Knapp 7.600 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern spielen derzeit aktiv Handball in einem von insgesamt 71 Vereinen. Darunter etwa 4.450 unter 18-Jährige. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 460 Sportler und Sportlerinnen mehr. Das geht aus der aktuellen Statistik des Landessportbundes hervor. Damit zählt die Sportart weiterhin zu den Beliebtesten im Land.

Die Fans des Traditionsspiels können sich in der neuen Saison auf jede Menge Highlights in den Ligen 3 und 4 freuen. Denn gleich 9 Männer- und Frauen-Teams des Landes sind dort vertreten.

Das Aushängeschild des SV Fortuna ’50 Neubrandenburg sind die Herren der erste Mannschaft. So konnte sich das Team um Trainer Marcin Feliks in der abgelaufenen Spielzeit bravourös in Szene setzen: Landesmeister und Pokalsieger der MV-Liga-Saison 2017/2018 verbunden mit dem direkten Wiederaufstieg in die Oberliga Ostsee-Spree (4. Liga). In der gerade angelaufenen Saison 2018/2019 können die 1. Herren einen Sieg und eine Niederlage verbuchen.

1. Männermannschaft 2018/2019 des SV Fortuna ’50 Neubrandenburg © SVF50

7 Fragen an den SV Fortuna ’50 Neubrandenburg

MV-Sport: MVs Handball-Mannschaften haben sich in der vergangenen Saison gut bis furios präsentiert. Was sind Ihre Ziele für 2018/19?

SV Fortuna: Nach dem direkten Wiederaufstieg nach einer MV-Liga-Saison 2017/2018 will sich unsere 1. Männermannschaft in der Oberliga Ostsee-Spree einen Platz im gesunden Mittelfeld der Liga sichern.

MV-Sport: Eine neue Saison bedeutet immer auch ein Neuanfang. Beispielsweise im Teambuilding. Mit welchen einschneidenden Abgängen und gewinnbringenden Zugängen gehen Sie in die nächste Spielzeit?

SV Fortuna: Leider haben uns 5 Spieler nach der letzten Saison aus unterschiedlichen Gründen verlassen. 6 neue Spieler haben wir für die neue Saison dazu bekommen, teilweise sind sie aus der eigenen Jugend bzw. auch aus Polen. Wir haben aktuell eine gesunde Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern.

MV-Sport: Das Thema Schiedsrichter wird medial häufig vernachlässigt. Dabei liegt es auf der Hand: Ohne Schiedsrichter geht nichts. Und dennoch gibt es zu wenige Unparteiische. Zu deren Leidwesen werden sie im Spiel auch schnell mal zum Sündenbock gemacht, werden nicht ernst genommen… Der HVMV hat sich der Problematik angenommen und in den letzten Jahren gleich vier Kampagnen initiiert.
Wie steht es bei Ihnen um den Schiedrichternachwuchs?

SV Fortuna: Generell ist die Schiedsrichtergewinnung schwierig. Gerade weil wir Leistungsstützpunkt sowohl im weiblichen als auch im männlichen Handballnachwuchs sind und dementsprechend unsere Sportgymnasiasten Spielerinnen und Spieler sind und nicht Schiedsrichter, da sie ja vorwiegend als Spielr im Spielbetrieb tätig sind. Trotzdem versuchen wir aktuell so viele wie möglich von unseren Nachwuchsspielerinnen und Spielern gleichzeitig als Nachwuchsschiedsrichter oder Kampfrichter auszubilden.

Sollte mal ein spielfreies Wochenende anstehen, können diese uns als Schiedsrichter in Nachwuchsspielen behilflich sein. Im Erwachsenenbereich konnten wir für diese Saison 3 neue Schiedsrichter dazu gewinnen. Trotzdem können wir als Verein die Schiedsrichter-Richtlinien/Vorgaben vom HVMV nicht erfüllen und müssen dafür hohe Geldstrafen am Ende jeder Saison an den HVMV zahlen. Es gibt bestimmte Vorgaben, die eine bestimmte Anzahl von Schiedsrichtern pro Verein pro startberechtigte Mannschaft vorgeben….. Da wir 20 Mannschaften im Spielbetrieb haben, müssen wir dementsprechend auch ein große Anzahl an Schiedsrichtern stellen, was eigentlich nicht machbar ist.

