Rudern auf dem Schweriner See vor dem Schloss… Foto: M.M.

Im Gespräch mit DRV-Vorstand Dr. Dag Danzglock

Im Rudersport liegen bereits einige Wettkämpfe wieder hinter uns. Doch im Sommer geht es regional, national und international auch schon weiter. Zu den Jahreshöhepunkten zählen ganz klar die Elite-EM in Glasgow, die Elite-WM in Plowdiwund die Olympischen Jugend-Spiele in Buenos Aires.

Interview

Dr. Dag Danzglock, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ruderverband über die ersten rudersportlichen Monate 2018, die kommenden Höhepunkte, die Bedeutung des Deutschland-Achters und die Entwicklung des Rudersportes in der Bundesrepublik

„Können über einen Mangel an jungen und ambitionierten Interessenten nicht klagen…“

Frage: Vier sportliche Monate liegen hinter uns. Welche Veranstaltungen im Rudern standen schon auf dem Programm? Wer konnte besonders aus nationaler Sicht beeindrucken?

Dag Danzglock: Wir sind im deutschen Rudersport breit aufgestellt und haben Veranstaltungen für viele Zielgruppen im Programm. Im Leistungssport sind zunächst die Deutschen Ruder-Ergometer-Meisterschaften Anfang Februar in Kettwig zu nennen. Das Ergometer ist wichtiges Trainingsmittel, hat aber auch den Charakter einer eigenen Disziplin.

Es folgten die Landstrecke in Leipzig (8.April) sowie die Deutschen-Kleinbootmeisterschaften in Essen auf dem Baldeneysee mit den Finals am 22.April. An gleicher Stelle wurde dann die Internationale Regatta am 12.Mai bzw. 13.Mai ausgetragen, bei der sich die Teams für die World-Cups empfohlen haben. Die bereits im letzten Jahr bewährten Aktiven haben sich weitgehend durchgesetzt, die Nennung einzelner Persönlichkeiten verbietet sich zum jetzigen Zeitpunkt.

Frage: Was sind die Höhepunkte in den kommenden Monaten? Welche sportlichen Zielstellungen hat der DRV mit Blickrichtung Elite-EM und Elite-WM?

Dag Danzglock: Es stehen nun die World-Cups in Belgrad (ab 2./3.Juni,  beginnend alle drei Wochen),in  Linz und in Luzern auf dem Programm. Einige Mannschaften starten am ersten August-Wochenende bei der EM in Strathclide/Glasgow. Höhepunkt der Saison für die A-Mannschaft sind dann die Weltmeisterschaften im September in Plovdiv (Bulgarien) mit dem Finals am 15. / 16.September.

Frage: Der Achter mit dem gebürtigen Rostocker Hannes Ocik, der für die Schweriner Rudergesellschaft startet, ist das Flaggschiff des DRV. Was zeichnet diesen aus Ihrer Sicht aus?

Dag Danzglock: Der Männer-Achter ist die Bootsgattung, mit der der Rudersport in der Öffentlichkeit identifiziert wird. Für viele Athleten ist es der Lebenstraum, diesem Team angehören zu dürfen. Entsprechend hoch ist der Leistungsdruck. Auch in diesem Jahr haben wir daher eine starke Mannschaft zusammenstellen können und sind zuversichtlich, dass das Projekt „Titelverteidigung“ gelingen wird.

Letzte Frage: Wie steht es derzeit eigentlich um die Entwicklung des Rudersportes in Deutschland? Wie viele Rudervereine und aktive Ruder-Enthusiasten gibt es eigentlich in Deutschland?

Dag Danzglock: Wir haben insgesamt eine positive Mitgliederentwicklung in unseren mehr als 600 Vereinen. Derzeit rudern dort rund 82.000 Aktive. Die Mehrzahl ist im Breitensport aktiv. Gerade in der Altersklasse Ü 40 haben wir einen großen Zuwachs. Hier wird Rudern als gesunder Sport erkannt, der in freier Natur ausgeübt werden kann. Das ist das Rückgrat der Vereine. Dennoch können wir über einen Mangel an jungen, leistungssportlich ambitionierten Interessenten erfreulicherweise nicht klagen.

Vielen Dank, noch ein erfolgreiches Ruder-Jahr und weiterhin bestes Engagement für den Sport!

M.Michels