Am Sonnabend ging es für die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG MV) bestehend aus den Freibeutern aus Wismar, den Dierkower Elchen aus Rostock und der Fortuna aus Neuenkirchen zum schweren Auswärtsspiel zum TuS Lübeck. Beide Mannschaften hatten ihr Auftaktspiel zur Regionalligasaison 2021/22 verloren und wollten jetzt unter allen Umständen beweisen, dass sie in der dritthöchsten deutschen Rugby-Spielklasse nach langer Corona-Pause konkurrenzfähig sind.

ein angeordnetes „Gedränge“. Acht Spieler pro Team versuchen den Gegner wegzudrücken und dabei den mittig eingeworfenen Ball zu erkämpfen. Andreas Rohde (HRO) versucht den Ball zu erreichen und und weiterzuleiten.
Foto: Jan Seyfarth

Besonders die Männer der RSG wollten zeigen, dass sie aus der deutlichen Niederlage gegen Braunschweig ihre Lehren gezogen hatten und fuhren guten Mutes nach Schleswig-Holstein. Doch noch bevor der Schiedsrichter die Partie überhaupt anpfeifen konnte, fielen zwei erfahrene Akteure der RSG mit Verletzungen bei der Erwärmung aus. So musste der Rostocker Coach Martin Gordon Hille sein Team auf mehreren Positionen neu ordnen.

Mit dem Kick-off begannen die Hausherren vom TuS Lübeck erwartet dominant und druckvoll. Der körperlich sehr robuste Sturm der Lübecker setzte der RSG-Verteidigung mehrfach schwer zu, sodass es nach 22 Minuten bereits 17:0 für die Gastgeber stand. Allerdings war die RSG in Halbzeit eins mehr als nur ein williger Sparingspartner. Mit einer abgeklärteren und mutigeren Spielweise wären auch für die RSG durchaus Punkte auf der Anzeigetafel möglich gewesen. Stattdessen legten die Männer von der Trave einen weiteren Versuch zum 24:0 Halbzeitstand.

Trainer Hille attestierte seinen Männer in der Halbzeitpause einen starken Kampfgeist und ermutigte sein Team weiter fest an sich zu glauben und sich endlich spielerisch zu belohnen. In der zweiten Halbzeit entstand zu Beginn ein Spiel auf Augenhöhe. Doch mit fortlaufender Spieldauer und dem konstant hohem Druck durch die Lübecker hatte die RSG dem Sturmlauf der Hausherren immer weniger entgegenzusetzen. So erzielte Lübeck weitere Versuche und konnte das Spiel letztlich souverän mit 51:0 für sich entscheiden.

Der Rostocker Kapitän der RSG, Tore Dwars, war nach dem Abpfiff zwar sichtlich enttäuscht, konnte aber trotz der erneuten Niederlage deutliche Verbesserungen im eigenen Spiel erkennen: „Wir haben über das gesamte Spiel aufopferungsvoll gekämpft. Es hat unglaublich imponiert, wie unsere Verteidigung immer wieder knallhart gegen den starken Lübecker Sturm verteidigt hat. Irgendwann fehlten uns einfach die Fitness und anscheinend auch die Kondition, um gegen einen dominanten Gegner über 80 Minuten mithalten zu können.“

Auch der Coach der RSG Hille fand positive Worte nach der Niederlage seines Teams: „Wir mussten heute auf einigen Positionen spontan umstellen, was natürlich Unruhe in das Team und in unser Spielsystem brachte. Davon haben sich die Jungs aber überhaupt nicht beeindrucken lassen. Im Moment sammeln wir unglaublich viele Erfahrungen, die sich erst einmal nicht gut anfühlen, aber ungemein wichtig für die weitere Entwicklung der Mannschaft sein werden. Als Team können wir aus dieser Niederlage viel lernen und werden weiter hart an uns arbeiten. Beim nächsten Heimspiel am 24. Oktober in Wismar werden wir uns dann hoffentlich endlich für unseren Aufwand belohnen.“