Es war schon eine gemütliche Autofahrt für Harald Pasch, Günther Schmidt, Karl-Heinz Gottschling und Patrick Dettmann am vergangenen Sonntag. Ein bisschen Ruhe noch vor dem Sturm. Denn der Güstrower SC war Ausrichter der Landeseinzelmeisterschaften O35. Und da wollten die vier „alten“ Herren für den BSC 95 (Torsten Stüwe musste seine Beteiligung leider kurzfristig verletzt absagen) so richtig loslegen.

Patrick Dettmann startete in der jüngsten Altersklasse, in der O35. Dort stand er sowohl im Einzel als auch im Doppel (gemeinsam mit Ronny Sass aus Neubrandenburg) gleich im Erstrundenspiel dem mehrfachen EM- und WM-Teilnehmer André Wiechmann gegenüber. „Passt schon“, dachte sich Patrick. Fast währe die kleine Überraschung auch gelungen. Die Einzelpartie ging tatsächlich über die volle Distanz. Der Sieg sollte aber dann doch nicht sein (15:21, 21:18, 12:21). Knapp ging es auch im Herrendoppel zu. Gegen die späteren Turniergewinnen Wiechmann/Fiebig war nach zwei Sätzen und einem Endstand von 15:21 und 19:21 Schluss. Weil nur vier Doppel gemeldet hatten, war dann sogar noch Bronze für Patrick und Ronny drin.

Gleich fünf Altersklassen höher trat Harald Pasch an. In der O60 waren leider nur drei Spieler gemeldet, einer kam nicht und so ging es gleich ins Finalspiel. Wie es sich gehört, ging das dann über die volle Distanz. Nach einem knappen 22:20 im ersten und einem 17:21 im zweiten Satz hatte Harald den Bogen raus. Jetzt dominierte er seinen Demminer Kontrahenten (21:11) und holte sich verdient den Meistertitel.

Die AK O65 indes wollten Karl-Heinz Gottschling und Günther Schmidt aufmischen. Immerhin waren hier zusammen fünf Herren am Start. Zudem war Günther als Fizemeister des Vorjahres an Zwei gesetzt. Kalles Motivation, der im letzten Jahr passen musste, für sein Erstrundenspiel war groß. Wohl etwas zu groß, denn gegen Tauwald (Anklam) wollte ihm so richtig nichts gelingen. War der erste Satz noch auf Augenhöhe (19:21), fand Kalle „Wühlkelle“ nach dem Seitenwechsel überhaupt nicht ins Spiel. Gerade einmal neun Punkte standen auf seiner Habenseite.
Günther stand aufgrund seiner Setzung direkt im Halbfinale. Dort besiegte er mit etwas Zittern Kalles Bezwinger mit 21:13 und 21:19 bevor er auf seinen, man muss schon sagen Angstgegner traf. Nicht ganz zu Unrecht, immerhin kann der Anklamer Walter Aepler schon so einige Landesmeistertitel sein Eigen nennen. In der Wiederholung des Finals von 2019 wurde es diesmal richtig spannend. Damals verlor Günther unnötigerweise doch recht deutlich. Jetzt lief es sichtlich besser. Nur das I-Tüpfelchen fehlte noch. Die Niederlage diesmal zu 17 und 15, und somit erneut der Fizetitel.

Für die Doppelkonkurrenz wurden die AK O65 und O70 zusammengelegt. Und wie es der Lostopf so wollte, standen die beiden Schweriner promt wieder dem anderen Ende Mecklenburg-Vorpommerns gegenüber. Trotz hocher Laufbereitschaft fehlte irgendwie die nötige Taktik. Vielleicht war ja auch die Ehrfurcht zu groß. Das soll, so munkelt man, auch gestandenen Männern passieren. Abgeschlagen mit 13:21 und 11:21 verloren Kalle und Günther die Begegnung gegen die Anklamer Sportfreunde. Aber auch für sie sprang noch Bronze heraus (der dritte Platz wird bei Meisterschaften für gewöhnlich nicht ausgespielt).

Zwar wurden die Hoffnungen und Ziele der vier Landeshauptstädter nicht völlig erfüllt, aber dennoch konnte jeder mit mindestens einer Medaille nach Hause fahren. Ist doch was. Und im nächsten Jahr wird’s sowiese besser… Übrigens: auch die Autofahr zurück war äußerst gemütlich.
Damenbeteiligung gab es aus Schweriner Sicht leider nicht.