„Eisbär, Eisbär“ hallte es am Sonntag Mittag durch die Brandenburghalle in Frankfurt/Oder. Bei den Deutschen Meisterschaften der 12-14 jährigen Jungen im griechisch-römischen Stil wuchs „Küstenringer“ Max-Marten Lüttge (SV Warnemünde) über sich hinaus und wurde dafür von den Zuschauern gefeiert. Dabei ging es in der Finalrunde am Sonntag „nur“ noch um Platz 5. Aber der große Anhang des 13-jährigen Sportschülers, der seit Beginn des Schuljahres an eben diesem Ort lernt und trainiert, wusste genau, welch persönliche Geschichte hinter der Leistung steckte. Mitten in der Vorbereitung wurde er krank und war drei Wochen komplett aus dem Training.„Eigentlich war es ein Wunder, dass er hier überhaupt gestartet ist. Ich freue mich, dass er die Meisterschaft mit einem super Gefühl und einer guten Platzierung beenden konnte.“ resümiert der stolze Vater und Trainer Bernd Meyer. So standen nach der Vorrunde ein Sieg und zwei Niederlagen zu Buche. Gegen den späteren Meister aus Nordbaden hatte er nur mit 8:5 das Nachsehen. Im Kampf um Platz fünf schockte er gleich zu Beginn seinen Gegner Kiliclioglu (Südbaden) mit einem spektakulären Wurf über die Brust, der mit der Höchstwertung (5 Punkte) belohnt wurde. Aufgrund seines Trainingsrückstands konnte er die Führung aber nicht halten und geriet zwischenzeitlich in Rückstand. Obwohl er am Ende stehend k.o. war, gelang es ihm immer wieder, explosive Aktionen zu zeigen und sicherte sich somit unter großem Jubel den 15:10 Sieg.

Aber warum ist er nun der Eisbär? Bernd Meyer klärt schmunzelnd auf: “Den Namen haben ihm seine Trainingskameraden verpasst, weil sich seine helle Hautfarbe selbst beim anstrengendsten Training nicht verändert.“

Die übrigen Küstenringer mussten sich mit Platz neun, elf und 18 begnügen. Lenny-Tom Mantau (SVW) ging zum Auftakt gegen den späteren Zweiten Reichel (Nordbaden) zwar in Führung, geriet dann aber in mehrere Kopfschleudern und musste sich geschlagen geben. Im Kampf um Platz neun war er dann so motiviert, dass sein Gegner nach einer Kopfrolle aufgeben musste. Justin Schimpf (PSV Rostock) war bei seiner ersten Meisterschaft und ging durch seine Spezialtechnik, den Schulterwurf, in Führung. Durch einen Blackout im Bodenkampf lag er dann zurück und unterlag mit 11:4. Im Zweiten Kampf unterlag er gegen den späteren Sieger. Antony Nitzschner (PSV) musste ebenfalls etwas unerwartet nach zwei Niederlagen die Segel streichen.

In Herdecke (NRW) war Karl Thoms im freien Ringkampf am Start. Nach einer knappen Niederlage und einem klaren Sieg, geriet er im Kampf gegen Strazzuso (Saarland) in eine unerlaubte Situation, die nicht rechtzeitig gestoppt wurde. Dabei verletzte er sich und unterlag nach Punkten. So zog der Saarländer ins kleine Finale ein, während für Karl Platz 10 blieb.

Schon am nächsten Wochenende sind die 14-17 jährigen an der Reihe. Die Küstenringer gehen dann mit fünf Talenten an den Start, darunter Moritz Langer (PSV) und Tien Nguyen Ho (SVW), die Medaillenchancen haben.

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