Die Rostocker Speerwerferin Julia Ulbricht über ihre Winter-Saison und die kommenden Wettkämpfe

Bei den EM im Berliner Olympiastadion (Foto) wird es im August 2018 auch im Speerwerfen der Frauen spannend. M.M.

Frauen mit dem Speer. Das hat in M-V eine große Tradition. Ruth Fuchs, die in den 1960ern an der Kinder- und Jugendsportschule in Güstrow lernte, wurde – allerdings für Jena startend – Olympiasiegerin 1972 in München und 1976 in Montreal bzw. Olympia-Achte 1980 in Moskau sowie zweifache Europameisterin 1974 und 1978.

Von Tanja Damaske bis Steffi Nerius 

Die einstige Wahl-Schwerinerin Tanja Damaske, von 1985 bis 1989 SC Traktor Schwerin bzw. von 1990 bis 1992 Schweriner SC, erreichte WM-Bronze 1997 und EM-Gold 1998.

Und die gebürtige Rüganerin Steffi Nerius sammelte zudem fleißig Medaillen im Speerwerfen, so WM-Gold 2009, Olympia-Silber 2004, EM-Gold 2006, EM-Silber 2002 und dreimal WM-Bronze 2003, 2005 sowie 2007.

Julia Ulbricht im Fokus

Nun könnte eine junge Speerwerferin aus Rostock, Julia Ulbricht, Jahrgang 2000, vom 1.LAV Rostock, diese Tradition durchaus fortsetzen. Im März wurde die Hanseatin beim traditionellen U 20-Leichtathletik-Länderkampf zwischen Deutschland, Frankreich und Italien Fünfte mit 44,30 Meter.

MV-SPORT fragte bei Julia Ulbricht nach

Julia Ulbricht über ihre Teilnahme am U 20-Länderkampf, ihre infektreiche Winter-Saison, das tägliche Training, die kommende EM in Berlin und ihren Ausgleich zum Sport

„Ziele sind die U 20-WM-Teilnahme und ein Platz auf dem Treppchen bei den DM…“

Frage: Gerade fand der U 20-Länderkämpf der deutschen, französischen und italienischen Leichtathleten statt. Wie verlief Ihr Wettkampf?

Julia Ulbricht: Nicht sehr optimal. Die Bedingungen waren nicht die besten und auch da habe ich mir mal wieder einen Infekt geholt. Dementsprechend ging es mir an dem Tag auch nicht so gut.

Frage: Wie war ansonsten Ihre Winter-Saison?

Julia Ulbricht: Ich habe in der Vorbereitung durch Infekte viel verpasst und wir wollten zu den Deutschen Meisterschaften eigentlich nicht mehr antreten, aber nach einem guten Trainingslager haben wir uns dazu entschieden, dass ich einfach mal mit werfe. Dann habe ich überraschend gewonnen und mich für Frankreich qualifiziert.

Frage: Wie sieht eigentlich Ihr Trainingsalltag aus?

Julia Ulbricht: Grundsätzlich habe ich von Montag bis Freitag jeden Tag Training und dreimal in der Woche noch Frühtraining. Das Training ist vielseitig und variiert von Woche zu Woche.

Frage: Welche sportlichen Herausforderungen stehen für Sie 2018 national und international auf dem Programm?

Julia Ulbricht: International ist die Teilnahme an den U20-Weltmeisterschaften in Finnland dieses Jahr mein Ziel und national ein Platz auf dem Treppchen.

Frage: Die derzeitigen „Champions“ im Frauen-Speerwerfen kommen aus drei Ländern. Die amtierende Europameisterin (2016) ist Tazzjana Chaladowitsch aus Weissrussland, die amtierende Olympiasiegerin (2016) Sara Kolak aus Kroatien und die amtierende Weltmeisterin (2017) Barbora Spotakova (Tschechien). Wer ist Ihre Favoritin für die EM 2018 im August in Berlin?

Julia Ulbricht: Da Sara Kolak höchstwahrscheinlich auf Grund einer Ellenbogenverletzung und Barbora Spotakova mit Nachwuchs im Bauch nicht teilnehmen können, muss man natürlich die Weißrussin Tazzajana Chaladowitsch im Auge haben. Aber auch die Türkin Eda Tugsuz hat gute Chancen. Ich hoffe natürlich trotzdem auf die deutschen Werferinnen Christin Hussong und Katharina Molitor.

Letzte Frage: Was ist Ihr Ausgleich zum Sport? Welche beruflichen Träume haben Sie?

Julia Ulbricht: Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie. Ich male, lese und schaue gerne Serien bzw. Filme. Zum Beruflichen… Ich habe noch keinen speziellen Berufswunsch.

Vielen Dank und eine erfolgreiche Freiluft-Saison 2018!

M.Michels