Spitzenschiedsrichter tagten erneut in Linstow

Gastredner bereicherten Winterlehrgang im Van der Valk Resort

SchiedsrichteraufsteigerHannes Ventzke vom VfB GoldenstÀdt FOTO: Andreas Streich (Verbandsschiedsrichterausschuss M-V)

Linstow ‱ Auch die zweite Auflage des Winterlehrganges der besten Schiedsrichter des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. (LFV M-V) im Van der Valk Resort in Linstow bot optimale Bedingungen fĂŒr die Vorbereitung auf die RĂŒckrunde. Neben der Auswertung der Hinrunde wurde ĂŒber die „Strategie 2020 zur Entwicklung des Schiedsrichterwesens in M-V“ am vergangenen Wochenende (13./14. Januar 2018) informiert. Auch zwei Gastreferenten bereicherten die Veranstaltung.

Die rund 70 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter wurden zunĂ€chst von Torsten Koop begrĂŒĂŸt, ehemaliger Bundesligareferee und Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses Mecklenburg-Vorpommern. Er bedankte sich vor allem fĂŒr die Einsatzbereitschaft in der laufenden Saison und ĂŒbergab das Mikrofon sogleich an Lennart Claussen, dem ersten Gastreferenten. Der Verbandssportlehrer im LFV M-V erörterte den anwesenden Unparteiischen das Freilaufverhalten der Offensivspieler. „Bereits im Nachwuchsbereich wird den StĂŒrmern gezeigt, wie sie RĂ€ume im RĂŒcken des Gegners erkennen und nutzen können“, informierte er ĂŒber Lehrmethoden bei der Spielerausbildung. „Letztendlich geht es darum, die Abseitsregel regelkonform fĂŒr sich zu nutzen. Dabei konzentrieren wir uns auf die Arbeit mit den Spielern, die wir versuchen besser zu machen, und nicht mit den Schiedsrichtern“, waren Aussagen, die hĂ€ngen blieben und in der Runde natĂŒrlich großen Anklang fanden.

Etwas kontroverser ging es dagegen in der anschließenden Podiumsdiskussion zu. Moderator Dr. Enrico Barsch, Lehrwart im Verbandsschiedsrichterausschuss, Oberliga-Schiedsrichter Jan Scheller, der eingeladene Sportrichter und zweite Gastreferent Harald Callies sowie erneut Lennart Claussen als Vertreter der Trainer tauschten Argumente und Meinungen zum Thema „FĂŒr ein respektvolles Klima auf dem Fußballplatz – gemeinsam Verantwortung ĂŒbernehmen“ aus. Dabei wurde von Sportgerichtsseite aus informiert, dass im Kreis mehr Verfahren und Vergehen aufgrund von roten Karten – leider auch fĂŒr Schiedsrichterbeleidigungen – bearbeitet werden mĂŒssen; wĂ€hrend auf Landesebene viele Verweise von Trainern aus den sportlichen InnenrĂ€umen ausgesprochen werden. „Die Disziplin einer Mannschaft spiegelt auch immer die Disziplin des jeweiligen Trainers wider“, gab Lennart Claussen unumwunden zu. „Aber auch die Schiedsrichter sollten sich nach dem Spiel ebenfalls hinterfragen, wenn die Kommunikation mit einer Mannschaft nicht funktioniert hat“, fand Jan Scheller auch selbstkritische Worte. Eine aus der Diskussionsrunde resultierende Überlegung ist, die Schiedsrichter zukĂŒnftig ĂŒber die Sportgerichtsurteile zu informieren.

Aufsteiger

„GrundsĂ€tzlich mĂŒssen wir jedoch die Sonderberichte besser formulieren“, mahnte Andreas Neumann an, im Verbandsschiedsrichterausschuss fĂŒr das Beobachtungswesen verantwortlich. Insgesamt zeigte er sich mit den gebrachten Leistungen von Schiedsrichtern und Beobachtern, die gleichermaßen „im guten bis sehr guten Bereich“ liegen, bis dato jedoch zufrieden. FĂŒr zwei Jungschiedsrichter aus dem Förderkader reichte es sogar fĂŒr den Aufstieg: Niclas Rose aus Neukloster und Hannes Ventzke aus Schwerin amtieren ab der RĂŒckrunde in der Herren-Verbandsliga.

Zurzeit verfĂŒgt das Land Mecklenburg-Vorpommern laut DFBnet ĂŒber 145 einsatzfĂ€hige Schiedsrichter, darunter 69, die in der Landesklasse eingestuft sind, dazu 43 in der Landesliga, 21 in der Verbandsliga, sieben in der Amateur-Oberliga, drei in der Regionalliga sowie zwei Referees auf DFB-Ebene, ergo jeweils einer in der 1. und 2. Bundesliga. „Die Hoffnung besteht natĂŒrlich, dass wir auch bald jemanden in der 3. Liga haben“, blickte Schiedsrichterobmann Torsten Koop bereits voraus.

Strategie 2020

Um diese ehrgeizigen Ziele weiterhin verfolgen und erreichen zu können, bedarf es konkreter und vor allem erfolgversprechenden Handlungsrichtlinien fĂŒr die Zukunft. Die soll die „Strategie 2020 zur Entwicklung des Schiedsrichterwesens in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgeben. DafĂŒr wurden in vorab durchgefĂŒhrten Workshops bereits Ideen und konkrete VorschlĂ€ge gesammelt. Um das Schiedsrichterwesen zukunftstrĂ€chtig, effizient und modern aufzustellen, sollen u.a. die Handlungsfelder Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Talentförderung und Schiedsrichterausbildung allgemein weiter ausgebaut werden. Im Speziellen sollen die Kommunikation sowie die AnsetzungsmodalitĂ€ten weiter verbessert werden. „Beispielsweise sollen StĂŒtzpunkte fĂŒr die Weiterbildung errichtet werden“, informierte Lehrwart Dr. Enrico Barsch. „Wir mĂŒssen auch die Mentoren umfassender und besser schulen, die die Jungschiedsrichter nach ihrer Ausbildung begleiten“, monierte der Bildungsbeauftragte im Schiedsrichterwesen. DafĂŒr werden in der nĂ€chsten Zeit noch einige „Brainstorming“-Treffen anberaumt.

Erfahrungsaustausch

Anschließend gab es am Abend wieder Zeit fĂŒr die Lehrgangsteilnehmer, mit den Sportfreunden aus den anderen Landesteilen ins GesprĂ€ch zu kommen und Erfahrungen auszutauschen.

Der diesjĂ€hrige Sommerlehrgang fĂŒr alle Schiedsrichter mit der Einstufung Landesliga und aufwĂ€rts findet wieder im Juni statt; das „Wintertrainingslager“ 2019 soll derweil eine „Überraschung“ werden, auf die alle gespannt sein dĂŒrfen.

 

Autor: Torsten SchĂŒnemann / LFV MV

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