Die U12-Mannschaft des Güstrower SC 09 bei den Deutschen Faustball-Meisterschaften in Kellinghusen | Faustball in Güstrow

Auf dem Foto von vorn nach hinten:
Micha Ohloff, Felix Fischer, Amelie Hanke, Neele Bieber, Hannah Weidemann, Florian Ohloff, Lara Thyben, Jeppe Tandelmayer, Toni Freiknecht.
Foto: © Ronny Kindler

Am vergangenen Wochenende wurde der 8000-Seelen-Ort Kellinghusen in Schleswig-Holstein kurzzeitig zum Nabel der deutschen Faustball-Welt. Unter dem Motto „Klein trifft Groß“ veranstaltete der ansässige VfL Kellinghusen mit der zeitgleichen Austragung der Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen sowie zusätzlich der Altersklasse U12 ein ganz besonderes Event. Die U12-Mannschaft des Güstrower SC 09 hatte als konkurrenzloser Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns die Teilnahme schon seit Langem gesichert und bereitete sich entsprechend gewissenhaft auf den Vergleich mit den bundesweit stärksten Gegnern vor. Aufgrund der fehlenden Kontrahenten im eigenen Bundesland als Gastmannschaft in Schleswig-Holstein startend, gelang in der laufenden Feldsaison dort der Gewinn der Vizemeisterschaft. Und ein Jahr nach der ersten Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft – damals in Biberach (Baden-Württemberg) noch mit als jüngstes Team im Teilnehmerfeld – und dem damals errungenen 23. Platz stand nun die nächste Bewährungsprobe auf höchster Ebene bevor.

Nach langen Monaten voller intensiver Trainingseinheiten und lehrreicher Punktspiele wurde am Samstagvormittag das erste Gruppenspiel gegen den TuS Wakendorf angepfiffen. Die greifbare Nervosität konnte zu Beginn leider noch nicht ganz abgeschüttelt werden, doch nach dem Verlust des ersten Satzes wurde zur Beruhigung des Nervenkostüms im zweiten Durchgang immerhin ein Unentschieden erspielt und der erste Punkt stand auf der Habenseite. Im zweiten Spiel wartete anschließend bei inzwischen sengender Hitze der MTV Wangersen auf die jungen Güstrower Sportler, die wie im vergangenen Jahr mit einer gemischten Jungen- und Mädchenmannschaft in der männlichen Klasse starteten. Das gegnerische Team erzeugte großen Druck, doch der GSC konnte beide Sätze mit großem Kampfgeist eng gestalten. Es wuchs die Gewissheit, auch mit den starken Teams mithalten zu können und auch in diesem Spiel konnte schließlich ein Unentschieden erkämpft werden. Somit wuchs die Hoffnung, eventuell sogar Chancen auf die Endrunde der besten 12 Mannschaften zu haben. Leider ging das dritte Spiel gegen den TuS Frammersbach am Ende verloren. Der Gegner verstand es ausgezeichnet, die schwächen auf Güstrower Seite zu nutzen und die der GSC fand über das ganze Spiel hinweg kein taktisches Mittel, um darauf zu reagieren. Gepaart mit einigen Eigenfehlern zu viel standen am Ende zwei knapp verlorene Sätze zum 0:2. Diese bittere Niederlage sollte auch in das vierte Spiel hinein nachwirken, als der erste Satz gegen die späteren deutschen Meister vom TV Unterhaugstett mit 1:11 abgegeben werden musste. Jedoch zeigten die Güstrower Kids eine bemerkenswerte Reaktion, stemmten sich mit aller Macht gegen die Niederlage und konnten im zweiten Durchgang nur knapp mit 9:11 geschlagen werden. Keineswegs enttäuscht ging es ins letzte Gruppenspiel gegen den TV Leichlingen, der ebenfalls sein ganzes Können aufbieten musste, um die wackeren Güstrower mit 0:2 (7:11; 9:11) zu besiegen. Nicht schlecht staunten die zahlreichen Zuschauer, als im knappen zweiten Satz gleich alle vier Mädchen des Kaders gemeinsam auf dem Feld standen und den Jungs aus Niedersachsen das Leben äußerst schwer machten.

Info: Bis zur U14 dürfen auch Mädchen in männlichen Teams eingesetzt werden.

Am Ende des Tages stand Tabellenplatz 5 in der Gruppe und das Gefühl, dass mit etwas mehr Ruhe und Erfahrung bedeutend mehr möglich gewesen wäre. War man jedoch im vergangenen Jahr noch chancenlos in der Gruppenphase gewesen, so spielte man dieses Mal schon auf Augenhöhe. Dies allein war für die Mannschaft Lohn genug für den Trainingsfleiß des ganzen letzten Jahres.

Am Sonntag spielte man nun um die Plätze 17-20 und selbstbewusst wurde das Ziel ausgegeben, die beiden dafür nötigen Siege einzufahren und gleichzeitig allen neun Spielern des Kaders noch einmal die Gelegenheit zu geben, ihr Können zu zeigen. So wurde im ersten Spiel gegen den TuS Wickrath losgelegt wie die Feuerwehr und der erste Satz klar mit 11:4 gewonnen. Das folgende 8:11 im zweiten Durchgang lag dann eher weniger an der vorgenommenen Rotation, sondern am Zwischenzeitlichen Verlust der spielerischen Linie. Im Entscheidungssatz konnte dann mit einer Energieleistung per 12:10 der erste Sieg bei dieser DM errungen werden. Abschließend stand den Güstrowern dann der Ahlhorner SV, der in Faustballkreisen einen hervorragenden Ruf für seine Nachwuchsarbeit genießt, gegenüber. Zu Beginn zeigten sich klar die Spuren der engen und kräftezehrenden Vorrunde: Mit 4:11 wurde der erste Satz abgegeben. Doch als im zweiten Satz die letzten Kraftreserven geweckt wurden, konnte mit einem 12:10 der Entscheidungssatz erzwungen werden. Nach zahlreichen sauberen Spielzügen und mutigen Aktionen stand am Ende ein 11:7 zugunsten der Güstrower auf der Anzeigetafel und irgendwo zwischen Glück, Stolz und Erschöpfung fielen sich Spieler und Trainer in die Arme.

Platz 17 bedeutet zunächst einmal auf dem Papier eine klare Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr. Viel deutlicher jedoch waren tatsächlich die spielerischen Fortschritte einer Mannschaft erkennbar, die sich innerhalb eines Jahres vom schüchternen Underdog zu einem ernstzunehmenden Gegner für jeden Kontrahenten entwickelt hat. Die jüngsten Güstrower Faustballer verdienten sich durch ihren Zusammenhalt, ihren Ehrgeiz und ihr sportliches Auftreten den Respekt der Zuschauer und Gegner. Nicht zuletzt stimmt hoffnungsvoll, dass das gesamte Team auch im kommenden Sommer noch in der Altersklasse U12 spielberechtigt ist. Eines ist gewiss: Schon in der kommenden Hallensaison wird diese Mannschaft wieder alles dafür tun, sich weiter zu verbessern und es jedem Gegner schwer zu machen!

Für den Güstrower SC 09 spielten: Felix Fischer, Jeppe Tandelmayer, Toni Freiknecht, Neele Bieber, Micha Ohloff, Florian Ohloff, Lara Thyben, Amelie Hanke und Hannah Weidemann.

Text: Philipp Ohloff / Güstrower SC 09, Abteilung Faustball