ausgezeichnet.

Schwerin – wahrlich „eine sportliche Stadt“…

Ja, Schwerin ist in der Tat eine „sportliche Stadt“. Blickt man auf die traditionsreiche Sportgeschichte Schwerins, kann man das nur bestätigen.

Angefangen vom Männer-Turn-Verein von 1859 bis hin zu den aktuellen Erfolgen der der Volleyball-Spielerinnen ist diese Bezeichnung mehr als gerechtfertigt.

Vor 57 Jahren – Walter Krüger mit Olympia-Silber

Vor 57 Jahren, bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom, gab es die erste Olympia-Medaille für unsere Stadt, durch den Speerwerfer Walter Krüger mit Silber. Die ersten Schweriner Olympiasiege folgten 1976 in Montreal – dank des Boxsportlers Jochen Bachfeld, des Ruderers Michael Wolfgramm und der Schwimmerin Andrea Pollack.

Schwerin – Hochburg einiger Sportarten

Und in der Gegenwart hat sich Schwerin zur nationalen Hochburg unter anderem im Frauen-Volleyball, im Ballsport allgemein, im Drachenbootsport, im Amateur-Boxsport, in einigen Leichtathletik-Disziplinen, in der Sportakrobatik, im Segelsport, im Rudern oder im Bahn-Radsport entwickelt.

Namen, wie Gerd Wessig, Jürgen Schult, Andreas Zülow, Andreas Tews, Dieter Berg, Dörte Stüdemann, Hanka Pachale und viele viele andere mehr haben weit über die Stadtgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf.

„Frische Erfolge“…

„Ganz frisch“ ist noch der Deutsche Meistertitel für das Volleyball-Frauen-Team des Schweriner SC, der Aufstieg der Handball-Spielerinnen des SV Grün-Weiß Schwerin in die dritte Liga, der Landespokal-Sieg des Badminton Sport Club 95 Schwerin, die Bronzemedaille für Nick Rother (Schweriner SC) im 1000 Meter-Zeitfahren (Junioren) bei den Deutschen Meisterschaften im Bahn-Radsport in Frankfurt/Oder oder die Vize-Meisterschaft der SSC-Volleyball-Mädels (Altersklasse U 20).

Dazu der Trainer des Volleyball-U 20-Teams, Bart-Jan Van Der Mark: „Die Mannschaft zeigte tolle Leistungen und konnte überzeugen. Die Silbermedaille war der verdiente sportliche Lohn. Sicherlich hätten wir `im eigenen Haus` gern gewonnen und unseren Titel verteidigt, aber dennoch: Leistung, Einsatz und Motivation stimmten. Dieser Jahrgang ist ohnehin ein außergewöhnlich starker. Vor zwei Jahren gab es bei den U 18-Titelkämpfen bereits Bronze, dann im letzten Jahr bei den U 20-Meisterschaften sogar Gold und nun, wiederum beim U 20-Wettbewerb, Silber. Eine imponierende Bilanz. Viele der Mädels werden ihren Weg nun volleyballsportlich weiter gehen. Mit Sabrina Krause und Elisa Lohmann sind  bereits zwei Spielerinnen Mitglied des ersten SSC-Teams, das Ende April ja die Deutsche Meisterschaft 2017 gewann!“.

…und ein hervorragender Ausrichter von Sport-Events

Auch als Ausrichter von Sport-Events ist die Stadt Schwerin „eine erste Adresse“, wie zuletzt bei der Organisation und Durchführung der Landesmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik, der Deutschen Jugend-Meisterschaften im Fechten, des Sportfestes der Vielfalt, der Deutschen Meisterschaften (U 20, weiblich) im Volleyball oder der diversen Lauf-Veranstaltungen, so des Schlosslaufs, des Nachtlaufs oder des KKH-Laufs.

So lobte dann auch der Präsident des Fechtverbandes M-V, Jürgen Becker, die Schweriner Fechtgesellschaft für deren ausgezeichnete Organisation der Deutschen Jugend-Meisterschaften im Fechtsport: „Wir hatten ja mittlerweile die siebenten Deutschen Meisterschaften im Fechtsport in Schwerin. Die Palmberg-Arena ist hierfür hervorragend geeignet. Da wir in diesem Jahr gemeinsame Deutsche A-Jugend-Meisterschaften für den weiblichen und männlichen Bereich austrugen, war der Zuspruch natürlich rege. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten letztendlich bei den Titelkämpfen 2017 in Schwerin vor Ort. Die Landeshauptstadt M-V präsentierte sich als wunderschöner Austragungsort. Die reizvolle Altstadt, die moderne Arena, die Leute und die gute Stimmung – das hinterließ nachhaltige Eindrücke.  Das Engagement der Fechtgesellschaft Schwerin war einfach beeindruckend.“

Ereignisreicher Sportsommer 2017 in Schwerin

In den kommenden Wochen wird es ohnehin eine ganze Reihe von wichtigen und traditionsreichen Sportveranstaltungen in der Landeshauptstadt M-V geben, so am 16.Juni die offenen Drachenbootmeisterschaften der Schülerinnen bzw. Schüler auf dem Faulen See, am 17.Juni das Kinderfest des SV Einheit Schwerin, am 25.Juni den Schloss-Triathlon, am 1.Juli den Fünf-Seen-Lauf, am 15./16.Juli den Marstall-Cup im Segeln, am 22.Juli das nationale Sprung- bzw. Wurfmeeting des Schweriner SC, am 13.August das Schloss-Schwimmen, vom 25.August bis 27.August das Drachenbootfestival auf dem Pfaffenteich und am 27.August die Petermännchen-Rad-Tour.

Auch im Spätsommer präsentiert sich Schwerin sehr sportiv, unter anderem am 2./3.September mit dem Herbst-Cup im Segeln, am 2.September mit dem Frauenlauf, am 9.September mit dem Indianerfest des SV Einheit Schwerin, am 9./10.September mit den Landesjugendmeisterschaften im Segeln, am 10.September mit dem Werner-Crosslauf, am 16.September mit dem Schau-Turnen des TSV Schwerin und mit dem UNICEF-Lauf, am 16./17.September mit dem Jedermann-Zehnkampf und am 23.September mit dem Jedermann-Radrennen. Nur ein paar Beispiele von vielen…

Na dann, Sport frei, Schwerin!

Marko Michels

Fotos (Michels): Der Sport hat in Schwerin viele Facetten.