TSV-„Eisenmänner“ wollen ihren Sport wieder aufleben lassen

Klassisches Gewichtheben in Schwerin? Nicht wenige mögen sich fragen, ob es die schwerathletischen Disziplinen in der Landeshauptstadt überhaupt gibt. Und die Antwort hätte lange Zeit eher „nein“ heißen müssen. Und das obwohl die ersten Aktivitäten im Gewichtheben bereits 1970 starteten. Dies sogar ziemlich schnell sehr erfolgreich – insbesondere im Nachwuchsbereich. So bestimmten die „Eisenmänner“ bis zum Ende der 80er Jahre das Niveau sowohl in der Bezirksliga als auch der DDR-Liga. Mit der politischen Wende 1989 kam jedoch der Einbruch, der Hebersport in Schwerin tendierte bald gegen null. Nur noch eine kleine Rumpftruppe der „Alten Eisen“ hielt ihrem Sport die Treue. Seit 1997 trainieren jene wenigen Schwerathleten beim TSV Schwerin e.V..

Im Jahr 2015 aber startete Abteilungsleiter Manfred Porepp einen Wiederbelebungsversuch. In der neuen Trainingsstätte in der Perleberger Straße nahmen endlich wieder Kinder am Trainingsalltag teil. Nach Beendigung ihres Berufslebens kehrten auch viele Ehemalige zurück. Weiteres Engagement und große Ziele kamen 2018 hinzu – fast 30 Jahre nach der dem faktischen Aus des hiesigen Hebersports. Seither assistiert Dieter Griffel beim Kinder-und Jugendtraining. Eine komplette Mannschaft hebt in der Landesliga. Immer im Fokus, die Vermittlung Disziplin, Kameradschaft, Leistungsbereitschaft und Teamgeist. „Es geht vor allem um Technik und Ganzkörperentwicklung, nicht um das Stemmen schwerer Gewichte“, erklärt Porepp.

Trainer und Hebernachwuchs des TSV Schwerin. Foto: privat

Für Anfang März hat sich zudem der ehemalige Schweriner Heber Marco Spanehl (mehrfacher Deutscher Meister, 1992 Olympiateilnehmer, TSC Berlin) zu einem Besuch angekündigt. Nicht nur zum Schwelgen über aktive Zeiten. Der Austausch soll neue Impulse für den Gewichthebersport in Schwerin geben. Die Chance, vom Erfahrungsschatz und Know How des Lizenztrainers und Netzwerkers des LSB Berlin zu profitieren, wolle man sich nicht entgehen lassen. Und wie der Zufall so will: mittlerweile ist Spanehls ehemaliger Berliner Jugendtrainer Bernhard Kleemann seinerseits nach Schwerin gezogen und freut sich auf das Wiedersehen mit seinem einstigen Schützling, sowie den aktuellen Nachwuchshebern des TSV Schwerin e.V..

Wer Interesse an einem Probetraining hat, kann jederzeit in der Perleberger Straße reinschnuppern. Weitere Infos unter http://gewichtheben.tsv-schwerin.org/

red