Toptalent aus Dassow avancierte zur erfolgreichsten deutschen Medaillensammlerin bei der Bahnrad-EM

Es war ihr EM-Debüt im Erwachsenenbereich und das dann gleich so erfolgreich. Die 19-jährige Dassowerin Lea Sophie Friedrich ist gestern als medaillenreichste deutsche BDR-Athletin aus den Niederlanden zurückgekehrt. Dreimal Edelmetall – Silber im Keirin, Silber im Teamsprint und Bronze im Sprint – konnte sich das Bahnradass des Schweriner SC im Omnisport Apeldoorn sichern. Wichtige Punkte für einen Startplatz bei den Olympischen Spielen 2020.

Die erste Medaille holte die Junioren-Weltmeisterin an der Seite von Emma Hinze (Hildesheim) Silber im Teamsprint. Das neu formierte Duo fuhr erst das zweite Mal miteinander. Friedrich war vom Bund Deutscher Radfahrer nur drei Wochen zuvor für die Position der Anfahrerin ins Team geholt worden. Wegen des Rücktritts von Miriam Welte. Besser als die Deutschen waren nur die Titelverteidigerinnen aus Russland: Anastasia Woinowa und Daria Shmeleva.

EM-Bronze sicherte Friedrich sich und dem Bund deutscher Radfahrer am Freitag. In der Königsdisziplin Sprint setzte sie sich im kleinen Finale gegen ihre Teamkollegin Hinze durch.
Wieder einen Tag später sah es dann so aus, als würde die 19-Jährige als Europameisterin im Keirin hervorgehen. Erst auf der Ziellinie wurde sie von der Französin Mathilde Gros noch abgefangen, die damit ihren EM-Titel erfolgreich verteidigen konnte. Ihre Vierte EM-Medaille verpasste Friedrich nur knapp. Am Sonntag belegte sie im 500-Meter-Zeitfahren Rang vier.

EM-Bronze für Lea Sophie Friedrich - Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

EM-Bronze für Lea Sophie Friedrich – Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Mit dieser überragenden Bilanz hat das mecklenburgische Bahnradtalent Olympia fest im Blick. Auf dem Weg nach Tokio stehen nun als nächstes die Heim-Weltmeisterschaften in Berlin (26. Februar bis 1. März 2020 im Velodrom) an.

Die Nationalmannschaft um Bundestrainer Detlef Uibel blieb in Apeldoorn mit einmal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze zwar knapp hinter dem Ergebnis von Glasgow 2018 (3/4/4). Mit dem Hintergrund, dass Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte zuvor ihren Rücktritt bekannt gab, ist dies ein mehr als respektables Ergebnis.

red