Die 15.Auflage der „hella marathon nacht“ in Rostock und die WM-Entscheidungen im Marathon in London in Sichtweite…

In acht Tagen ist wieder Marathon-Zeit in M-V. Am 5.August wird die mittlerweile 15.Auflage der „hella marathon nacht“ in Rostock, zu der 2000 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer oder sogar mehr erwartet werden, veranstaltet.

Und dieser Marathon passt auch bestens in den gegenwärtigen Leichtathletik-Kalender, denn bei den 16.Leichtathletik-IAAF-WM in London vom 4.August bis 13.August wird es natürlich ebenfalls zwei Entscheidungen im Marathonlauf (Frauen, Männer) geben – einen Tag nach dem Rostocker Lauf, am 6.August…

M-V und der Marathon

Den Marathon bei der letzten „hella marathon nacht“ in Rostock gewann bei den Frauen Franziska Jung von der LG eXa Leipzig vor Maike Körner aus Hamburg und bei den Herren Carsten Tautorat, der für das Team City-Sport Rostock startete, vor Jan-Henrik Lange (HSG Uni Greifswald).

Die diesjährigen Landesmeisterschaften im Marathon sind indes schon Geschichte. Der 34.Ueckermünder Haffmarathon am 1.April 2017 hatte nämlich zugleich den Status einer offiziellen Landesmeisterschaft.

Bei den Frauen siegte über die 42,195 Kilometer Silke Wenzel vom SV Turbine Neubrandenburg in 3:59,25 Stunden vor Ulrike Schöne (Laufgruppe Schwerin, 4:01,16 Stunden), Heike Burmeister (LT Ellwangen, 4:01,38 Stunden) und Helga Brokat (Laufgruppe Mauerweg Berlin). Carsten Tautorat vom TC FIKO Rostock jubelte hingegen in 2:48,02 Stunden über den längsten Kanten bei den Herren, erneut, wie bei der „hella marathon nacht“ in Rostock 2016, vor Jan-Henrik Lange von der HSG Uni Greifswald in 2:52,24 Stunden, Frank Schütz vom LSV Güstrow in 2:58,01 Stunden) und Joachim Stelter vom Müritzsportclub Waren/Müritz in 3:09,58 Stunden.

Ansonsten ist M-V ohnehin ein Marathon-Land, fanden bzw. finden hier doch auch 2017 wieder traditionsreiche Marathon-Läufe statt, so am 23.April der 12.Darss-Marathon, am 4.Juni der 3.Müritz-Marathon in Rechlin, am 17.Juni der 27.Tollenseseelauf (mit Marathon und Marathon-Staffel), am 5.August die 15.Rostocker Marathon-Nacht, am 2.September der 38.Usedom-Marathon oder am 14.Oktober der 10.Rügenbrücken-Marathon. Nur einige Beispiele…

Ulrike Maisch vor 11 Jahren mit EM-Gold

Einen langen, „goldigen“ Atem hatte ebenfalls ein Rostocker Marathon-Ass vor 11 Jahren. Ulrike Maisch vom 1.LAV Rostock wurde 2006 bei den Europameisterschaften in der Leichtathletik Marathon-Europameisterin. Am 12.August 2006 gewann die gebürtige Stralsunderin in 2:30,01 vor der Serbin Olivera Jevtic, der Russin Irina Permitina, der Litauerin Zivile Balcunaite und der Italienerin Bruna Genovese.

Der Marathonlauf – olympisch und weltmeisterlich

Bei den kommenden IAAF-Weltmeisterschaften in London wird Schwarz-Rot-Gold im Marathon „nur“ durch zwei Frauen vertreten sein, durch Fate Tala Geleto von der LG Braunschweig und durch Katharina Heinig von der LG Eintracht Frankfurt/Main.

Bislang gab es in der Historie der Leichtathletik-WM jeweils 15 Marathonläufe für die Frauen und die Männer. Die WM-Premiere 1983 in Helsinki entschieden bei den Frauen Grete Waitz (Norwegen) und bei den Herren Robert de Castella (Australien) für sich. Die vorerst letzte Marathon-Weltmeisterin bzw. der vorerst letzte Marathon-Weltmeister kamen 2015 aus Äthiopien (Mare Dibaba) und aus Eritrea (Ghirmay Ghebreslassie).

Bei Olympischen Spielen der Neuzeit wurden im Marathon hingegen bei den Herren bereits 28 Entscheidungen und bei den Frauen neun Entscheidungen ausgetragen. Spyridon Louis aus Griechenland triumphierte 1896 beim den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. Die Marathonläuferinnen durften erst 1984 in Los Angeles unter den fünf olympischen Ringen ran. Seinerzeit jubelte die Amerikanerin Joan Benoit vor der 1983er Weltmeisterin Grete Waitz. Bei den Olympischen Spielen im letzten Jahr, 2016 in Rio de Janeiro, belegten bei den Frauen Jemima Jelagat Sumgong und bei den Herren Eliud Kipchoge, jeweils aus Kenia, die ersten Ränge im Marathon.

Anmerkung am Rande: Bislang gelang es nur dem Äthiopier Abebe Bikila (1960, 1964) und dem Deutschen Waldemar Cierpinski (1976, 1980), den olympischen Marathon zweimal hintereinander zu gewinnen…

Mal schauen, wer nun  in Rostock und in London den „längsten Atem“ haben wird.

Marko Michels

Foto (Michels): M-V ist auch ein Laufsport-Land (Impression von einem früheren Schwedenlauf in Wismar).