Team von Oliver Ostwald zeigte im Nachholspiel gegen den Frankfurter HC eine starke Mannschaftsleistung

Rostock – Deutliche Kritik musste das Team von Oliver Ostwald am vergangenen Wochenende einstecken. Die B-Jugend des Rostocker HC hatte seine beiden Punktspiele beim Thüringer HC und in eigener Halle gegen Union Halle-Neustadt verloren und dabei auch spielerisch nicht wirklich überzeugt.

So hofften dann am Mittwochabend die ca. 70 Zuschauer in der Fiete-Reder-Halle im Nachholspiel gegen den Tabellenführer Frankfurter HC, der in der bisherigen Saison erst eine Partie verloren hatte, zumindest auf eine Reaktion der Mannschaft. Was dann allerdings in einem hochspannenden Spiel passierte, ließ selbst die auf der Nachbarfläche trainierenden Empor-Männer für einen Moment die eigenen Übungen vergessen und stattdessen einfach mal beim Handball zugucken: Mit einer wirklich ganz starken Mannschaftsleistung gewann das Team von der Ostseeküste gegen den Tabellenprimus knapp, aber verdient mit 21:20.

B-Jugend des Rostocker HC nach dem Spiel gegen Frankfurt | Foto: RHC

Die Partie begann durchaus ausgeglichen. In der 8. Spielminute stand es 3:3, doch dann konnte sich der Favorit ein wenig absetzen. Zwar spielten die Gastgeberinnen mutig mit, aber im Abschluss fehlte zu oft die nötige Genauigkeit und eigene Fehler wurden durch den FHC konsequent genutzt. So schien beim 5:11 (18.) alles seinen erwartbaren Gang zu gehen und auch beim 9:14 zur Pause lagen die Gäste noch deutlich vorn.

Tatsächlich wissen wir nicht, was der Trainer seinem Team mit auf den Weg gab, aber die Ostseestädterinnen kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Die ersten beiden Treffer in den zweiten 25 Minuten gehörten zwar den Gästen, aber allein die Körpersprache der Jung-Dolphins zeigte, dass die Mannschaft an sich selbst glaubt. Vor allem die Abwehr um eine ganz starke Amelie Richter, die im zweiten Durchgang allein vier Strafwürfe parierte bzw. an den Pfosten guckte, stand jetzt sehr gut, lies nur noch sechs Gegentreffer zu.

Auch im Spiel nach vorn präsentierten sich die Gastgeberinnen jetzt deutlich verbessert. Die Spielerinnen übernahmen immer wieder Verantwortung und holten so Tor um Tor auf. In der 31. Spielminute stand es 12:17, fünf Minuten später hatte der RHC mit dem 17:17 den Ausgleich erreicht. Dann erhielt Nationalspielerin Aida Mittag nach dem 17:18 gleich zweimal für zwei Minuten von den Schiedsrichtern eine Pause verordnet, aber als die Rostockerin wieder auf dem Feld war, stand es 18:18. Beim 20:19 (46.) ging der FHC das letzte Mal in Führung. Nach dem RHC-Ausgleich erhielten die Frankfurterinnen erneut einen Strafwurf zugesprochen, aber DHB-Torhüterin Amelie Richter war an diesem Tag einfach zu stark, parierte erneut. So blieb es Greta Zippel vorbehalten, 40 Sekunden vor der Schlusssirene mit ihrem ersten Tor den Treffer zum umjubelten 21:20-Erfolg zu erzielen.

Trainer Oliver Ostwald wollte im Anschluss keine Spielerin hervorheben: „Wir haben heute eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt, sind wirklich als Team aufgetreten. Alle Spielerinnen, egal, ob auf dem Feld oder auf der Bank, haben alles für den Erfolg getan. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“

Jetzt will der RHC am Sonnabend bei Grün Weiß Schwerin nachlegen und sich so seine Chance auf den fünften Tabellenplatz wahren.

Spielfilm:
1:0, 2:3, 3:3, 3:8, 5:11, 7:11, 9:14 – 9:16, 12:16, 12:17, 17:17, 18:19, 19:20, 21:20

Siebenmeter:
RHC: 1/1, FHC: 8/3

Zeitstrafen:
RHC: 6 Minuten, FHC: keine

So spielte der Rostocker HC:
Kiana Zidorn, Amelie Richter, Thalia Zinsmeyer – Charlott Langkeit (2), Line Wegner, Aida Mittag (2), Isabell Hauenstein, Greta Zippel (1), Clara Patzner (5), Marieke Dähn, Pauline Schuck (5/1), Luica Strack, Leonie Kaden(2), Frey Ehrlich (4)

Text: Olaf Meyer, Rostocker HC