Der Schweriner SSB-Geschäftsführer Dirk Pollakowski im Interview

Schwerin ist Sportstadt! So sind derzeit in 108 Vereinen insgesamt 17.600 Mitglieder organisiert. Da erstaunt es kaum, dass immer wieder hiesige Sportlerinnen und Sportler international für Furore sorgen – ob nun bei Europa- und Weltmeisterschaften oder bei Olympischen Spielen.

Beispiel: bei der letzten Olympia-Auflage 2012 in London holte der gebürtige Schweriner Peter Kretschmer Gold im Canadier-Zweier über die 1000 Meter. Dass es auch 2014/15 wieder eine Reihe von erstklassigen Leistungen unserer Athlet_innen gab, zeigte sich am 10. Juli bei der traditionellen Sportlerehrung der Landeshauptstadt.

Nachgefragt bei Dirk Pollakowski, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Schwerin

„Schwerin ist eine sportliche Stadt…“

Frage: Schwerin wird als Sportstadt bezeichnet. Zu Recht?!

Dirk Pollakowski: In der Tat. Blickt man auf die traditionsreiche Sportgeschichte Schwerins stimmt dieses in der Tat. Angefangen vom Männer-Turn-Verein von 1859 bis hin zu den aktuellen nationalen und internationalen Erfolgen der Sportakrobatinnen des VfL Schwerin ist diese Bezeichnung mehr als gerechtfertigt.

Schwerin war, ist und wird hoffentlich auch künftig Heimatstadt erfolgreicher Sportlerinnen und Sportler sein! Vor 55 Jahren, bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom, gab es die erste Olympia-Medaille für unsere Stadt, durch den Speerwerfer Walter Krüger mit Silber. Die ersten Schweriner Olympiasiege folgten 1976 in Montreal – dank des Boxsportlers Jochen Bachfeld, des Ruderers Michael Wolfgramm und der Schwimmerin Andrea Pollack.

Und in der Gegenwart hat sich Schwerin zur nationalen Hochburg im Frauen-Volleyball, im Drachenbootsport, im Amateur-Boxsport, in der Sportakrobatik, im Segelsport, im Rudern oder im Bahn-Radsport entwickelt. Namen, wie Gerd Wessig, Jürgen Schult, Andreas Zülow, Andreas Tews, Dieter Berg, Stefan Nimke, Dörte Stüdemann und viele viele andere mehr haben weit über die Stadtgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf.
Dazu kommen viele junge Talente und Athleten aus vermeintlichen Randsportarten, die nicht ständig – gerade medial – im Fokus stehen.

Frage: Und wie sieht es aktuell aus?

Dirk Pollakowski: Im Rahmen der Sportlerehrung am 10. Juli auf dem Gelände des Segelclubs Schloßbucht Schwerin wurden 126 Athletinnen und Athleten ausgezeichnet, die bei internationalen und nationalen Meisterschaften Medaillen und vordere Ränge erreichten. Das spricht für sich.

So hegen insbesondere die Leichtathletin Martina Strutz (Schweriner SC), die Boxsportlerin Sarah Scheurich (BC Traktor Schwerin) und der Ruderer Hannes Ocik (Schweriner Rudergesellschaft) große olympische Ambitionen im Hinblick auf Olympia 2016. Auch die Volleyballspielerinnen des SSC sind ein sportliches Aushängeschild für unsere Stadt ebenso wie die Sportakrobatinnen. Nicht zu vergessen sind die beiden Judo-Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig (PSV Schwerin), die seit Jahren bei Paralympics, WM und EM glänzen.

Die aus Schwerin stammende Schwimmerin Denise Grahl und der Schwimmer Torben Schmidtke haben ebenfalls große Ziele – sowohl bei den gegenwärtigen IPC-WM in Glasgow als auch im Hinblick auf die Paralympics 2016! Und ebenfalls ins weltmeisterliche Schwimmbecken, Ende Juli in Kazan, geht es für Carl Louis Schwarz, der auch aus Schwerin stammt.

Frage: Wie beurteilen Sie die Zukunft der Sportstadt Schwerin?

Dirk Pollakowski: Es wird gewiss nicht einfacher. Mit knappen finanziellen Ressourcen streben wir weiterhin maximale Erfolge an. Das geht zweifellos nicht ohne die tatkräftige Unterstützung der Eltern, Übungsleiter, Trainer, Vereine, Sponsoren und ehrenamtlichen Helfer. Ich denke schon, dass Schwerin auch weiterhin eine „sportliche Stadt“ bleiben wird, die dem selbsternannten Status „Sportstadt“ gerecht werden kann!

Marko Michels

Foto (Michels): Dirk Pollakowski.