Am heutigen Mittwoch treffen die 16 Ministerpräsident:innen Deutschlands zu einer neuerlichen Runde mit Bundeskanzler Olaf Scholz zusammen. Die im Rahmen dieser Bund-Länder-Treffen besprochenen Inhalte sind im Regelfall die Grundlage für die nachfolgenden Entscheidungen der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern rund um die Maßnahmen bezüglich der Coronapandemie. Der Landesfußballverband (LFV) wünscht sich dabei von den politisch Verantwortlichen für den immer deutlicher sichtbaren Horizont mit Lockerungen klare Strategien mit entsprechenden Perspektiven und unmittelbaren Möglichkeiten für den Amateursport und alle weiteren Gesellschaftsbereiche. Diese sollten in Anbetracht der Gesamtlage mit keinen bzw. so klein wie nur nötig gefassten Hürden für die Teilnahme einer bzw. eines jeden Einzelnen verbunden sein.

Harter MV-Weg diskutabel

Denn in MV selbst ist das gesellschaftliche (Zusammen-)Leben für die Menschen seit Wochen und Monaten in einigen Teilen mit noch härteren Einschränkungen als im restlichen Bundesgebiet verbunden. Die von der Landesregierung bzw. dem Landtag beschlossenen Regelungen betreffen dabei unter anderem auch den Amateursport und damit auch zahlreiche Kinder und Jugendliche sowie ehrenamtlich Engagierte, die einen hohen physischen und psychischen Aufwand zur Aufrechterhaltung des Angebotes vor Ort betreiben. „Eine tiefgründige Analyse der Wirksamkeit der regionalen Maßnahmen ist weder unsere Aufgabe noch unsere Kompetenz. Gleichwohl lässt sich aber sehr wohl erkennen, dass dieser eingeschlagene Weg in MV im nationalen Vergleich nicht unbedingt zu den erhofften Ergebnissen geführt hat“, stellt LFV-Präsident Joachim Masuch fest.

Publikum sollte auch im Amateursport möglich sein

LFV-Präsident Joachim Masuch

LFV-Präsident Joachim Masuch. © LFV MV

„So schön es auch ist, dass unabhängig von der Warnstufe wieder mehrere tausend Menschen die Heimspiele des F.C. Hansa Rostock in der 2. Bundesliga verfolgen können, so unverständlicher ist es mittlerweile, dass Sportwettkämpfe im Amateurbereich in Mecklenburg-Vorpommern teilweise ohne Publikum stattfinden müssen“, sagt Masuch, der seit Mitte 1999 oberster Repräsentant der Amateurfußballer:innen in Mecklenburg-Vorpommern ist.

„Wir reden hier in der Regel von einem vergleichsweise relativ geringen Aufkommen an Zuschauer:innen“, so Masuch. Der Durchschnitt liegt in MV bei 180 (Herren-Verbandsliga) bzw. 65 Stadiongästen (Herren-Landesklasse). Bei einer Partie in der Landesliga der D-Jugend sind es im Schnitt noch 30 Zuschauende. Dabei betrifft es im Nachwuchsbereich derzeit regional vor allem Erziehungsberechtigte und Familienmitglieder, die pauschal ausgeschlossen werden. „Das ist bei aller gebotenen Vorsicht einfach absurd. Abgesehen davon erleiden die Vereine durch fehlende Eintrittsgelder oder den nicht möglichen Verkauf von Speisen und Getränken finanzielle Verluste. Einnahmen, die das vielfältige Vereinsleben sonst am Laufen halten. Zumal die laufenden Kosten weiterhin bestehen bleiben und aufwändige Planungen teilweise von heute auf morgen zunichtegemacht werden“, verdeutlich Masuch die kritische Situation.

Mehr auf Eigenverantwortung setzen

Im Frühjahr 2020 war es seinerzeit einer weltweit neuen Situation und der damit verbundenen Unkenntnis rund um das Virus geschuldet, dass erste Lockerungsschritte nur zaghaft unternommen wurden. Der vergangene Frühling war geprägt von jeder Menge Vorsicht, so dass erst Mitte Juni 2021 wieder der Ball in einem sportlichen Vergleich zweier Mannschaften rollen konnte.

Die aktuelle Ausgangslage ist aber unter anderem mit der flächendeckenden Möglichkeit des Impfens zur Minderung der Belastung des Gesundheitssystems eine deutlich andere als in den Vorjahren. „Das Risiko kann letztlich immer nur reduziert oder im besten Fall minimiert werden. Wir werden es aber voraussichtlich zumindest kurz- und mittelfristig nicht auf null senken können. Wir müssen das Leben entsprechend ausrichten und mit Vorsicht, aber eben nicht mit Angst agieren“, erklärt Joachim Masuch seinen Standpunkt. Umso mehr sei es wichtig, dass den Menschen wieder vermehrt die Eigenverantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Handeln – und dazu gehört beispielsweise auch die Teilnahme an Veranstaltungen oder Sportangeboten – übertragen wird, um gemeinsam aus der Pandemie zu kommen. Die Beschlüsse vom und im Anschluss an den Mittwoch sollten der erste Schritt dahin sein.

Quelle: LFV MV