Im Gespräch mit Bodo Bartmann, Präsident des Segelsportverbandes M-V

Symbolfoto-Segeln

Im Juli und August standen in Mecklenburg-Vorpommern unter anderem mit der 81.Warnemünder Woche oder der 28.Hanse Sail zwei segelsportliche Großereignisse auf dem Programm. Nationale und internationale Regatten gab es ebenfalls auf dem Schweriner See, vor Wismar, vor Kühlungsborn, vor Stralsund, vor Ueckermünde oder auf der Müritz.

Internationale Erfolge außerhalb der Bundesgrenzen feierten zuletzt Theres Dahnke (Plauer Wassersportverein) und Birte Winkel (Schweriner Yacht-Club) mit Silber bei den Junioren-WM vor Lago di Bracciano. Zuvor gewannen beide bereits die Junioren-Europameisterschaft in ihrer Disziplin. Max Wilken (Röbeler Wassersportverein) konnte 2018 im Laser Standard sowohl den Fize-U21-Europameister- als auch den U21-Weltmeitertitel erringen.

Interview

Bodo Bartmann, Präsident des Segelsportverbandes M-V, über Vergangenes und Kommendes im Segelsport in und für M-V

„Unsere Segelvereine leisten eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit…“

Frage: Der Sommer 2018 war sehr ereignisreich, mit der World Sailing-WM vor Aarhus und weiteren interessanten Regatten. Wie beurteilen Sie die letzten Regatta-Wochen aus MV-Blickwinkel?

Bodo Bartmann: Leider hat unsere 470er Mannschaft Malte Winkel/ Matt Cipra während der WM in Aarhus ihr gestecktes Ziel, die „Top Ten“ zu erreichen, nicht geschafft. Gleichwohl zeigt die erreichte Platzierung 19. Platz, dass diese Mannschaft zu den besten 20 der Welt gehört.

Insgesamt können wir ansonsten mit den Ergebnissen unserer Seglerinnen und Segler sehr zu frieden sein. Insbesondere unsere Senioren waren einmal mehr international erfolgreich. Ich darf an den Gewinn der Gold- und Bronzemedaille von Andre Budzin und Jan Kurfeld während der WM der OK-Jollen vor Warnemünde sowie den Gewinn der Weltmeisterschaft in der 505-Klasse durch die Rostocker Lutz Stengel bzw. Holger Jess erinnern. Hinzu kommen eine Reihe von Erfolgen auf den internationalen und nationalen Revieren.

Frage: Zuletzt gab es bei Nachwuchs-WM Silber für Theres Dahnke, Birte Winkel und Max Wilken. Wie ist es generell um den Segelsport-Nachwuchs in M-V bestellt? Wie ist da der Zuspruch? Und: Gibt es genügend Trainer und Übungsleiter zu deren Betreuung?

Bodo Bartmann: Der Segler-Verband M-V hat im Nachwuchsbereich die Aufgabe, junge, talentierte Seglerinnen und Segler bis zum ersten Bundeskaderstatus auszubilden. Das ist in den vergangenen Jahren dank der soliden Arbeit unserer Vereine immer ausgezeichnet gelungen, wie es unter anderem die Ergebnisse der genannten jungen Seglerinnen bzw. Segler  zeigen. Unsere Jugendabteilung ist seit Jahren mit rund 1.350 Kinder- und Jugendlichen – das sind 25 Prozent der gesamten Mitglieder –  zahlenmäßig stabil. Sie erhalten durch ehren- und hauptamtliche Übungsleiter und Trainer, die in ausreichendem Maß vorhanden sind, in den Vereinen eine solide Grundlagenausbildung und werden an das Leistungssegeln gezielt herangeführt.

Im Gegensatz zu anderen Landessportverbänden dürfen wir von einer gesicherten Zukunft unseres Verbandes ausgehen.

Frage: In zwei Jahren findet schon die nächste Olympische Regatta während der Spiele 2020 in Tokyo statt. Wer hat aus Ihrer Sicht gute Chancen, M-V dort zu vertreten?

Bodo Bartmann: Wir bauen natürlich in erster Line darauf, dass sich Malte Winkel/Matti Cipra in der Bootsklasse 470er qualifizieren. Leider wurde unsere große Hoffnung in der Bootsklasse Laser Radial, Hannah Anderssohn, verletzungsbedingt um ein ganzes Jahr zurückgeworfen. Noch ist unklar, wann sie mit dem Training wieder beginnen kann. Gleichwohl habe ich die Hoffnung, dass Hannah ihre gesundheitlichen Probleme möglichst bald überwindet und in der Olympiaqualifikation noch angreift. Sie darf nicht aufgeben, noch ist die Olympia-Qualifikation 2020 möglich!

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Segelsport in M-V!

M. Michels


Zur Info: Drei segelsportliche Vereine aus Mecklenburg-Vorpommern sind gegenwärtig in der ersten bzw. zweiten deutschen Segel-Bundesliga vertreten, so der Akademische Segelverein Warnemünde (erste Segel-Bundesliga) bzw. der Schweriner Yacht-Club und der Röbeler Segler-Verein „Müritz“ (jeweils in der zweiten Segel-Bundesliga).