Miriam Welte mit Medaillen-Zielen

In Rio stehen dann auch in der olympischen Kernsportart Radsport spannende Entscheidungen auf dem Programm – jeweils neun bei den Frauen und bei den Herren, ob auf der Straße, auf der Bahn, mit dem BMX oder mit dem Mountainbike.

Frauen auf der Radsportbahn: Vor 30 Jahren…

Das war vor nicht einmal 30 Jahren, bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul, noch ganz anders. Seinerzeit gab es im Frauen-Radsport nur zwei Konkurrenzen. Einerseits das Straßen-Einzel-Rennen mit der Siegerin Monique Knol (Niederlande) und andererseits – zum ersten Mal überhaupt – eine Entscheidung im Bahn-Radsport für Frauen… Im Sprint setzte sich damals die für die Sowjetunion startende Estin Erika Salumäe vor Christa Luding-Rothenburger (SC Einheit Dresden) und Connie Paraskevin-Young (USA) durch.

Colorado-Springs 1986 mit deutschem Erfolg

Vor genau dreißig Jahren wiederum, bei den Bahn-Radsport-WM 1986 in Colorado Springs, sicherte  sich die Dresdnerin Christa Luding-Rothenburger, die auch im Eisschnelllaufen bei Olympia zwischen 1984 und 1992 zweimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze errang, den WM-Titel im Sprint. In der anderen Bahn-Rad-Entscheidung für Frauen 1986, in der 3000 Meter Einzelverfolgung, wurde die Französin Jeannie Longo die Nummer eins.

Dezember 1986 – Geburt einer erfolgreichen Radsportlerin…

Noch im gleichen Jahr, im Dezember 1986, wurde Miriam Welte in Kaiserslautern geboren, die 18 Jahre später zu einer fleißigen Medaillen-Sammlerin bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Weltcup-Wettkämpfen und Olympischen Spielen avancierte. 26 Medaillen erkämpfte Miriam zwischen 2004 und 1016 bei Olympia, WM bzw. EM (im Junioren- und im Elite-Bereich), dazu kommen noch jede Menge Erfolge und Medaillen im Weltcup und bei Deutschen Meisterschaften.

Olympiasieg 2012 im Teamsprint

Der größte Erfolg jedoch „passierte“ am 2.August 2012, als Miriam, die bis Anfang 2012 ebenfalls für das „Track Cycling Team M-V“ startete, zusammen mit ihrer Rad-Kollegin Kristina Vogel Platz eins und damit Olympia-Gold im Teamsprint erradelte. Bei den Spielen 2012 in London triumphierte das Duo vor Gong Jinjie bzw. Guo Shuang (China), Kaarle McCulloch bzw. Anna Meares (Australien) und Ljubow Schulika bzw. Olena Tsyos (Ukraine).

Wie ist aber der gegenwärtige „radsportliche Stand der Dinge“ bei Miriam Welte, vom 1.FC Kaiserslautern, also des Vereines von Fußball-Legende Fritz Walter, Weltmeister von 1954?!

Nachgefragt

Miriam Welte über die kommenden Herausforderungen

„Träume davon, noch einmal Olympia-Gold zu gewinnen…“

Frage: Rio rückt immer näher… Wie sieht Deine derzeitige Vorbereitung aus? Wann geht es nach Rio?

Miriam Welte: Momentan bin ich in Colorado Springs im Trainingslager. Am 6.Juli komme ich wieder nach Hause, dann findet ein letzter Feinschliff in Deutschland statt. Und am 25.Juli werde ich nach Rio fliegen. Das ist relativ früh. Aber ich glaube, dass es gut ist, um sich an das Klima und die Bedingungen dort zu gewöhnen. Wie ich gehört habe, soll die Luftfeuchtigkeit in Brasilien doch um einiges höher als bei uns sein.

Frage: Wie verlief aus Deiner Sicht das bisherige Wettkampfjahr für Dich?

Miriam Welte: Ich bin wirklich zufrieden mit den letzten Monaten. Nachdem ich durch Verletzungen einen nicht optimalen Winter hatte, habe ich nach den WM (Anfang März 2016 in London – red.Anm.) wieder richtig gut trainieren können und bin mit den gegenwärtigen Trainingsleistungen sehr zufrieden.

Frage: Welche Ziele und Ambitionen hast Du im Hinblick auf Rio?

Miriam Welte: Ich möchte im Teamsprint wieder auf dem Podest stehen. Natürlich träume ich weiterhin davon, noch einmal Gold zu gewinnen.

Frage: Welche olympischen Erwartungen und Hoffnungen hast Du – nicht nur aus sportlichem Blickwinkel?

Miriam Welte: Ich freue mich, nach Brasilien zu kommen. Dort war ich bisher noch nicht und ich glaube, dass die Brasilianer eine super Mentalität haben. Ich freue mich natürlich erst einmal auf meinen Wettkampf. Danach hoffe ich aber, etwas von der Stimmung mitnehmen zu können und ein wenig von der Stadt selbst zu sehen und Rio zu erleben.

Vielen Dank! Dann weiterhin eine optimale Olympia-Vorbereitung, maximale Erfolge in Rio und auch viel Spass beim Relaxen nach dem Olympia-Wettkampf!

Marko Michels