Robert Lambert gewinnt den SEC in G├╝strow

Ein Rennen der Emotionen hatte der polnische Veranstalter One Sport in seinem professionell gestalteten Programmheft f├╝r die zweite Runde der Tauron Speedway Euro Championship in G├╝strow angek├╝ndigt und genau das pr├Ągte den Charakter des Events am Sonnabend. Die 5000 Besucher verfolgten begeistert die beinharten Zweik├Ąmpfe mit diversen Positionswechseln bei nicht vorhersehbaren Rennverl├Ąufen und bekundeten ihre Anerkennung mit tobendem Applaus f├╝r die hohe sportliche Leistung, die von den Piloten dargeboten wurde.

Aber nicht nur die Zuschauer konnten ihren Gef├╝hlen freien Lauf lassen, auch unter den Aktiven gab es Freude ├╝ber den Erfolg oder Verzweiflung zu beobachten. So kam Jaroslaw Hampel (Polen), Sieger des ersten Laufes im polnischen Gniezno, mit dem G├╝strower Oval nicht gut zurecht und wurde teilweise f├Ârmlich nach hinten durchgereicht. Erst gegen Ende des Rennens konnte er mit zwei Laufsiegen Schadensbegrenzung betreiben und seine Gesamtf├╝hrung in der Meisterschaft verteidigen. Noch schlimmer erging es einem der derzeit besten Piloten der polnischen Extraliga. V├Âllig verzweifelt sa├č Piotr Pawlicki nach jedem seiner L├Ąufe in der Box, da er ├╝berhaupt kein Konzept zu dieser Bahn fand und sich mit insgesamt 3 Punkten begn├╝gen musste. Auch Krzysztof Kasprzak (Polen) und Antonio Lindb├Ąck (Schweden) konnten ihre F├Ąhigkeiten nicht auf das Oval bringen und auch der amtierende Europameister Andzej Lebedevs (Lettland) wirkte mitunter ratlos, noch vor Jahresfrist hatte er das Geschehen an der Spitze mitbestimmt. Selbst Emil Sayfutdinov (Russland) war nach dem Rennen entt├Ąuscht, denn er h├Ątte es gewinnen k├Ânnen. Nach vier Durchg├Ąngen f├╝hrte er die Wertung an und begeisterte mit toller Linienwahl und beeindruckenden ├ťberholman├Âvern. Allerdings stellte er sich nicht auf die sich ver├Ąndernden Bahnverh├Ąltnisse ein und so blieb f├╝r ihn im Finale nur der vierte Platz.

Besser machte es der D├Ąne Mikkel Michelsen, dem seine Schulterverletzung nicht mehr anzumerken war. Er kam, wie schon beim dem Gewinn der Junioren Europameisterschaft, gut mit dem Oval zurecht und konnte sich ├╝ber das Race off ins Finale fahren, wo er den dritten Platz belegte. Genauso erfreut war sein Landsmann Leon Madsen, der bis auf eine Null-Punkte-Fahrt alle seine Vorl├Ąufe gewann, im Finale Zweiter wurde und damit auch den zweiten Rang in der Gesamtwertung einnimmt.

Ein Wechselbad der Gef├╝hle erlebte Kai Huckenbeck bei diesem Rennen. Einerseits begeisterte er mit seinem gro├čen K├Ânnen, scheiterte dann jedoch andererseits knapp am Tagesfinale. ÔÇ×Das war heute nicht mein Bahn, nicht mein G├╝strowÔÇť, fasste er das Geschehen kurz zusammen. Trotzdem befindet er sich nach diesem Rennen unter den besten f├╝nf der EM und damit auf einem Qualifikationsplatz f├╝r das kommende Jahr.

Mit der Veranstalter Wildcard ausgestattet, zeigte Kevin W├Âlbert, dass er in dieses Feld geh├Ârt. ÔÇ×Wir sind heute hart gegeneinander gefahren, aber da hat sich keiner beschwert. So ist das in den internationalen Ligen, die ich gut kenne. So macht es Spa├č vor diesem Publikum. Vielleicht w├Ąre noch ein Punkt mehr drin gewesen, aber mit zweimal Startplatz blau war es heute schwer. Insofern bin ich mit meinem Abschneiden zufriedenÔÇť, sagte der Deutsche Meister nach dem Rennen und kann nun am 4. August an gleicher Stelle seinen Titel verteidigen.

