Bundesligist BC Traktor Schwerin schlĂ€gt Hertha BSC zum RĂŒckrunden-Auftakt 11:10

Schwerin. Gebangt , gekĂ€mpft, gesiegt. Das Box-Kollektiv des BC Traktor Schwerin hat den RĂŒckrunden-Start in der Bundesliga fĂŒr sich entschieden. Gegen das starke Team von der Hertha BSC gewann der Traditionsverein knapp, aber durchaus verdient, mit 11:10. Gut 980 Zuschauer in der Schweriner Palmberg-Arena verfolgten am Samstagabend sieben spannende und teils mitreißende KĂ€mpfe, von denen die ersten Drei verloren gingen und erst die letzten Vier siegreich fĂŒr die Traktor-Crew endeten.

Team Traktor (Foto: © Sebastian Ahrens)

Ringsprecher Jan MĂŒller hatte zuvor das heimische Publikum sĂŒffisant zum „hoffentlich schönen Boxabend“ im neuen Jahr gegen die „alte Dame Hertha“ begrĂŒĂŸt. Dann allerdings verlor gleich zum Auftakt Arslan Khataev (57 Kilogramm) seinen Kampf gegen Enkh Amar Kharkuu – nicht eben ĂŒberraschend. Gegen die schnellen Halbdistanz-Angriffe des Herthaners und sechsfachen mongolischen Meisters fand der Schweriner Publikumsliebling zu spĂ€t die passende Antwort. Dann unterlag Schwerins Deniel Krotter (bis 63 Kg) im packenden Fight dem Berliner Murat Yildirim, jedoch denkbar knapp. Das sonst ĂŒberaus faire Publikum pfiff und buhte bei der UrteilsverkĂŒndung – ebenso wie beim engen Sieg von Paul Wall (Hertha/69 Kg) ĂŒber Traktorboxer Nick Bier, der nach verschlafener erster Runde den Kampf bis zuletzt offenhielt. 6:3 fĂŒr Hertha zur Pause – das 12:8 fĂŒr den BCT aus dem Hinkampf war nicht mehr erreichbar, die Heim-Niederlage drohte.

Nach der Pause Power-Boxen – die Traktor-Zugmaschine mit Kraftakt und imponierender Aufholjagd. Im Mittelgewicht (bis 75 Kg) bezwang Traktor-Boxer Yaroslav Samofalov, eigentlich in der Gewichtsklasse bis 69 Kg zuhause, den physisch wie boxerisch starken Zelimhan Dadaev deutlich nach Punkten. Samofalov, Ukrainer, brillierte mit blitzschnellen wie technisch blitzsauberen Aktionen – vielleicht der beste und schönste Kampf des Abends.

Als dann Halbschwergewichtler Stepan Hrekul (81 Kg) gegen Berlins Abdulrahman Abu-Lubdeh nach Verletzungsabbruch in der 1. Runde zum Punktsieger erklĂ€rt wird und BCTFighter Nadir Ünal seinen Berliner Kontrahenten dito in Runde eins mit zwei schweren Wirkungstreffern an Körper und Kopf zum Aufgeben zwingt, steht es plötzlich 9:9 vor dem finalen Kampf des Abends. Superschwergewichtler Nelvie Tiafack (+91 Kg) hat es in den FĂ€usten, den Schweriner Sieg zu sichern. Mit ungestĂŒmen Kopf- und Körperhaken und unter „Nelvie“-Rufen des Publikums treibt der Schweriner Herthas Alexander MĂŒller vom Berge vor sich her, landet schwere Treffer. Runde zwei wird erst gar nicht eingelĂ€utet – die rote Hertha-Ecke signalisiert Aufgabe! Heimsieg fĂŒr Schwerin!

Traktor-Trainer Sebastian Zbik ist erleichtert: „Wir haben nicht aufgegeben, an den Sieg geglaubt.“ Der BC Traktor ist also wieder im Rennen um den deutschen
Mannschaftsmeistertitel. Die von Traktor-Beiratschef Prof. Dr. Jens Hadler zuvor angekĂŒndigte RĂŒckeroberung der Tabellenspitze in der Box-Bundesliga bleibt realistisch. Hadler: „Danke fĂŒr die großartige UnterstĂŒtzung durch das Publikum.“ JĂŒrgen Kyas, PrĂ€sident des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) und Gast des Kampfabends, wĂŒrdigte ausdrĂŒcklich die engagierte Arbeit des BoxstĂŒtzpunkt Schwerin sowie des BC Traktor. Dem PrĂ€sidenten des DBV war die Freude anzumerken, als er verkĂŒndete, dass Prof. Dr. Hadler nunmehr auch Mitglied des Vorstandes des DBV ist.
„Am Ende wird die Ente fett“, bilanziert Ringsprecher MĂŒller salopp den dramatischen Kampfabend mit packenden Ringschlachten – und verdientem Traktor-Sieg.

Text: JĂŒrgen Schultz / BCT