MV-Sport: Apropos Nachwuchs: Die Nachwuchsförderung wird bei Ihnen seit Jahren groß geschrieben. Wie steht es um die aktuellen Erfolge Ihrer Schützlinge? Mit Blick auf das Rostocker Leistungszentrum des HVMV: Welche haben sich als Perspektivspieler bzw. Landeskaderathleten zuletzt besonders hervorgetan?

SV Fortuna: Unsere Nachwuchssportler entwickeln sich sehr gut. In den letzten Jahren mussten wir einige sehr gute Talente, die u.a. den Sprung in den DHB Kader geschafft hatten zu den Füchsen, nach Leipzig, nach Magdeburg, nach Rostock oder nach Dortmund abgeben. Zu diesen Talenten gehören u.a. Matthes Langhoff, Ole Czycholl, Leon Mehler, Fabian Haasmann und Mariuca Patru. Das zeugt u.a. von unserer sehr guten Nachwuchsarbeit. Nur schade, dass wir die Spielerinnen und Spieler nicht bis zum A-Jugendalter halten können, denn mit dem Sportgymnasium, dem Internat und den guten Trainingsmöglichkeiten können wir sehr gute Trainingsbedingungen mit kurzen Wegen bieten.

Aktuell haben wir 16 Landeskaderathleten im Verein, von denen 5 zum Elitekader des HVMV gehören. Wir werden sehen, wer von Ihnen das zeugt hat sich beim DHB vorstellen zu dürfen.

Gruppenbild des SV Fortuna ’50 Neubrandenburg © SVF50

MV-Sport: 2018 wurden die Endspiele des „Tag des Jugendhandballs“ erstmals am Vortag der FINAL FOURS, zentral in Güstrow durchgeführt. Wie stehen Sie zu dieser Änderung?

SV Fortuna: Eine gute Sache.

MV-Sport: Zu Ihren vereinseigenen Projekten: Auf welche besondere Vorhaben darf man sich freuen?

SV Fortuna: Wir führen am 10.11.2018 wieder einen großen Handballtag im Jahnsportforum Neubrandenburg durch mit 3 Punktspielen. Zu Beginn 14 Uhr spielt die mJC in der Landesliga gegen den HSV Insel Usedom. 16 Uhr spielen unsere 1. Frauen in der MV-Liga gegen den HSV Grimmen 92 und am Ende des Tages folgt das Highlight mit unserem Punktspiel der 1. Männer in der Oberliga Ostsee-Spree gegen den HSV Insel Usedom. Zwischendrin bereiten wir ein Rahmenprogramm vor mit Musik, einem Einlagespiel unserer jüngsten Handballer/innen der männlichen und weiblichen F-Jugend, Kinderhüpfburgen etc. Wir wollen das Jahnsportforum wieder mit mindestens 1.000 bis 1.500 Zuschauern voll bekommen und einen tollen Handballtag für die gesamte Familie durchführen. Der Kartenverkauf startet am 26.09.18. Info´s dazu auf unserer Homepage www.svfortuna50.de

MV-Sport: Beachhandball erfreut der sich wachsender Beliebtheit. Wie stark legt man bei Ihnen den Fokus auf diese Freiluftvariante?

SV Fortuna: Leider noch gar nicht so sehr. Wir hatten mal vor eine Beachanlage zu bauen, doch leider fehlt uns die Zeit und das Geld sich mit diesem Projekt genauer zu beschäftigen. Erst einmal liegt der Hallenhandball voll auf unserem Augenmerk.