Den gr├Â├čten Grund zur Freude hatte nat├╝rlich der Sieger. Als Nachr├╝cker in die EM gekommen, schwimmt Robert Lambert derzeit auf der Erfolgswelle. Britischer Meister bei den Junioren und Senioren, Vizeweltmeister im Team lauten seine diesj├Ąhrigen Erfolge. Und da ihn mit G├╝strow eine ganz besondere Beziehung verbindet, war dieser Sieg auch mit vielen Emotionen verbunden. ÔÇ× Es war ein perfekter Tag f├╝r so einen Erfolg. Im Training f├╝hlte ich mich noch gar nicht richtig schnell, aber im Rennen passte das Set-up. Ich h├Ątte nie gedacht, dass ich dieses Rennen gewinnen kann. Ich bin so stolz in diesem Moment und danke allen Fans f├╝r die gro├čartige Unterst├╝tzungÔÇť, sage der Sieger nach dem Rennen und ganz sicher hat er mit seiner Fahrweise und seinem Kampfgeist wieder beeindruckt. Ganz besonders wurde dieser Erfolg, weil er sein pers├Ânliches Gl├╝ck in G├╝strow gefunden hat. Freundin Jessica fieberte nat├╝rlich w├Ąhrend des Rennens mit und war danach voller Freude: ÔÇ×Ich bin einfach nur stolz auf ihn. Damit h├Ątte ich nie im Leben gerechnet. Ich traue ihm das nat├╝rlich zu, aber trotzdem erwartet man das ja nicht. Es ist total sch├Ân und er hat es verdient. Und dann noch in G├╝strow, das macht es umso sch├Âner.ÔÇť

So war es das Rennen der Emotionen und ein sportlich beeindruckendes Event ohnehin. Die Spitze im SEC ist zusammenger├╝ckt, Kai Huckenbeck und Robert Lambert haben in den beiden noch ausstehenden Rennen die Chance unter den besten f├╝nf der EM zu bleiben.

 

Ergebnis SEC ÔÇô Runde 2 in G├╝strow

  1. Robert Lambert – 14 (Gro├čbritannien)
    2. Leon Madsen – 14 (D├Ąnemark)
    3. Mikkel Michelsen – 11 (D├Ąnemark)
    4. Emil Sajfutdinow – 11 (Russland)
    5. Peter Kildemand – 10 (D├Ąnemark)
    6. Kai Huckenbeck – 9 (Deutschland)
    7. Vaclav Milik – 8 (Tschechien)
    8. Jaros┼éaw Hampel – 8 (Polen)
    9. Kevin Woelbert – 8 (Deutschland)
    10. Andriej Kudriaszow – 8 (Russland)
    11. Krzysztof Kasprzak – 6 (Polen)
    12. Andreas Jonsson – 6 (Schweden)
    13. Andrzej Lebiediew – 5 (Lettland)
    14. Antonio Lindbaeck – 4 (Schweden)
    15. Piotr Pawlicki – 3 (Polen)
    16. Max Dilger – 1 (Deutschland)
    17. Josef Franc – 0(Tschechien)
    18. Tobias Busch ÔÇô 0 (Deutschland)

 

Gesamtwertung nach 2 von 4 Rennen:

  1. Jaros┼éaw Hampel – 25
  2. Leon Madsen – 22
  3. Robert Lambert – 20
  4. Mikkel Michelsen – 20
  5. Kai Huckenbeck – 20
  6. Peter Kildemand – 18
  7. Antonio Lindbaeck – 17
  8. Emil Sajfutdinov – 17
  9. Vaclav Milik – 16
  10. Krzysztof Kasprzak – 14
  11. Andreas Jonsson – 13
  12. Andriej Kudriaszow – 13
  13. Piotr Pawlicki – 12
  14. Andrzej Lebiediew – 10
  15. Kevin Woelbert – 8
  16. Adrian Ga┼éa – 5
  17. Robert Chmiel – 1
  18. Max Dilger – 1
  19. Josef Franc – 0
  20. Norbert Krakowiak – 0