Die ROSTOCK SEAWOLVES haben die Meisterschaft der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA in der Saison 2021/2022 gewonnen. Im zweiten Endspiel konnten sich die Rostocker gegen die Tigers Tübingen mit 78:77 (38:47) vor 2.500 Zuschauern in der Tübinger Paul-Horn-Arena durchsetzen. Im dritten Viertel lagen die Wölfe zweistellig zurück, kämpften sich dann aber dank starker Teamverteidigung und Treffern aus der Distanz wieder zurück und feierten nach dem Aufstieg in die 1. Liga auch erstmals die ProA-Meisterschaft. Tyler Nelson kam auf Rostocker Seite auf 19 Zähler. Bei den Hausherren überzeugte Ryan Mikesell mit 26 Punkten.

Teamfoto: Rostock Seawolves 2021/2022

v.l.n.r.: Ralph Held (Co-Trainer), Tom Schmidt (Co-Trainer), Christian Held (Head Coach), Nijal Pearson, Till Gloger, Jordan Roland, Svante Schmundt, Michael Jost, Chris Carter, Brad Loesing, Gabriel de Oliveira, Tyler Nelson, Chidera Azodiro, Sid-Marlon Theis, Robert Montgomery Jr., Stefan Ilzhöfer, Wolfi

Tigers Tübingen gegen ROSTOCK SEAWOLVES 77:78 (47:38)

Die Ausgangslage vor dem Finalrückspiel war klar: Rostock musste nach dem 81:73-Erfolg im Hinspiel entweder gewinnen oder durfte sich eine Niederlage mit höchstens sieben Zählern leisten, um die ProA-Meisterschaft an die Ostsee zu holen.

Es dauerte fast vier Minuten, ehe die Wölfe sich an die hitzige Atmosphäre im Tübinger Raubkatzenkäfig gewohnt hatten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Hausherren bereits mit 0:6 vorgelegt. Nijal Pearson traf per Dreier für die ersten Rostocker Zähler. Die Tübinger Defensive bereitete den Wölfen Kopfzerbrechen; Rostock hatte Probleme, in seine Offensive zu finden. Nach Pearsons Treffer aber schien der Knoten bei den Norddeutschen geplatzt zu sein. Tyler Nelson glich per Dreier zum 8:8 (6. Min) aus. Rostock war spätestens jetzt im Spiel angekommen und lag nach Punkten von Gabriel de Oliveira zum Viertelende mit sechs Zählern vorn (22:16).

Das zweite Viertel war geprägt von vielen Fouls und Fehlern auf beiden Seiten. Ein Spielfluss kam aufgrund der vielen Unterbrechungen nicht zustande. Dennoch nutzten die Tübinger die Gunst der Stunde, um sich mit einem 12:0-Lauf die Führung zurückzuerobern (22:28, 13. Min). Ohnehin zeigten die Gastgeber in diesem Abschnitt, wer in der Paul-Horn-Arena zuhause ist. Die SEAWOLVES-Offensive stockte erneut, auch weil Nijal Pearson zur Mitte des Durchgangs verletzungsbedingt das Feld verlassen und behandelt werden musste. Wenig später erwischte es auch Tyler Nelson, der sich an der Hüfte verletzte. Von diesen Ausfällen geschwächt kam die Tübinger Offensive ins Rollen: Bakary Dibba wuchtete den Ball per Alley-Oop in den Korb und mit der Halbzeitsirene versenkte Gianni Otto einen Buzzerbeater aus der eigenen Hälfte in der Rostocker Reuse – die Tigers führten zur Pause mit neun Zählern (38:47).

Nach dem Seitenwechsel waren Pearson und Nelson wieder mit von der Partie. Jedoch gerieten die Rostocker nach einem Treffer von Mateo Seric zweistellig ins Hintertreffen (40:50, 21. Min). Davon ließen sich die Wölfe nicht beeindrucken. Sie bissen in der Verteidigung zu und erlaubten den Tigers fast sieben Minuten lang keine Punkte. Selbst erzielten sie vier Dreier durch Sid-Marlon Theis, Nijal Pearson und Jordan Roland – und holten sich die Führung zurück (52:50, 26. Min). Tübingen antwortete kurz vor dem Viertelende mit einem erneuten Zwischenspurt, doch Nelson sorgte mit einem Vier-Punkte-Spiel (erfolgreicher Dreier mit Foul und verwandeltem Bonusfreiwurf) dafür, dass beide Teams vor dem Schlussviertel nur ein Zähler trennte (58:59).

In den letzten zehn Minuten der Saison setzte sich die dramatische und intensiv geführte Playoff-Schlacht fort. Die Rostocker hatten die Spielkontrolle wieder erlangt und machten den Tübingern mit ihrer Defensive die Wurfauswahl schwer. Mit dem Wissen, dass die Tigers mit mindestens neun Zählern Vorsprung gewinnen mussten, gaben die SEAWOLVES den Ball in der Schlussphase in die Hände ihrer routinierten Aufbauspieler Brad Loesing bzw. Chris Carter, die mit Blick auf die Wurfuhr die richtigen Entscheidungen trafen – und als Kollektiv den knappen 78:77-Sieg über die Zeit brachten.

Die ROSTOCK SEAWOLVES haben zum ersten Mal die Meisterschaft der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA gewonnen. Nach der Siegerehrung mit Medaillen und Pokal schnitten die Spieler obligatorisch das Netz vom Korb ab und feierten die Nacht hindurch auf der langen Busfahrt zurück nach Rostock.

Historischer Erfolg für die Seawolves: Aufstieg in die 1. Liga | Foto vom Playoff-Halbfinal-Sieg gegen Jena: © Gunnar Rosenow

Coach Christian Held nach dem Spiel: “Es war ein sehr intensives Spiel, bisweilen auch weit über der Grenze des Erlaubten und auch des sportlich Fairen. Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft, dass sie zusammen geblieben ist und sich nicht von der Situation hat beeindrucken lassen. Wie wir in der zweiten Halbzeit zurückgekommen sind, wie wir gekämpft haben, wie wir zusammengeblieben sind – das ist Wahnsinn. Dieser unbedingter Siegeswillen zeichnet diese Mannschaft aus. Das war am Ende ausschlaggebend für den Erfolg. Deswegen sind wir sehr glücklich über diesen Sieg und werden jetzt die Meisterschaft gebührend feiern.”
Am Sonntag laden die ROSTOCK SEAWOLVES zum großen Saisonabschluss ein. Von 14 bis 18 Uhr findet im VW Autohaus am Werftdreieck in Rostock ein Fan-Fest statt mit Autogrammstunde, Tombola, Musik uvm. Der Eintritt ist kostenlos.

Viertelstände (TÜB-HRO): 16:22, 31:16, 12:20, 18:20

Punkteverteilung

Rostock: Carter (8), De Oliveira (11), Gloger (10), Jost (2), Loesing (4), Montgomery (0), Nelson (19), Pearson (12), Roland (4), Schmundt (0), Theis (8).

Tübingen: Grüttner Bacoul (0), Crawley (2), Dibba (4), Ersek (5), Jöhnke (5), Keppeler (12), Lanmüller (6), Mikesell (26), Otto (6), Seric (11), Zacek (0).

Quelle: Rostock Seawolves e.V.